Das Ende der Entscheidungsvielfalt

Anlage 2 zu § 27 des Entwurfs des Änderungsgesetzes des vorläufigen Tabakgesetz über zukünftig verbotene Inhaltsstoffe in elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehältern – als unweigerlicher Garaus aller heutigen tabakfreien kommerziellen und privaten Liquidhersteller

Als Kann-Option sind manche Punkte der geplanten Umsetzung der TPD2 durchaus vorstellbar, nur als Muss-Option müssten sich mehr als 3 Millionen Menschen – alleine in Deutschland – von der Willkür eines unüberschaubaren Verwaltungsaktes, der auf abenteuerliche Weise und Lügenmärchen hin zustande kommen soll, maßregeln lassen.

Einen solchen unüberschaubaren Verwaltungsakt hatte die Politik doch erst beim Thema Atomenergie geschaffen. Mehr als 50 Jahre wurde der gesunde Menschenverstand von einem Verwaltungsakt – den auch kein politischer Entscheider im Detail durchschaute – mit Füßen getreten und erst die jüngsten Katastrophen in Japan haben dafür gesorgt, dass die politischen Entscheider endlich zur Vernunft gekommen sind. OK, ein Ausstieg aus der Atomenergie ist etwas langwieriger und komplizierter, als das es von heute auf morgen gehen würde, aber die Weichen sind gestellt und das Ende ist auch für die aktuellen Generationen in greifbarer Nähe.

Muss also beim Dampfen auch erst eine Katastrophe (3 – 5 Millionen nichtrauchende Dampfer, 3 – 5 Millionen Exraucher, geschlossen wieder zurück an die Tabakzigarette) passieren, damit die Vernunft obsiegt?

Betrachtet man die Abscheulichkeiten in Form der Anlage 2 zu § 27 des Entwurfs des Änderungsgesetzes des vorläufigen Tabakgesetz über zukünftig verbotene Inhaltsstoffe in elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehältern, wird einem klar, mit wie viel Energie eine kleine fanatische Gruppe es sich zur Aufgabe gemacht hat, das nur noch Tabak in elektronischen Zigaretten enthalten sein darf.

Bedenkt man, das sich genau diese – jetzt so vehement agierenden Fanatiker – die letzten Jahre als Tabakerzeugnisgegner in der Öffentlichkeit präsentierten und sich feiern ließen, stellt sich die unweigerliche Frage, warum sie ein tabakloses Produkt, unbedingt mit Tabakprodukten gleich stellen wollen.

Ließt man sich die Liste der zukünftig „verbotenen“ Inhaltsstoffe in e-Zigaretten durch,

