Aus für CBD in E-Zigaretten

Aus für CBD in E-Zigaretten

Aus für CBD in E-Zigaretten

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in seiner Stellungnahme Nr. 008/2021 vom 04. März 2021 wieder Zusatzstoffe bewertet, die bisher in Tabakzigaretten und E-Zigaretten verwendet werden können.

CBD  Bewertung

Neben einigen anderen Zusatzstoffen, bei denen sich während des Verbrennungsprozesses hauptsächlich eine zunehmende Formaldehydbildung feststellen ließ, wurde auch der gesundheitliche Nutzen von Cannabidiol (CAS-Nr. 13956-29-1) bewertet.

Auszug aus der Stellungnahme

Bezüglich einer Prüfung zur Aufnahme von Cannabidiol (CBD) in die Anlagen 1 und 2 der TabakerzV und einer Erfüllung der Kriterien einer der Kategorien (z. B. gesundheitlichen Nutzen, stimulierende Mischung oder CMR Eigenschaften) ergab sich folgendes:

Der Eindruck eines gesundheitlichen Nutzens lässt sich aus Sicht des BfR zum Beispiel aus der Verwendung des in Europa zur Behandlung der Epilepsie zugelassenen Arzneimittels Epidyolex, das als Arzneistoff synthetisch gewonnenes CBD enthält, ableiten. Diesem liegt ein intrinsischer gesundheitlicher Nutzen inne. Zudem gibt es weitere prä- sowie teils klinische Evidenzen zur Anwendung von CBD bei verschiedensten Krankheiten. Diesen liegen die möglicherweise neuroprotektiven, anxiolytischen, antipsychotischen, analgetischen, antiinflammatorischen, antiasthmatischen sowie antiproliferativen Eigenschaften des Stoffes zu Grunde [13,14,15].

Die Evidenzen für einige dieser Indikationen wurden kürzlich von Pisanti et al. diskutiert und ein therapeutisches Potential von CBD betont. Hieraus lässt sich aus Sicht des BfR eindeutig der Eindruck eines gesundheitlichen Nutzens ableiten [16].

Ferner ergab eine Umfrage von Frontier Data zum Status von CBD in der EU, dass Schmerzbehandlung, Entspannung, Stressabbau und Angstreduktion die Hauptgründe für die Anwendung von CBD sind [17]. Dies spiegelt sich mit Informationen aus den USA [18].

Aus Sicht des BfR kann die Verwendung von CBD in Tabak und Liquids den Eindruck eines vermeintlichen gesundheitlichen Nutzen erwecken.

[13] Fasinu PS et al. (2016) Current Status and Prospects for Cannabidiol Preparations
        as 25, New Therapeutic Agents. Pharmacotherapy 36(7): p. 781-796.
[14] Iffland K. and Grotenhermen F (2017) An Update on Safety and Side Effects of
        Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies. Cannabis and
        Cannabinoid Research 2(1): 139-154.
[15] Devinsky O et al. (2014) Cannabidiol: Pharmacology and potential therapeutic role in
        epilepsy and other neuropsychiatric disorders. Epilepsia 55(6): p. 791-802.
[16] Pisanti S, et al. (2017) Cannabidiol: State of the art and new challenges for therapeutic
         applications. Pharmacol. Ther. 175: 133-150.
[17] https://newfrontierdata.com/cannabis-insights/europes-cbd-market/
[18] Corroon J and Phillips JA (2018) Cannabis Cannabinoid Res. 3(1): 152–161.    

 

Gesundheitlicher Nutzen eigentlich bestätigt

Da hierzulande in der Regel nur reine CBD-Liquids für E-Zigaretten in den Dampfer-Shops vertrieben werden, sollte man meinen, dass die Feststellung des BfR einen eher positiven Effekt für den Dampfer-Markt haben könnte. Der BfR beruft sich in seiner Aussage auch auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse, dass CBD bei den vom BfR genannten Krankheitsbilder auch gute therapeutische Potentiale vorhanden sind. Damit hat der BfR eigentlich den gesundheitlichen Nutzen von CBD bestätigt. Es müsste also gar nicht mehr nur der Eindruck eines gesundheitlichen Nutzens erweckt werden. 

Willkürliche Einstufung der E-Zigarette als Tabakprodukt

Das Problem ist jedoch die Einstufung der E-Zigarette als Tabakprodukt und diesen darf nichts beigemischt werden, was einen gesundheitlichen Nutzen hat oder einen gesundheitlichen Nutzen erweckt.

Tabakprodukte haben schädlich zu sein!

Auch die derzeitige wissenschaftliche Untersuchung einiger Universitäten, die Technologie der E-Zigarette als Verdampfer für medizinische Inhalationsmedikamente nutzbar zu machen, wird daran nichts ändern. Denn eine E-Zigarette aus der Apotheke wird garantiert nicht mit einer E-Zigarette aus dem Dampfer-Shop vergleichbar sein, oder doch?   

Endgültiger Termin steht noch nicht fest

Wann die Einschätzung des BfR in die Anlage 1 und 2 der TabakerzV eingearbeitet wird, wurde leider bisher noch nicht bekannt. Da eine solche Einarbeitung jedoch nicht mit aufwändigen Gesetzesänderungen vergleichbar ist, kann das zwischen Tür und Angel auch recht kurzfristig erfolgen.

Damit ist das Aus für CBD in E-Zigaretten besiegelt, zumindest so lange, bis man eine durchaus vergleichbare Option in der Apotheke, im Reformhaus, oder im Supermarkt kaufen kann.

 

Über den Autor

Manfred Schindler
Manfred Schindler
Servus, Als frei- und nebenberuflicher Journalist/Fotograf und Mitglied im BDFJ (www.bdfj.de) hoffe ich Euch - mit meinen Reportagen und Artikeln - auch immer ein wenig unterhalten zu können.