BfTG veröffentlicht Stellungnahme zum Werbeverbot

Stellungnahme zum Werbeverbot

BfTG veröffentlicht Stellungnahme zum Werbeverbot

Heute, am 10. Dezember 2018, findet im Bundestag eine öffentliche Anhörung zu einem Gesetzentwurf der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen statt. Dabei geht es um das Verbot von Außen- und Kinowerbung für herkömmliche Tabakzigaretten, aber auch für E-Zigaretten. Das Bündnis für Tabakfreien Genuss e.V. (BfTG) hat im Vorfeld der Anhörung folgende Stellungnahme zum Werbeverbot abgeben und an die Mitglieder des Ausschusses verteilen lassen:


Stellungnahme zum Werbeverbot – Bündnis für Tabakfreien Genuss e.V. (BfTG)

Stellungnahme zur Öffentlichen Anhörung des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft am 10. Dezember 2018 zu den vorliegenden Anträgen von Bündnis 90/Die Grünen (Drs. 19/1878) und Die Linke (Drs. 19/2539) zur Einführung eines Werbeverbotes für Tabak- bzw. E-Zigaretten

Die E-Zigarette: Risikoarme Hilfe zum Tabak-Verzicht

Die E-Zigarette ist ein grundsätzlich unterschiedliches Produkt als die Tabak-Zigarette oder als Heated Tobacco (HNB). Sie enthält keinen Tabak. Bei ihrem Konsum werden deutlich weniger Schadstoffe als bei Tabak-Produkten inhaliert (Harm Reduction). Zusätzlich kann die E-Zigarette einen wichtigen Beitrag zum Tabak-Stopp leisten. So schafften schon 6 Millionen Menschen in Europa mit der E-Zigarette den Tabak-Verzicht. Denn Raucher, die E-Zigaretten zur Tabak-Entwöhnung einsetzen, haben eine um 60 Prozent höhere Erfolgsquote, als bei Nikotinersatzpräparaten wie Kaugummi oder Pflaster.(1)

Kein Tabak-Stopp ohne ausreichende Information

Zwar ist die E-Zigarette laut der DEBRA-Studie der Universität Düsseldorf das in Deutschland am häufigsten genutzte Hilfsmittel zum Tabak-Stopp geworden, dennoch ist ihr Potential für den Tabak-Stopp immer noch zu wenig bekannt. Nur ein Drittel (31,1 Prozent) der Bevölkerung weiß, dass E-Zigaretten weniger gesundheitsschädlich sind als Tabak. Raucher, die nicht umfänglich über die E-Zigarette informiert sind, greifen seltener zur risikoärmeren Tabak-Alternative. Das gesundheitspolitische Potential der E-Zigarette wird nicht ausgeschöpft – obwohl die meisten Dampfer binnen eines Monats zu Nichtrauchern werden (91 Prozent) und weitere acht Prozent der E-Zigarettennutzer ihren Tabak-Konsum signifikant reduzieren.(2)

Aufklärung zur E-Zigarette motiviert zum Tabak-Stopp

Eine umfassende Verbraucherinformation zu solchen Fakten – auch per „klassischer“ Werbung – ist wichtig für den Wechsel von Tabak zur E-Zigarette. Daher sollte die Werbung für Ezigaretten möglich bleiben. Die Diskussion zu einem möglichen Werbeverbot für Tabak-Produkte muss von der E-Zigarette abgekoppelt werden. Denn ein Werbeverbot für Ezigaretten festigt letztlich die Position der Tabakzigarette: Raucher bleiben beim schädlichen Tabak.

Befürchtungen, dass E-Zigaretten Jugendliche zum Rauchen verführen (sog. Gateway-Effekt), können dem Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS) zufolge nicht bestätigt werden. Hauptsächlich Raucher, die zu Nichtrauchern werden wollen, interessieren sich für das Produkt. Nur ca. ein Prozent der Dampfer hat zuvor keinen Tabak konsumiert. Ferner liegt das durchschnittliche Einstiegsalter beim Dampfen laut dem IFT München bei 31 Jahren.(3)

Andere Staaten werben bereits aktiv für die E-Zigarette

Mittlerweile kommunizieren viele Staaten die E-Zigarette als gangbaren Weg aus dem Tabak-Konsum. Deutschland sollte diesem Weg folgen und Raucher über die Unterstützungsleistung der E-Zigarette beim Tabak-Stopp informieren.

