Akkuhüllentausch

AkkuhüllentauschAkkuhüllentausch

Habt ihr auch immer mehr Akkus, die in etwa so aussehen?

Kein Wunder! Häufige Beanspruchung und ständiger Akkuwechsel sorgen dafür dass sich die recht dünne Plastikschicht, die sich um den Akku herum befindet, oftmals schon nach kurzer Zeit stark verschlissen ist. Ihrem Zweck, den Akku zu schützen und auch zu isolieren, kann sie so nicht mehr entsprechen. Grund kann unter anderem ein mechnischer Verpolungsschutz sein, der in vielen Boxen verbaut ist. Eigentlich eine sinnvolle Sache, leider auch mit unerwünschten Nebenwirkungen.

Nun gibt es 3 Arten von Benutzern, die ganz unterschiedlich an das Problem herangehen:

Die Harten

Unter dem Motto: “Was kann schon sein!“, wird der Akku verwendet, wie bisher. Solange die Beschädigungen der Akkuhülle nur an der Seite ist, wird vermutlich nicht viel passieren, solange nicht zwei solcher Unikate sich mit den blanken Stellen (Negativpol) im Akkuträger berühren. Spätestens wenn es das erste Mal funkt, lässt man die Scherze. Gefährlicher ist es, wenn die Isolierplatte am Pluspol fehlt oder beschädigt ist. Dann kann es bereits beim Einlegen funken, da der Pol kurzgeschlossen werden kann. Also, wer zuhause kurzzeitig eine Zusatzheizung in Form eines brennenden Akkuträgers benötigt, macht das genau richtig!

Die Übervorsichtigen

Ja, dieser Zweig der Dampfer wird sich vermutlich rasch von dem Akku mit der beschädigten Hülle trennen und diesen entsorgen, obwohl dem Akku bis auf das Drumherum ja eigentlich nichts fehlt. Ist zwar die weitaus ungefährlichere Art der Problemlösung (vorausgesetzt, der Akku wird vorschriftsmäßigt entsorgt), aber nicht gerade die kostengünstigste.

Der DIY (Do it yourself) Dampfer

Diese immer mehr vom Aussterben bedrohte Gattung wird nicht Müde zu versuchen, den Akku zu retten und ihn mit einer neuen, unbeschädigten Hülle zu versehen. Genau zu dieser Art zähle ich mich auch und versuche in diesem Artikel euch kurz zu erläutern, wie ich an diese „Akkureparatur“ der anderen Art herangehe.

 

Was brauche ich dazu

  • AkkuhüllentauschZuerst einmal einen geeigneten Schrumpfschlauch. Diesen könnt ihr bei diversen Händlern, in Baumärkte oder sogar auf Amazon bestellen. Dabei gibt es zwei Formen:
    – einmal einen durchgehenden Schlauch, den ihr für euch selbst ablängen müsst.
    – einen bereits für die Akkugröße (hier ein 18650er) konfektionierten Schrumpfschlauch.Für einen 18650er Akku sind folgende Ausmaße erforderlich:
    Durchmesser: 18,5 mm (flache Breite: ca. 3 cm)
    Länge: 73 mm
    Materialstärke: max. 0,1 mm vor dem Schrumpfen.
    Diese Schrumpfschläuche gibt es in allen Farben, sogar mit Bildern. Der Kreativität der Hersteller sind da offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Da meine Akkus sowieso innerhalb des Gerätes verschwinden, habe ich mich für eine schlichte Variante entschieden.
  • Ein sogenanntes „Cuttermesser“ mit scharfen Klingen.Akkuhüllentausch

 

  • Einen Föhn oder besser ein Heißluftgebläse. Der von mir verwendete Schrumpfschlauch benötigt eine Temperatur von 80 °C. Das bekommt mein Föhn aber auch hin, wenn ich nahe genug rangehe.

 

  • Ein wenig Geduld und Zeit!

 

 

Vorbereitung

Zuerst müssen wir den Akku von seinen Altlasten befreien. Schneidet dazu die Akkuhülle einfach der Länge nach auf. Bitte achtet darauf, dass ihr die Isolierscheibe am Pluspol nicht verliert. Diese brauchen wir noch, denn sie ist, wenn überhaupt, sehr schwer als Ersatzteil zu beschaffen.

Nachdem jetzt der Akku ziemlich entblößt vor euch liegt, könnt ihr beginnen, ihm eine neue Hülle zu spendieren.

Kleiner Tipp am Rande: wenn ihr durchsichtige Hüllen verwendet, so wie ich, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, die Zelle zu kennzeichnen. Das könnt ihr mit einem Marker machen (ja, und dieser hält auch und sieht nicht nach ein paar Wochen ziemlich unleserlich aus) oder ihr verseht die „nackte“ Zelle mit einem Ausdruck eines Ettikettierers.