1. Vitamine und folgende sonstige Zusatzstoffe, die den Eindruck erwecken, dass der Konsum einer elektronischen Zigarette oder eines Nachfüllbehälters einen gesundheitlichen Nutzen hat oder geringere Gesundheitsrisiken birgt:
a) Verarbeitete Bestandteile, Extrakte und Öle folgender Pflanzen: Kamille, Salbei, Pfefferminze, Fenchel, Melisse, Waldmeister, Kardamom, Koriander, Weihrauch, Damiana, Katzenminze, Passionsblume, Lavendel, Zitronenmelisse, Johannis-kraut, Baldrian, Traumkraut, Oregano und Thymian
b) Aminosäuren und modifizierte Aminosäuren, die gemäß § 7 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 in Verbindung mit Anlage 2 Kategorie 3 der Diätverordnung in der jeweils geltenden Fassung für diätetische Lebensmittel zugelassen sind sowie S-Adenosylmethionin und L-5-Hydroxytryptophan
c) Carnitin
L-Carnitin
L-Carnitinhydrochlorid
L-Carnitin-L-Tartrat
d) Flavonoide sowie antioxidativ wirksame Phospholipide
e) Extrakte von Früchten und andere flüssige pflanzliche Erzeugnisse, die mit hohen Vitamingehalten assoziiert werden: Sanddorn, Hagebutte, Weizenkeimöl
f) Melatonin
g) Natriumselenit
2. Koffein, Taurin, oder folgende sonstige Zusatzstoffe und stimulierende Mischungen, die mit Energie und Vitalität assoziiert werden:
a) Maltodextrin
b) Glucose, Fructose und Galactose
c) Bestandteile einschließlich verarbeiteter Bestandteile, Extrakte und Öle der Kaffeepflanze und der Kaffeebohnen
d) Bestandteile einschließlich verarbeiteter Bestandteile, Extrakte und Öle des Teestrauches Camellia sinensis L. Kuntze
e) Bestandteile einschließlich verarbeiteter Bestandteile, Extrakte und Öle der Guaranapflanze
f) Bestandteile einschließlich verarbeiteter Bestandteile, Extrakte und Öle des Mate-Strauches
g) Thujon
3. Zusatzstoffe, die färbende Eigenschaften für Emissionen haben
4. folgende Zusatzstoffe, die das Inhalieren oder die Nikotinaufnahme erleichtern:
a) p-Menthan-3-substitutierte und modifizierte Verbindungen, einschließlich
p-Menthan-3-carboxamide, einschließlich der p-Menthan-3-N-alkylcarboxamide
p-Menthan-3-ester
p-Menthan-3-ether
p-Menthan-3-carbonsäuren und deren Ester
Menthon 1,2-glycerolketal (CAS-Nr. 63187-91-7)
b) p-Menthan-alkohole und deren Ester
c) folgende Verbindungen:
3,4-Dihydro-3-(2-hydroxyphenyl)-6-(3-nitrophenyl)-(1H)-pyrimidin-2-on (CAS-Nr. 36945-98-9)
2-Isopropyl-N 2,3-trimethylbutyramid (CAS-Nr. 51115-67-4)
Isopulegol/ (CAS-Nr. 7786-67-6 oder 89-79-2)
1-(di-sec-Butyl-phoshinoyl)-heptan
d) folgende Aromastoffe:
Menthol (CAS-Nr. 1490-04-6)
(-)-Menthol (CAS-Nr. 2216-51-5)
(+)-Menthol (CAS-Nr. 15356-60-2)
Menthon (CAS-Nr. 89-80-5)
(-)-Menthon(CAS-Nr. 14073-97-3)
(+)-Menthon(CAS-Nr. 3391-87-5)
L-Carvon (CAS-Nr. 6485-40-1)
Geraniol (CAS-Nr. 106-24-1)
Linalool (CAS-Nr. 78-70-6)
1,8- Cineol (Eukalyptol) (CAS-Nr. 470-82-6)
Hydroxycitronellal (CAS-Nr. 107-75-5)
e) folgende aus Pflanzen gewonnene Stoffe:
Öle und Bestandteile, die aus Pflanzen der Gattungen Mentha, Eucalpytos, Ocimum, Thymus und Salvia stammen
5. folgende Zusatzstoffe, die in unverbrannter Form CMR-Eigenschaften haben:
a) Stoffe, die gemäß Teil 3 des Anhangs VI der Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung von Stoffen und Gemischen, zur Änderung und Aufhebung der Richtlinien 67/548/EWG und 1999/45/EG und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (Abl. L 351 vom 31.12.2008, S.1), die zuletzt durch die Verordnung (EU) 2015/491 der Kommission vom 23. März 2015 (Abl. L 78 vom 24.03.2015 S. 12) geändert worden ist, als CMR-Stoffe der Kategorie 1A, 1B oder 2 eingestuft sind
b) folgende weitere Stoffe:
Birkenteeröl (CAS-Nr. 8001-88-5 und CAS-Nr. 85940-29-0)
Wacholderteeröl (CAS-Nr. 8013-10-03)
Sassafrasöl
Sassafrasholz
Sassafrasblätter
Sassafrasrinde
Methyleugenol (CAS-Nr. 93-15-2)
Estragol (CAS-Nr. 140-67-0)
Para-Hydroxybenzoesäure-Propylester (CAS: 94-13-3)
6. folgende Inhaltsstoffe außer Nikotin in der Flüssigkeit, die in erhitzter oder nicht erhitzter Form ein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellen:
a) folgende Aromastoffe:
Diacetyl (2, 3-Butandion) (CAS-Nr. 431-03-8)
2,3-Pentandion (CAS-Nr. 600-14-6)
2,3-Hexandion (CAS-Nr. 3848-24-6)
2,3-Heptandion (CAS-Nr. 96-04-8)
Cumarin
b) folgende aus Pflanzen gewonnene Stoffe:
Bittermandelöl
Verarbeitete Bestandteile und Extrakte des Engelsüßwurzelstocks
Verarbeitete Bestandteile, Extrakte und Öle, die aus der der Pflanze Poleyminze stammen
Agarizinsäure“.

 

wird einem die Antwort auf diese Frage offenbar, denn zukünftig darf nur noch Tabak – als einziger Zusatz- bzw. Aromastoff – in elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehälter enthalten sein.

