Desaster oder Designerstück? Die Smoant Rabox

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Desaster oder Designerstück? – Die SMOANT RABOX

RaboxEs gibt viele Boxen, die einfach nur langweilig, lieblos und eintönig aussehen. Die Smoant Rabox gehört sicher nicht in diese Kategorie. Ihr extremes Äußeres geht in die genau andere Richtung. Das klobige, rustikale und vor allem ungewöhnliche Aussehen zieht viele Blicke auf sich, ob nun aus Mitleid, Verwunderung oder Neugierde, das bleibt fraglich.

Seit einiger Zeit habe ich die Smoant Rabox nun im Test. Da sie anfangs nicht in Deutschland erhältlich war, habe ich sie mir bei Heavengifts besorgt. Inzwischen ist die Box auch bei mehreren Deutschen Händlern verfügbar.

Während meines Tests hatte ich die Box häufig unterwegs dabei. Nicht etwa weil sie gut in der Hand liegt – das tut sie nämlich keineswegs – sondern um die Reaktionen anderer Personen zu testen. Interessanterweise war von „schmeiß weg“ bis zu „Boah, ist die cool!“ alles dabei.

Das beweist mal wieder: Geschmäcker sind vielfältig und selbst für die sonderbarsten Geräte finden sich Liebhaber.

RaboxLassen wir also das rein Optische mal außen vor und betrachten die Smoant Rabox als das, was sie eigentlich ist, ein Akkuträger mit integriertem Akku.

Einblicke

In einer Art Metallrahmen, der an einen Überrollbügel aus dem Motorsportbereich erinnert, steckt eine gut sichtbare Platine mit allerlei „Innereien“. Der Rahmen ist dabei mit einer Keramikfarbe überzogen, was einerseits dem Schutz gegen Verkratzen dienen soll, sich aber auch in der Haptik positiv bemerkbar macht.

RaboxGeschützt wird die Elektronik durch zwei PMMA-Acrylplatten, die beidseitig mit Torx-Schrauben über kleine Abstandhalter am Rahmen befestigt sind. Da sich an den schmalen Seiten keine solche Abdeckung befindet, hat man hier also „freien Zugang“ zur Platine und zum fest verbauten Akku. Ein Display ist nicht vorhanden. Stattdessen befinden sich mehrere LEDs auf der Platine, die je nach Farbe den Ladestand des Akkus, bzw. den Modus symbolisieren können.

Der 510er-Anschluss macht einen stabilen Eindruck und ist in einer kleinen Metallplatte angebracht, die mit dem Rahmen verschweißt wurde.

RaboxAuf der einen Seite befindet sich ein recht klein geratener Feuertaster, er hat leider einen recht harten Druckpunkt. Drück man die Taste, dann muss man dazu relativ viel Druck ausüben. Das hat den Nebeneffekt, dass sich der Taster nach einiger Zeit recht unangenehm auf der Fingerkuppe bemerkbar macht. Das hört sich aber vielleicht dramatischer an, als es ist, denn blaue Flecken muss man hier nicht erwarten. Allerdings ist dieser Punkt bei anderen Boxen oftmals besser gelöst.

RaboxEbenfalls etwas ungewöhnlich gelöst ist der Wechsel zwischen HIGH und SOFT Modus. Dazu befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite ein Mikro-Kippschalter. Da der Schalter einige Millimeter aus dem „Gehäuse“ ragt, er aber lediglich durch die Befestigung auf der Platine gehalten wird, besteht hier die Gefahr, dass man sich den Schalter beim Transport verstellt oder gar abbricht. 

Der Modus HIGH liefert konstant 5 V, ist allerdings auf eine maximale Ausgangsleistung von 100 Watt beschränkt. Daraus folgt rechnerisch ein 20 A Limit für die Box. Der SOFT Modus liefert die aktuell vorhandene Akkuspannung, also ähnlich einem mechanischen Akkuträger, bei dem die Spannung während der Nutzung stetig sinkt.

