Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2019

Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2019

Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2019

Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2019

Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2019

Heute wurde der Alternative Drogen- und Suchtbericht 2019 veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine Publikation des Akzept e.V. und der Deutsche AIDS-Hilfe e.V.

In dem Bericht wird auf zahlreiche Themen rund um die Sucht- und Drogenpolitik eingegangen. Beim Thema Tabaksucht kommt natürlich auch die E-Zigarette zur Sprache. Dabei wird kritisiert, dass die Chancen, die ein Umstieg auf die E-Zigarette bietet, in der Gesundheitspolitk nicht genutzt werden.

Der Alternative Drogen- und Suchtbericht 2019 bemängelt die falsche öffentliche Wahrnehmung der E-Zigarette, die dazu führt, dass viele Raucher nicht einmal die Möglichkeit eines Umstiegs in Erwägung ziehen. Außerdem fordert man, dass eine öffentliche Kommunikation und Information über die Vorteile der E-Zigarette, eine klare Besserstellung der E-Zigarette gegenüber der Tabakzigarette und dass die E-Zigarette als Mittel zur Unterstützung von ausstiegswilligen Rauchern von den zuständigen Stellen akzeptiert wird.

Erneut wird auch darauf hingewiesen, dass es keine Grundlage für den Mythos vom „Einstieg in den Tabakkonsum“ (Gateway-Hypothese) gibt. Denn auch wenn E-Zigaretten bei vielen Jugendlichen Interesse geweckt haben und von vielen Jugendlichen ausprobiert wurden, beschränkt sich die Nutzung auf Probierkonsum und moderaten Gebrauch. Eine regelmäßige Nutzung ist die Ausnahme. Zugleich hat sich aber der regelmäßige Konsum von Tabakzigaretten bei den Jugendlichen erneut drastisch verringert.

Der Alternative Drogen- und Suchtbericht 2019 kann hier als PDF heruntergeladen werden: https://alternativer-drogenbericht.de/bericht-2019/


Der Verband des eZigarettenhandels e.V. (VdeH) veröffentlichte dazu folgende Pressemeldung:

Alternativer Drogen- und Suchtbericht kritisiert verpasste Chancen beim Umgang mit der E-Zigarette

Berlin – Im heute veröffentlichten sechsten Alternativen Drogen- und Suchtbericht, verfasst von ExpertInnen und FachautorInnen, werden erneut die Vorteile von E-Zigarettn bei der Rauchentwöhnung herausgestellt und die gesundheitspolitischen Entscheidungsträger hierzulande dazu aufgerufen, endlich auch das positive Potential der EZigarette anzuerkennen.

„Wenn man erleben will, wie ein unverkrampfter und faktenbasierter Umgang mit der EZigarette geht, muss man nur nach Großbritannien schauen. Dort befassen sich sowohl die Politik als auch verschiedene Gesundheitsinstitutionen seit Längerem unideologisch mit der E-Zigarette und ihrem Platz im Gesundheitswesen. Deutschland kann einiges von diesem Modell lernen. Denn hier wird der Harm Reduction-Ansatz konsequent umgesetzt. E-Zigaretten werden den herkömmlichen Tabakzigaretten gegenüber bessergestellt und so wird ein Anreiz geschaffen auf das Alternativprodukt umzusteigen. Dieser Umstieg geht mit signifikant verbesserten gesundheitlichen Ergebnissen einher.“

Verband des eZigarettenhandels - VdeHDie E-Zigarette sollte ein Eckpfeiler der Regierungsstragie sein, um den Tabakkonsum in Deutschland zu reduzieren. Dazu gehöre aber auch, die E-Zigaretten nicht unter den aktuellen Nichtraucherschutzregelungen auf öffentlichen Flächen und im Arbeitsalltag zu erfassen.

Michal Dobrajc, Vorsitzender des E-Zigaretten Branchenverbandes VdeH, stimmt zu: „Wir unterstützen diese Forderungen ausdrücklich und freuen uns darüber, dass anerkannte Fachleute so deutlich Stellung beziehen. Damit bestätigen neutrale Wissenschaftler unsere seit jeher vertretene Argumentation in vollem Umfang.“

Des Weiteren wird in dem Bericht darauf verwiesen, dass Kritiker des Harm Reduction-Ansatzes gern argumentieren, diese Art des Konsums verlagere nur die Sucht der Raucher auf das Dampfen. Es würde nicht der Idealzustand einer kompletten Nikotinabstinenz erreicht werden. Allerdings zeigen aktuelle Erhebungen aus Großbritannien, dass etwa 900.000 Tabakraucher, die zwischenzeitlich auf die EZigarette umgestiegen waren, komplett mit dem Rauchen und danach auch mit dem Dampfen aufgehört haben!

Und obwohl Millionen ehemalige/r RaucherInnen ihre gesundheitliche Belastung durch den Umstieg auf die E-Zigarette nachweislich signifikant gesenkt haben, sei in Deutschland eine kritische Grundhaltung gegenüber dieser Produktgruppe vorhanden.

„Insgesamt hinkt Deutschland in der Wahrnehmung und Akzeptanz der E-Zigarette stark hinterher. Es muss noch viel deutlicher gemacht werden, für welchen Konsumentenkreis das Produkt gedacht ist und welche positiven Auswirkungen für Tabakkonsumenten ein Umstieg auf die E-Zigarette haben kann. Wenn dieses Wissen verankert ist, dann sollte die Regulierung des Produktes auch insgesamt angepasst werden und im Sinne der Harm Reduction vor allem auf die E-Zigarette gesetzt werden.“

„Gemessen am Stand der Forschung schätzt die Mehrheit der Bundesbürger das Schadenspotential der E-Zigarette vollkommen falsch ein. Diese Fehleinschätzung hat gravierende Folgen: Viele Raucher versuchen erst gar nicht, auf die E-Zigarette umzusteigen, oder rauchen nebenher weiter. Werbung für E-Zigaretten kann einen Beitrag dazu leisten, Raucher zum Verzicht auf Tabakprodukte zu bewegen und dadurch die Zahl der Tabaktoten zu senken.“

Michal Dobrajc dazu: „Das zeigt wieder deutlich, dass Werbung für E-Zigaretten weiterhin erlaubt bleiben muss. Die Begehrlichkeiten, diese zusammen mit der Zigarettenwerbung zu verbieten, sind absolut kontraproduktiv.“

Man solle das wesentlich geringere Schadenspotential der E-Zigarette mit dem der Tabakzigarette vergleichen und dieses differenzierte Verständnis auch öffentlich kommunizieren. Deutschland brauche eine Produktregulierung, die der Faktenlage entspreche und deshalb von den Maßnahmen gegen den Nikotinkonsum mittels Tabakzigaretten getrennt behandelt werde. Deshalb sollte sichergestellt werden, dass für E-Zigaretten -im Gegensatz zur herkömmlichen Zigarette- auch weiterhin geworben werden darf, um deutlich intensiver als bisher über die Vorteile und Chancen der EZigarette für Zigarettenraucher aufzuklären und ihnen einen Umstieg nahezulegen!

„Mit Großbritannien haben wir ein Vorbild in Europa, wie eine nüchterne und wissenschaftlich fundierte Regulierung der E-Zigarette aussehen kann. Anstatt auf eine Verbotspolitik zu setzen und den „Quit-or-Die“-Ansatz für eine solch komplexe Thematik wie die Reduzierung des Tabakkonsums anzuwenden, sollte pragmatisch geschaut werden, inwiefern die betroffene Zielgruppe schnell ihre gesundheitlichen Risiken reduzieren kann.“

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.