Damit schließt sich der Kreis. Man schafft mit dem Änderungsgesetz des vorläufigen Tabakgesetz ein Faktum (in elektronischen Zigaretten darf nur noch Tabak bzw. Tabakaroma als einziger Zusatzstoff enthalten sein) und liefert damit auch gleich die unweigerliche Begründung, warum alle elektronischen Zigaretten und Nachfüllbehälter  Tabakprodukte sind. Über die politische Debatte und über die Beratungskosten externer unabhängiger Spezialisten und Fachleute was als Nachfüllbehälter so alles angesehen werden muss, freue ich mir heute schon den Wolf.

Denn wenn man die Definition des Nachfüllbehälters aus dem Gesetzesentwurf nimmt,

    1c.    „Nachfüllbehälter“ ein Behältnis, das eine nikotinhältige oder nicht nikotinhältige Flüssigkeit enthält, die zum Nachfüllen einer elektronischen Zigarette verwendet werden kann,

fallen darunter unweigerlich alle Behälter und Darreichungsformen für Flüssigkeiten, die derzeit in der Medizin, im Haushalt, in der Gastronomie und im sakralen Umfeld zum Einsatz kommen.

Was bleibt, sind alle Behälter aus Materialien, die bei Kontakt mit Flüssigkeit in ihre Bestandteile zerfallen. Das macht es für eine regulierende und überwachende Behörde eigentlich unmöglich, alle Behältnisse mit denen man Flüssigkeiten (ja, auch Mineralwasser ist eine nicht nikotinhaltige Flüssigkeit) lagern, verarbeiten und verbrauchen kann, nach dem neuen vorläufigen Tabakgesetz zertifizieren zu müssen. Aber was kümmert das den Gesetzgeber? Hauptsache man hat mal ein Gesetz novelliert und wenn man es heutzutage wenigstens zu einer Novelle geschafft hat, dann reicht das ja in der Regel bereits als Lichtblick auf dem politischen Erfolgsbarometer aus. Hat ja keiner gesagt, das man ein Gesetz sinnvoll novellieren soll und erst recht nicht muss.   

Wir stehen aktuell vor anderen, weit aus wichtigeren Herausforderungen. Politiker formulieren gerade in diesen Tagen der abscheulichen Gewalt wieder vermehrt den Wunsch nach Integrierung als Heilmittel der Verständigung zwischen den Völkern und Religionen und haben doch selbst kein funktionierendes Konzept im Angebot.

Mit der blinden Absegnung der geplanten Novelle des vorläufigen Tabakgesetz würde sich die Politik ein wertvolles und wichtiges Instrument der Integration, ein Instrument, das genau den Anspruch auf Integration erfüllt und Menschen aller Kulturen und Religionen uneingeschränkt in Form eines Genusmittels vereint, aus den Händen nehmen lassen. Und das nur zum Wohle und zur Profilierung einer Organisation, dessen Gesundheitsglaubwürdigkeit sie in der Öffentlichkeit schon lange selbst verspielt hat.

Wer am 02. und 03.05.2015 auf der „HOOKAH Fair“ meets „VAPOR Fair “ in Frankfurt am Main seine Augen – lange vor dem Einsetzen des aktuellen Flüchtlingsstroms – offen hatte, der hat nicht nur gesehen, das Integration funktioniert, nein, der hat es sogar gefühlt, dass man Menschen aller Kulturen und Religionen mit einem einfachen Genusmittel (e-Shisha und e-Zigarette) verbinden und integrieren kann. Und das nur, weil es zu diesem Zeitpunkt noch keine unmenschlichen Regelwerke gab, die eine Chance zur Kommunikation, des gegenseitigen Verständnisses unterbunden haben.    

Gehen wir zurück in die Geschichte, als Deutschland in Trümmern lag, schier unendliche Flüchtlingsströme – zu denen meine Familie damals auch zählte – in das am Boden liegende Land kamen und die Siegermächte durch die Orte und Strassen streiften. Was hat die ehemaligen Feinde damals oft zusammen gebracht, was hat das Eis zwischen Siegern und Besiegten oft gebrochen. Es war die Tabakzigarette, die ein amerikanischer Soldat bereitwillig den Besiegten reichte, um ein Gespräch der Verständigung zu beginnen.  

Und was ist daraus geworden? Sieger und Besiegte des zweiten Weltkrieges gehen heute als Freunde durch das Leben.  