Disco-Feeling inklusive

Beim Wechseln, also beim Betätigen des Kippschalters, gibt die Smoant Rabox einen recht lauten und schrillen Piepton aus, wie man ihn von Rauchmeldern kennt. Wem das noch nicht auffällig genug ist, der kann sich über ein wildes Blinken der farbigen LEDs während des Dampfens freuen. Disco-Feeling pur, fehlt nur noch der Nebel, aber den kann man sich ja selbst produzieren.

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Die Elektronik ist laut Hersteller durch eine hauchdünne, aufgesprühte Nano Schutzschicht gegen Feuchtigkeit und Spritzwasser geschützt (nicht wasserdicht). Ein auslaufender Verdampfer sollte also nicht gleich das Ende der Box bedeuten. Meine Hand ins Feuer legen würde ich dafür jedoch nicht.

RaboxDie integrierte Lithium-Polymer Zelle soll laut Hersteller eine satte Kapazität von 3300 mAh haben, was ich allerdings im Test nicht nachvollziehen konnte. Beim Laden über den Micro-USB wurde der Akku von der Ladeelektronik mit etwa 0,8 A geladen. Nach etwa 2800 mAh war die Zelle bereits voll. Die tatsächliche Kapazität dürfte sich also eher in diesem Rahmen bewegen.

Separate Entgasungslöcher sind selbstverständlich bei einer solch „offenen“ Bauweise nicht notwendig. Der 510er-Anschluss macht einen recht stabilen Eindruck und bietet auch für übergroße Verdampfer ausreichend Platz.

Fazit

Technisch gesehen ist die Smoant Rabox keine Revolution. Was man hier vorfindet, hat man so oder so ähnlich schon vor Jahren bei anderen Boxen gesehen. Das bunte Flackern der LEDs und die lauten Pieptöne sorgen allerdings dafür, dass man mit dieser Box auf jeden Fall auffällt. Die vom Hersteller angegebene Kapazität von 3300 mAh lies sich im Test nicht bestätigen, mit 2800 mAh ist die Kapazität dennoch ausreichend um damit über den Tag zu kommen.

Die Handhabung selbst ist extrem einfach, da es außer dem Schalter zwischen HIGH und SOFT, sowie dem Feuertaster keine weiteren Bedienelemente gibt. Allerdings liegt die Box wie ein Ziegelstein in der Hand und ist weit von einer ergonomischen Haptik entfernt.

RaboxDie Smoant Rabox erweckt durch ihr optisches Erscheinungsbild den Eindruck besonders robust und widerstandsfähig zu sein, leider ist aber das Gegenteil der Fall. Beim Transport ist daher höchste Vorsicht geboten, wenn man keine Beschädigungen riskieren möchte. Auch die Elektronik der Smoant Rabox betrachte ich – trotz Nano-Beschichtung der Platine – als anfällig für äußere Einwirkungen. Das führt dazu, dass ich die Alltagstauglichkeit dieser Box leider als sehr eingeschränkt bewerten muss.

Wer jedoch ein auffälliges Vitrinen Stück oder ein Gesprächsthema für den nächsten Stammtisch sucht, ist mit dieser Box allerdings bestens bedient.

Technische Daten & Info

Abmessungen 70 x 90 x 31 mm
Gewicht: 288 g
Widerstandsbereich: 0.1 – 5.0 Ohm
Max Output: 100 Watt
Akku: Li-Po Zelle
Kapazität: 3300 mAh (laut Hersteller) – gemessen ca. 2800mAh

Preis: ca. 100 – 120 Euro



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Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.

3 Kommentare zu "Desaster oder Designerstück? Die Smoant Rabox"

  1. Mich erinnert das Gehäuse an den Raspberry Pi
    Und solch einen hätte ich ja liebend gerne.

    Wenn, dann aber doch die Dalton Box aus Austria von Stefan Wölflinger

  2. Hässlicher geht es wohl nicht mehr……….

  3. Hässlicher geht es nicht mehr……….

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