ASMODUS Minikin 3 – Ein würdiger Nachfolger

Minikin 3

ASMODUS Minikin 3

Ein würdiger Nachfolger

Das hier vorgestellte Gerät wurde uns freundlicherweise für einen Produkttest von der Firma Sourcemore zur Verfügung gestellt.

Nach drei Jahren wurde es für ASMODUS Zeit, einen Nachfolger für die erfolgreiche Minikin 2 auf den Markt zu bringen. Daher erschien vor kurzem die Minikin 3.

Als erstes fällt das Äußere der Minikin 3 ins Auge, denn bei der Optik hat man sich von dem gleichförmigen Design des Vorgängers verabschiedet.  Stattdessen hat man eine asymmetrische Form gewählt, die jedoch – sowohl bei Links-, als auch bei  Rechtshändern – optimal in der Hand liegt.

Die Oberseite der Minikin 3 ist komplett flach ist. Hier lassen sich selbst überdimensionale Verdampfer aufschrauben. Zum Befeuern des Verdampfers ist ein robuster Edelstahltaster vorhanden.

Auf der Unterseite befindet sich das Akkufach, in das zwei 18650er Akkus eingelegt werden können.

Eine zuverlässig schließende Akkuklappe hält die beiden Akkuzellen sicher in ihrer Position. Wie man es von modernen Geräten gewohnt ist, klappert auch bei der Minikin 3 nichts und das Akkufach bleibt selbst bei heftigem Schütteln geschlossen. Unterhalb des Display befindet sich ein moderner USB Typ C Anschluss, der sowohl für Firmware Updates genutzt werden kann, als auch zum Laden der eingelegten Akkus. Immer mehr Hersteller setzen glücklicherweise auf diesen – wesentlich fortschrittlicheren – Anschluss. In Verbindung mit einer Schnelladefunktion bietet er echte Vorteile gegenüber den herkömmlichen microUSB Anschlüssen. Ein passendes Ladekabel ist selbstverständlich im Lieferumfang der Minikin 3 enthalten.

Auffällig ist die matte und leicht gummiartige Beschichtung auf der Oberfläche. Sie schützt das Gehäuse, welches aus einer Aluminium-Zink Legierung besteht, macht das Gerät etwas griffiger und vermittelt eine sehr edle Haptik.

Optionale Tisch-Ladestation

Ebenfalls auf der Unterseite befindet sich eine 3-polige Kontaktfläche für den optional erhältlichen Tisch-Ladeadapter. Eine besonders elegante Weise die Akkus zu laden.

Auffällig ist, dass der Ladeadapter mit einem herkömmlichen microUSB Anschluss an eine USB Stromquelle angeschlossen wird. Warum man hier wieder auf den alten Anschluss zurückgegriffen hat, bleibt wohl ein Geheimnis der ASMODUS Designer. Sinnvoll ist dieses Detail jedoch nicht. Auch das Fehlen eines passenden Wandadapters ist etwas, was bei einem fast 20 € teurem Zubehörteil nicht gerade besondere Freude bereitet. Da außerdem beim Laden per Tisch-Ladeadapter die interne Ladeelektronik beansprucht wird, rate ich dazu, das Geld besser in ein externes Ladegerät für Li-Ionen Akkus zu investieren.

Hochwertiges Touch-Display

Der eingebaute GX-200UTC Chip bietet eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten, Betriebsmodi und Sicherheitsfeatures. Das Touch Display der Minikin 3 ist harmonisch in die Oberfläche integriert und bietet eine Vielzahl von Informationen auf einen Blick.

Gleitet man mit dem Finger von oben nach unten über den Bildschirm, entsperrt man diesen. Berührt man nun die angezeigte Leistung, so lässt sich dieser Wert – ebenfalls per Touch-Screen – bequem einstellen. Lässt man den Finger erneut vertikal über den Bildschirm gleiten, lässt sich das Pre-Heating beeinflussen. Hierbei stehen Soft, Normal und Hard zur Verfügung. Die jeweils gewählte Stufe wird unten links symbolisch als S, N bzw. H angezeigt.

Am oberen Rand des Displays befindet sich die Anzeige des gewünschten Modus (Power, Temp, Curve, TCR, TFR). Diese kann mit einem seitlichen Bewegung über den oberen Bereich des Displays verändert werden. Insbesondere die Curve Funktion bietet dabei interessante Möglichkeiten. Hier lassen sich Leistungswerte in Abhängigkeit der Feuerdauer definieren, so dass man beispielsweise mit hoher Leistung startet und diese dann langsam absenkt. Eine Spielerei, die man nicht unbedingt braucht, die aber insbesondere bei trägen Wicklungen aus dem Coilbuilder Bereich durchaus nützlich sein kann.

Gleich drei unterschiedliche Temperatur-Modi lassen sich bei der Minikin 3 konfigurieren. Neben dem herkömmlichen TEMP Modus, der vordefinierte Werte für Nickel, Titan und drei Edelstahldrähte (SS304, SS316, SS317) bietet, gibt es auch noch den TCR Modus, bei dem man den Temperaturkoeffizienten manuell eintragen kann.

Die dritte Variante ist der TFR Modus. Dieser wird leider in der Bedienungsanleitung nur sehr unzureichend beschrieben. In der uns vorliegenden Firmware-Version gab es leider auch keine vernünftige Konfigurationsmöglichkeit.