Akkuhüllentausch

Jetzt geht’s los

Drückt den Schrumpfschlauch an den Kanten zusammen, sodass ihr einen Kreis bekommt. Nun von unten (Minuspol) auf die Zelle schieben. Bevor ihr den oberen Rand (Pluspol) erreicht, die Isolierscheibe nicht vergessen zu positionieren. Jetzt den Schlauch zur Gänze hinaufschieben. Schaut zu, dass die neue Hülle vor dem Schrumpfen oben und unten in etwa den selben Überstand hat.

Akkuhüllentausch

Im Grunde genommen ist der größte Teil der Arbeit nun erledigt. Kurz nochmals überprüfen, ob alles sitzt und dann die Zelle mit dem Föhn von allen Seiten gut anheizen. Ihr werdet sofort sehen, wie sich der Schrumpfschlauch zusammenzieht und zu spannen beginnt. Blasen oder ähnliches dürfen keine entstehen, sonst ist der Heizstrahl zu kühl. Nicht vergessen auch die Kanten an Plus und Minus ordentlich aufzuheizen.

Das fertige Werk sollte dann etwa so aussehen:

Akkuhüllentausch

Ich hoffe, ich konnte euch mit dieser kleinen Anleitung den Weg zum neuen Zellengewand und damit zu mehr Sicherheit ebnen und euch ein paar Tipps geben.

Über den Autor

Stefan Krismer
Stefan Krismer
Grüß euch, mein Name ist Stefan Krismer alias MrMerlin. Vor 30 Jahren habe ich in meinem jugendlichen Leichtsinn den Weg zur Zigarette gefunden und erst durch das Dampfen diesen Irrweg beenden können. Seit Dezember 2014 genieße ich ausschließlich wundervolle Aromen aus der Dampfe. Mein Hauptaugenmerk liegt sehr auf der Technik des Dampfens mit all seinen Facetten. Egal, ob es Neuerscheinungen auf dem Akkuträgersektor, innovative Entwicklungen von Verdampfern oder auch pfiffige Accessoires rund um mein geliebtes Hobby sind. Ich tüftle gerne herum und versuche nun meine Erfahrungen auf diese Art und Weise zu vermitteln. Schon lange sehe ich das Dampfen nicht mehr als Pyro-Ersatz an. Es ist ein tolles Hobby geworden. Da ich gerne lese und ich es leid hatte, Videos auf Youtube ständig „zurückzuspulen und anzuhalten“, um einigermaßen vernünftig dort gezeigte Tipps reproduzieren zu können, bin ich auf das DM gestoßen, mit dessen Artikel viele Dinge bei Weitem unkomplizierter verwirklicht werden konnten. Es macht Spaß, mit dem DM-Team zusammenzuarbeiten und etwas beitragen zu können, um viele Raucher zu Ex-Rauchern und Neo-Dampfern zu machen.

3 Kommentare zu "Akkuhüllentausch"

  1. Alles sehr schön und deutlich erklärt. Allerdings findet man auch am Markt verschiedene PVC-Schrumpfschläuche mit verschiedenen Qualitätsmerkmalen.
    Nicht jeder PVC-Shrink ist gleich und daher sollte man die Variante nehmen, die von einem Hersteller kommt, der seine Produkte bei UL, oder TÜV zertifizieren lässt.
    Warum?
    Ein Schrumpfschlauch aus PVC, bekannt auch als Shrink, muss bestimmte Temperaturen bestehen und darf auf gar keinen Fall giftige Gase und Schmelztropfen produzieren.
    China-Made Shrinks sind oft dafür nicht geeignet.

    • Sorry, dass ich auf dieses Thema nicht eingegangen bin. Als aktiver Modellbauer beziehe ich Schrumpfschläuche ausschließlich innerhalb Europas, und das habe ich in meinem jugendlichen Leichtsinn vorausgesetzt. Ist aber gut von dir, die Problematik anzusprechen. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass ein Schmelzen des Schrumpfschlauches einher mit der Zerstörung der Zelle geht und dann habe ich vermutlich mit anderen Problemen und entstandenen giftigen Gasen zu kämpfen, denn nur beim betriebsmäßigen Erwärmen der Akkus wird vermutlich auch kein Schrumpfschlauch aus chinesischer Herstellung (ohne TÜV-Prüfung) Schmelztropfen oder giftige Gase produzieren.
      Aber: es ist sicherlich vernünftig, darauf hinzuweisen. Danke!

  2. Hei Stefan, du hast natürlich Recht, dass wenn eine Zelle abgast ist der Shrink bereits lange fällig.
    Unter dem UL Test 1642 werden Li-Ion-Zellen unter einem künstlichen Kurzschluss in 60 °C getestet und in weiterem Test werden die Zellen bis zu 150°C ausgesetzt. Erst bei ca. 500°C steht eine Li-Ion-Zelle unter Explosion und/oder Brandgefahr.
    Ein PVC-Shrink wird bei ca. 200°C – 230°C gut und schnell geschrumpft. Wir haben, also, den bereich zwischen 230°C – 500°C, in dem der PVC-Shrink sich zu einer unangeneme Falle entwickeln kann.

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