DEBRA Studie offenbart klare Erkenntnisse

DEBRA Studie 2021/01

DEBRA Studie offenbart klare Erkenntnisse

Die jüngste Veröffentlichung der DEBRA Studie (Deutsche Befragung zum Rauchverhalten) offenbart klare Erkenntnisse. Während der Anteil der Raucher im Jahr 2020 von 25,4 % auf 27,5 % um über 2 % anstieg, sank die Zahl der E-Zigarettennutzer von 1,6 % auf 0,9 % ab.

DEBRA Studie 2021/01

DEBRA Studie 2021/01

Derber Schlag ins Gesicht der Tobacco Harm Reduction

Nicht zuletzt die Zwangsschließung der E-Zigarettenverkaufsstellen in vielen Bundesländern sorgte dafür, dass die überwiegend dort stattfindende Beratung von Menschen in Deutschland, die von der Tabakzigarette loskommen wollten, massiv ausgesetzt werden musste. Ein derber Schlag ins Gesicht der Tobacco Harm Reduction Bemühungen, denn an der Supermarktkasse kann sicher keine diesbezügliche Beratung stattfinden.

Auch die Zahl der E-Zigarettennutzer unter 18 Jahren sank von 1,7 % auf 1,6 % ab. In Zahlen: Von den rd. 765 Tausend E-Zigarettennutzern sind aktuell 12 Tausend unter 18. Keine Frage, dass sind 12 Tausend zu viel und man muss sich die Frage gefallen lassen, wie diese Menschen an die E-Zigaretten – zumeist über das Ausland – kommen konnten.

DEBRA Studie 2021/01

Allerdings müssen sich die Tabakzigarettenverkäufer dieser Frage noch viel intensiver stellen, denn von den aktuell 23,4 Millionen Rauchern sind rd. 10 % also rd. 2,4 Millionen Menschen unter 18.

E-Zigarette ist kein Einstieg zum Tabakzigarettenkonsum

Die Verschiebung der Zahlen (- 0,7 % E-Zigarettennutzer im Vergleich zu + 2,1 % Tabakzigarettennutzer) zeigt deutlich, dass die E-Zigarette nicht als Einstieg zur Tabakzigarette in Deutschland verwendet wird.

Bei der DEBRA Studie reden wir nicht von einer Studie, die von der Tabak- oder von der E-Zigarettenbranche in Auftrag gegeben wurde.

Die Deutsche Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA) Studie ist eine zweimonatliche, repräsentative, persönlich-mündliche Befragung zum Konsum von Tabak und alternativen Nikotinabgabesystemen (ANDS, wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer) in der deutschen Bevölkerung. Die Studie wird vom Schwerpunkt Suchtforschung und klinische Epidemiologie am Institut für Allgemeinmedizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf durchgeführt. Die Studie wird vom Bundeministerium für Gesundheit (2019 – heute) und dem Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (2016 – 2019) gefördert.  

Bundeministerium für Gesundheit winkt Gesetzentwurf durch

Insofern muss sich das Bundesministerium für Gesundheit schon die Frage gefallen lassen, warum man erst kürzlich den von der SPD vorgelegten Gesetzentwurf zum Tabaksteuermodernisierungsgesetz so easy durchgewunken hat. Denn mit diesem Gesetz wird die Zahl der Tabakzigarettenraucher weiter massiv ansteigen.

Wenn von den regierenden Politikern eine so unverständliche Politik gemacht wird, braucht man sich nicht wundern, wenn sie alle ihre Führungspositionen im Herbst verlieren werden.

Gemeinsam statt Gegeneinander für eine Tabakrauchfreie Welt.

Die vollständige Studie findet Ihr hier.

Über den Autor

Manfred Schindler
Manfred Schindler
Servus, Als frei- und nebenberuflicher Journalist/Fotograf und Mitglied im BDFJ (www.bdfj.de) hoffe ich Euch - mit meinen Reportagen und Artikeln - auch immer ein wenig unterhalten zu können.