Das soll nicht heißen, das wir den Frieden nach dem zweiten Weltkrieg allein der Tabakzigarette zu verdanken haben, aber sie hat als Türöffner der Völkerverständigung sicher ihren nicht von der Hand zu weisenden Anteil daran gehabt.  

Und das soll auch nicht heißen, dass die e-Shisha, oder die e-Zigarette das Allheilmittel im Kampf gegen den Terrorismus, oder die allumfassende Lösung jedweden Völkerkonflikts der zu Massenflüchtlingsströmen führt darstellt.  

Aber warum kann man nicht wenigstens ein mal aus der Geschichte lernen und die aktuellen Genusmittel (e-Shisha und e-Zigarette), die erwiesenermaßen den heutigen Zweck erfüllen – Menschen (auch integrativ) zusammen zu bringen – nutzen, damit sich eine Völkerverständigung – wie damals mit der Tabakzigarette – entwickeln kann.

Wenn das Genusmittel e-Shisha/e-Zigarette seinen diesbezüglichen Sinn und Zweck erfüllt hat, kann man ja immer noch darüber nachdenken, ob man es sich leisten will und kann, Mittel (auch Genusmittel) der friedlichen Kommunikation und des friedlichen Austauschs, so einfach auf Spiel setzen zu wollen.

Stellt Euch vor, es gäbe keine Liquids mehr, werden wir Euch in der Ausgabe 12 des DAMPFERmagazins fragen. Der Tag, an dem dies passieren kann ist nicht erst morgen oder übermorgen, nein, der Tag kann bereits gestern gewesen sein, wenn ihr das hier gelesen habt.

Und das ganz unabhängig und losgelöst von der mittlerweile hinlänglich erwiesenen Tatsache, das die e-Zigarette – im Vergleich zur Tabakzigarette – um rd. 95 % gesünder ist!

Über den Autor

Manfred Schindler
Manfred Schindler
Servus, Als frei- und nebenberuflicher Journalist/Fotograf und Mitglied im BDFJ (www.bdfj.de) hoffe ich Euch - mit meinen Reportagen und Artikeln - auch immer ein wenig unterhalten zu können.

14 Kommentare zu "Das Ende der Entscheidungsvielfalt"

  1. Glory B. Goode | 16. November 2015 um 16:32 |

    Großartig. Alle Raucher werden Raucher bleiben, die Rentenkassen bleiben geschmeidig, die Tabaklobby floriert. Den erfahrenen Dampfer nervt das Ganze nur noch, er besorgt gerade Equipment um Nikotin zu extrahieren und zu aromatisieren, wie er möchte. Wenn die Watte im Drogeriemarkt nur noch gegen Giftschein raus gegeben wird, sind wir im Bilde, dass die Macht nun ganz mit den Dummen ist. Sorry liebe Regierung, aber das ist Bullshit zum Quadrat, mit dem ihr die Gesundheitspolitik zurück in die Steinzeit manöviert.

  2. Schwimmendes Federvieh | 16. November 2015 um 16:59 |

    Ausser Menthol verstehe ich bzgl. tatsächlicher genutzter Aromen nur Bahnhof. Was genau ausser Menthol verbietet die TPD denn? Ich meine jetzt in allgemeinverständlicher Sprache. „Extrakte“ würde ich eh lieber nicht dampfen, tut m. W. auch niemand.

  3. Ich bitte euch alle, lassen wir uns sowas nicht gefallen wenn es denn wirklich so kommt. Die machen mit uns was sie wollen hauptsache das Geld fliesst (wieder) Das sind Mörder die machen scih die Gesetzte so wie es ihnen passt und nicht wie es für uns am gesündesten wäre. So machen nur Diktstoren Politik nicht aber vernünftige Bürgernahe Volksvertreter!!

  4. Lasse Gustav | 17. November 2015 um 00:05 |

    Das hat nichts mehr mit Gesundheitspolitik zu tun, sondern soll lediglich möglichst viele Dampfen möglichst schnell aus den Rentenkassen entfernen. Deutlicher: Töten und dabei vorher noch möglichst viele Steuern zahlen!

  5. Der Artikel ist, um es durch die Blume auszudrücken, und mit äußerstem diplomatischen Wohlwollen zu formulieren: nicht gerade Pulitzer-Preis verdächtig… Die Analogien halte ich für absolut verfehlt und hoffe, dass dieser Artikel es nicht in die Druckausgabe schafft.
    Auch einige Kommentare lassen alles an Niveau vermissen, welches ich dem Engagement „pro Dampfen“ wohl wünschen möchte.