Ein 3-fach Klick auf den Feuertaster sperrt, bzw. entsperrt  das komplette Gerät (inklusive Feuertaster). Durch einen 5-fach Klick kommt man in das äußerst ausführliche Menü der Minikin 3. Die einzelnen Funktionen werden durch grafische Symbole angezeigt.

Zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten

Im Benutzermenü der Minikin 3 gibt es neben der Möglichkeit, das Gerät komplett auszuschalten, auch einen Zugzähler, einen aktivierbaren Eco-Modus, die Möglichkeit, ein Update einzuspielen, eine Versionsanzeige, sowie Einstellungen zum Entriegeln, zur Schriftfarbe, der Helligkeit, sowie die Dauer der Displayzeit. Die Vibrationsfunktion, sowie der Bewegungssensor lässt sich über dieses Menü ebenfalls aktivieren, bzw. deaktivieren. Um die Minikin 3 zu schützen, lässt sich auch noch ein 6 stelliger Pin als Passwort hinterlegen. Man erhält ein wirklich umfangreiches Menü, dass dem Nutzer die Möglichkeit gibt, viele Features auf seine individuellen Bedürfnisse anzupassen.

Das farbige Touch Display zeigt neben dem bereits erwähnten Modus, auch die eingestellte Leistung (bzw. Temperatur), sowie die Spannung während des Feuerns. Außerdem wird der Widerstand des Verdampfers, die Zugdauer, sowie die Anzahl der getätigten Züge dargestellt. Hinzu kommen Symbole, die die Restkapazität der Akkus (für jeden Akku einzeln) darstellen. Im unteren Bereich lässt sich dann noch anhand der eingeblendeten Symbole erkennen, ob die Vibrationsfunktion aktiv ist und ob das Display gegen Veränderungen an der Einstellung  gesperrt ist.

Die Sperre des Display wird übrigens sofort aktiviert, sobald man den Feuerknopf drückt. Diese Sperre ist nicht zu verwechseln mit der kompletten Sperre des Geräts, bei dem auch das Befeuern des Verdampfers gesperrt ist.

Man merkt schon alleine an dem Umfang der bereits erwähnten Funktionen, dass die Minikin 3 eine echte Spielwiese für Fans von ausgefeilter Elektronik ist und es durchaus einige Zeit dauern kann, bis man sich mit allen Funktionen vertraut gemacht hat.

Von dieser Funktionsvielfalt könnten Einsteiger oder Nutzer, die „einfach nur Dampfen“ wollen, schnell abgeschreckt werden. Wer sich aber gerne austoben möchte und Dinge, wie eine Vibrationsfunktion oder einen Bewegungssensor bislang in seinem Akkuträger vermisst hat, der wird bei der Minikin 3 definitiv fündig.

Fazit

Die Minikin 3 ist hervorragend verarbeitet und wirkt absolut hochwertig. Das Menü bietet eine beeindruckende Funktionsvielfalt, die allerdings die Frage aufwirft, ob man das alles wirklich braucht. Insbesondere für wenig technikaffine Nutzer wirkt das Menü schnell überladen und verwirrend.

Absolut überflüssig ist der Bewegungssensor. Das einzige, was man damit machen kann, ist das zufällige Verändern der Bildschirmfarbe, indem man das Gerät mehrfach schüttelt. Der tieferer Sinn dieser Funktion hat sich mir auch nach intensivem Nachdenken nicht erschlossen. Es kommt einem fast so vor, als hätte man den Sensor eingebaut und wusste nicht, was man damit anstellen sollte. Also hat man noch schnell eine Farbwechsel-Funktion eingebaut.

Was hingegen echt nervig ist, ist die Vibrationsfunktion. Das Gerät vibriert kurz, wenn beispielsweise der Zugdauerbegrenzer anspringt. Dieser ist übrigens fest auf 10 Sekunden eingestellt und lässt sich trotz der vielen Konfigurationsmöglichkeiten nicht verändern. Auch bei der Eingabe eines falschen Passworts lässt diese Funktion die Minikin 3 spür- und hörbar erzittern.

Abgesehen von den vielen Spielereien, bei denen weniger mehr gewesen wäre, hat man mit der Minikin 3 einen würdigen Nachfolger geschaffen. Die Hauptaufgabe – eine präzise Leistungsabgabe an den Verdampfer – erfüllt das Gerät zuverlässig und macht dazu auch optisch eine wirklich gute Figur.

Technische Daten
NameMinikin 3
HerstellerASMODUS
ErscheinungsdatumJuli 2019
Preisca. 100 €
KategorieAkkuträger, geregelt
Maße84.5 x 36.5 x 46.6 mm
Gewicht189.8 g
MaterialZink-Legierung
DisplayFarb Touch Display
ModiPower, Temp, Curve, TCR, TFR
Akkus2 x 18650
USBUSB Typ C
Leistungsbereich5 - 200 Watt
Widerstandsbereich0.1 - 3.0 Ω
Spannungsbereich6.4 - 8.4 V
SchutzVerpolung, Kurzschluss, Überladung, Tiefentladung, Überhitzung
Zugdauerbegrenzung10 Sekunden
ExtrasVibration, Bewegungssensor, Anschluss für Tisch-Ladestation

 

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.