  • Großbritannien: Die staatliche Tabak-Stopp-Kampagne Stoptober kommuniziert die Ezigarette als risikoärmere und effektive Hilfe zur Tabak-Entwöhnung.
  • Großbritannien: Cancer Research UK, die weltweit größte Wohlfahrtseinrichtung gegen Krebs, setzt sich aktiv für das Dampfen als Mittel zum Tabak-Stopp ein. Die Organisation unterhält z.B. ein Info-Portal für Gesundheits-Personal. Auch die Gesundheits-NGO Action on Smoking and Health plädiert für eine bessere Informierung der Bevölkerung über das Dampfen, um den Tabak-Konsum zu senken.
  • Großbritannien: Die überparteiliche britische Parlamentariergruppe All-Party Parliamentary Group on E-Cigarettes (APPG) setzt sich nachdrücklich für die E-Zigarette ein. Unterstützung kommt auch von der British Psychological Society und dem National Institute for Health and Care Excellence, welches Gesundheitspersonal nahelegt, auch die E-Zigarette zu empfehlen.
  • Niederlande: Auch die Niederlande führen eine Stoptober-Kampagne nach britischem Vorbild durch. Zudem hebt das staatlich unterstützte Hilfsangebot zum Tabak-Stopp Ikstopnu.nl die Risikoreduzierung der E-Zigarette hervor.
  • Belgien: Die belgische Krebsstiftung Stichting tegen Kaker stellt auf der Website Tabakstop.be das Dampfen als gangbaren – und risikoärmeren – Weg aus dem Tabak-Konsum vor.
  • Schweiz: Auch die staatlich geförderte Website Stop-tabac.ch des Institut de Médecine Sociale et Préventive (Universität Genf), die zu den weltweit fünf besten Tabak-Stopp-Websites gehört, befasst sich mit den Vorteilen der E-Zigarette beim Rauch-Verzicht. Auch der Schweizer Fachverband Sucht befürwortet ein Umdenken in der Tabakpolitik pro EZigarette.
  • Neuseeland: Das vormals skeptische Gesundheitsministerium ermuntert inzwischen Raucher, mit der E-Zigarette den Rauch-Stopp zu versuchen.

Viele Staaten machen also die Erfahrung, dass die Aufklärung zum Dampfen das gesundheitspolitische Ziel zur Reduzierung des Tabak-Konsums unterstützt. Hier bestehen in Deutschland noch Handlungsreserven.

Fazit: Werbeverbot für die E-Zigarette konterkariert Tabak-Stopp

Eine Übertragung des Werbeverbots auf die E-Zigarette konterkariert ihr Potential zum Tabak-Stopp. Denn Deutschland verzichtet bislang auf eine staatliche Aufklärung über die positive Rolle der E-Zigarette beim Tabak-Stopp. Ohne konventionelle Werbung haben Raucher so keinen Überblick über ihre Möglichkeiten zum Tabak-Verzicht. Vielmehr bedarf es einer intensiveren Informierung zur E-Zigarette – durch Werbung und staatliche Gesundheits-Kampagnen und Einrichtungen.

 

1 PHE: Public Health England Report, 2018, (PHE publications gateway Nr. 2018769) gov.uk/phe; Farsalinos, K. u.a.: Electronic cigarette use in the European Union, in: Addiction 11/2016, ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27338716; Brown, J. u.a.: Real-world effectiveness of e-cigarettes, Addiction 9/2014, doi:10.1111/add.12623

2 ZIS: Konsumgewohnheiten und Motive von E-Zigaretten-Konsumenten, 2016, bundesgesundheitsministerium.de; Kotz, D. u.a.: The Use of Tobacco, E-Cigarettes, and Methods to Quit Smoking in Germany, Dtsch Arztebl Int 14/2018, aerzteblatt.de / doi: 10.3238/arztebl.2018.0235; Atzendorf, J. u.a.: E-Zigaretten: Einschätzung von Gesundheitsgefahren und Nutzung zur Tabakentwöhnung, Bundesgesundheitsblatt 11/2018, link.springer.com

3 IFT München: Ergebnisse des Epidemiologischen Suchtsurvey 2015, 2017, ift.de; ZIS a.a.O.

Link: https://www.tabakfreiergenuss.org/umfassendes-werbeverbot-fuer-ezigaretten-gefordert/

 


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Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.