  6. Außer Menthol, steht da beispielsweise Kaffee, Taurin, Tee, alle Kräuter, etc.. Da geht es aber nicht nur um die Rohstoffe alleine, sondern auch um deren Extrakte und ein Aroma ist letztlich ein Extrakt, das sich entweder natürlich oder naturnah bzw. naturidentisch entwickeln (vom Rohstoff – egal ob natürlich oder naturidentisch – extrahieren) lässt.

    Also kein Liquid mehr mit Kaffee-, Espresso-, Latte-, Energiegeschmack. Auch nix mehr mit Früchten, weil die sind für alle Kinder das Erstrebenswerteste auf der ganzen Welt und das muss aus diesem Grund sowieso schon verboten werden. Denn Kinder, die nur schwer zum essen eines Apfels zu bewegen sind, könnten ja plötzlich einen Hype entwickeln und den Apfel anstatt essen unbedingt dampfen wollen und dann ist es selbstverständlich, das das gleiche Kind natürlich schnurgerade sich eine Tabakzigarette anstecken will, weil ja der gedampfte Apfel so lecker war. Ups, sorry, war ja kein Apfel, war ja eine Mango. Egal!
    In der Liste sind beispielsweise auch Stoffe genannt, aus denen Vanillearomen entstehen. Also auch nix mehr mit Vanille-Custard Liquid, oder all dem anderen „Premium-Liquid“ aus Amerika in dem Vanille-Aroma enthalten ist. Und die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Amerika und der EU werden wegen ein paar Liter nicht verkauftem US-Premium-Liquid sicher nicht leiden, was also sicher eine zu vernachlässigende Größe darstellt und man allein deshalb beim Gesetzentwurf darüber auch nicht nachdenken wird/muss.

    Des weiteren sollen alle Aminosäuren verboten werden, diese sind beispielsweise in Karotten, Tomaten, Bananen, Mandarinen, Orangen, Papaya, Milch, Bohnen, Erdnüssen, Mandeln, etc. enthalten. Also nix mehr mit Frucht- und Nuss-Liquid und schon gar kein Käsekuchen- oder Popkorn-Liquid mehr, denn in Mais sind auch solche – ach so schädlichen – Aminosäuren enthalten, insofern nicht nur der Kinder wegen, Schluss mit fruchtig.

    Was letztlich bleibt ist Tabak, bzw. Tabakaroma. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wenn also in Deiner Dampfe – Schwimmendes Federvieh – ausschließlich Tabakaroma drin ist, dann kannst Du Dich zurücklehnen und die TPD2 genießen. Du wirst in Zukunft nur noch Liquid kaufen können, was genau Deinem Geschmack entspricht. Wenn Du was dampfen möchtest, was einen anderen Geschmack als Tabak haben soll, dann musst Du Dich in Berlin vor der nationalen Umsetzung der TPD2 beschweren gehen. Im Januar 2016 kann es bereits zu spät dafür sein.

  7. Schwimmendes Federvieh | 17. November 2015 um 11:20 |

    Nein, die in kommerziellen Liquids enthaltenen Aromen sind gerade *keine* Extrakte, sondern wenn man so will „Kopien“, zwar irgendwie „natürlich“ hergestellt aber nicht aus den Pflanzen etc. deren Namen sie tragen.

  8. Wenn Du Nein sagst, dann kennst Du das Liquid der Marke EGO|GREEN® nicht. Mehr als 40 Geschmacksrichtungen, die alle mit natürlichen Aromen hergestellt sein sollen. Oder die neue Serie ORGANIC von Dr. Born Premium Liquid, oder die 12 neuen Sorten der „natural“ und „life“ Serie aus dem Hause VON ERL., oder diverses Liquid aus dem Hause DEA, oder, oder, oder, um nur mal ein paar zu nennen.

    Derzeit sind nur 15 „echte“ künstliche Aromen in der Lebensmittelindustrie zugelassen und stellen einen vergleichsweise geringen Verwendungsanteil dar. Am häufigsten findet man natürliche und naturnahe Aromen nicht nur in Lebensmitteln, sondern auch im Liquid, für das ja bekanntermaßen überwiegend Lebensmittelaromen verwendet werden. Ein natürliches Aroma wird durch verschiedene Möglichkeiten der Extraktion gewonnen, während ein naturidentisches Aroma durch chemische Synthese oder durch Isolierung mit chemischen Verfahren gewonnen werden.

    Das am häufigsten verwendete synthetische (künstliche) Aroma ist Ethylvanillin (Vanille), welches unter anderem aus Sulfitabfällen aus der Papierproduktion durch den Einsatz von Temperatur, Druck und chemischen Verfahren gewonnen (extrahiert) wird. Man kann es betrachten wie man will, oder auch drehen und wenden wie man will, ein Extrakt ist letztlich auch ein künstliches (synthetisches) Aroma, denn es entsteht ja nicht aus nichts, sondern aus Stoffen, die Mithilfe chemischer Verfahren neue Stoffe entstehen lassen. Extrahierung bedeute ja nichts anderes als Trennungs- oder auch Gewinnungsverfahren. Wäre aber schön, wenn ein Liquidhersteller sich dazu mal zu Wort meldet und sagt, welchen Anteil synthetische (künstliche) Aromen in der überwiegenden Zahl der Liquid hat. Da ich mich in der letzten Zeit mit Liquid beschäftigt habe, in dem ausschließlich natürliche und naturnahe Aromen zum Einsatz kommen, die aus echten Pflanzen etc. gewonnen (extrahiert) wurden, kann meine Sichtweise durchaus derzeit auch etwas eingeschränkt sein.

    Nur verzichten möchte ich auf alle natürlichen Aromen im Liquid nicht und einen zwangsweisen Verzicht – wie ihn die nationale Umsetzung der TPD2 im Entwurf derzeit vorsieht – lehne ich kategorisch ab.

  9. Schwimmendes Federvieh | 17. November 2015 um 13:24 |

    Du bestätigst mich also was die sachliche Komponente Deines Artikels betrifft. Es ergibt vielleicht (!) eine kleine Einschränkung – was zugegebenermaßen schlimm genug istaber weitaus nicht genug um eine solche Panikmache und Sensationsheischerei zu begründen nebst unmöglichen populistischen Vergleichen.

    Vielleicht solltest Du überlegen den Artikel vom Netz zu nehmen. Du schadest dem DM extrem und fehlinformierst Deine Mitdampfer. Aber das bleibt natürlich Dir überlassen.

  10. Na jetzt muss ich dann mal NEIN sagen, ich bestätige Dich nicht, denn laut Deiner Aussage seien ja nur synthetische (künstliche) Aromen im Liquid enthalten, was ich definitiv NICHT bestätigt habe und auch nicht bestätigen kann. Aber egal!

    Und wenn Du ein Freund und Befürworter des Entwurfes der nationalen Umsetzung der TPD2 oder gar ein versteckter Lobbyist der Pharma- oder Tabakindustrie bist und meinen Artikel als Panikmache interpretierst, na dann kann man verstehen, warum Du mich persönlich angreifst und leider (wie so oft) wieder nur die Dampfer gegen die Dampfer aufwiegeln willst.

  11. Schwimmendes Federvieh | 17. November 2015 um 15:08 |

    Witzknubbel. Ich greife nicht Dich an, ich greife Deinen Artikel an. Verdreh mir nicht die Worte im Mund, junger Freund.

  12. Hallo Axe,
    vorweg: ich bin absolut gegen die Beschränkung der Aromenvielfalt.
    VOR Inkrafttreten der EU-weiten Positivliste (seit 2012/13) für Aromen in Lebensmitteln waren in Deutschland nur 15 „künstliche“ Aromastoffe zugelassen.
    Die Positivliste umfasst deutlich mehr 2000 Aromastoffe. Ich bitte außerdem zu beachten, dass es seit 2011 nur noch „Aromen“ (darunter sind künstliche UND naturidentische Aromen zusammengefasst) und „natürliche Aromen“ gibt.
    Künstliche Kaffeearomen gibt es übrigens auch….
    Ich kenne mich wahrlich in dem Thema nicht aus – dein Artikel hat mich erst in Schrecken versetzt. Nur reagiere ich bei Schrecken nicht mit Panik, sondern ich fange an, mich selbst zu informieren.
    Auch wenn ich, wie eingangs gesagt, jede Einschränkung ablehne: bitte recherchieren statt schwarzmalen.

  13. Ich sollte mich selbst korrigieren: es gibt synthetisch hergestelltes Kafeearoma (nicht „künstliches“)

  14. Hallo Rembetissa,

    vielen Dank für Deine Information und Deine Hinweise. Werde das beherzigen.

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