Die faulen Tricks der BzgA

Die faulen Tricks der BzgA

Die faulen Tricks der BzgA

Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung den Konsum von E-Zigaretten unter Jugendlichen künstlich hochrechnet

Fast wäre es in der allgemeinen Negativ-Berichterstattung über die E-Zigarette untergegangen: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat am 12. September neue Zahlen zum Thema „Rauchen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland“ veröffentlicht [1]. Darin werden die faulen Tricks der BzgA offensichtlich.

Sämtliche Studien haben in der Vergangenheit darauf hingedeutet, dass E-Zigaretten für Jugendliche kaum ein Thema sind. Die BzgA glaubt dennoch, einen nennenswerten Anstieg beim Konsum von E-Zigaretten unter Jugendlichen zu erkennen [2]. Gleichzeitig kramt man den längst mehrfach widerlegten Gateway Effekt hervor. So wird BzgA-Leiterin Heidrun Thaiss unter anderem mit den Worten zitiert: „Jugendliche, die E-Zigaretten konsumieren, neigen eher dazu, mit dem Rauchen von Tabakzigaretten zu beginnen.

Man kommuniziert diese Zahlen und Befürchtungen natürlich auch gegenüber der Presse und stellt zur besseren Verständlichkeit den Anstieg in einem Schaubild [3] grafisch dar.

Die faulen Tricks der BzgA

Quelle: BzgA / Infoblatt_Rauchen_Alkoholsurvey_2018.pdf

Der Stern titelt darauf hin „Junge Leute in Deutschland konsumieren häufiger E-Zigaretten[4].

Die faulen Tricks der BzgA

Quelle: www.stern.de

Betrachtet man die Studie doch etwas genauer, merkt man schnell, dass an den Schlussfolgerungen etwas nicht stimmt.

  1. Es handelt sich bei der Betrachtung um die 30-Tage-Prävalenz. Das bedeutet es wird jeder Jugendliche gewertet, der innerhalb der letzten 30 Tagen mindestens einmal an einer E-Zigarette gezogen hat. Die Zahl sagt nichts darüber aus, ob derjenige dauerhaft E-Produkte dampft, eine eigene E-Zigarette besitzt oder vielleicht nur aus Neugierde einmal kurz an der E-Zigarette eines Freundes gezogen hat.
  2. Man unterscheidet in der Grafik E-Zigaretten von E-Shishas. Technisch gesehen sind das aber eigentlich die gleichen Produkte. Selbst die BzgA definiert: „Hauptsächlich unterscheiden sich die E-Zigarette und E-Shisha darin, dass E-Shishas in der Regel kein Nikotin enthalten, während der Gehalt bei E-Zigaretten frei gewählt werden kann.
    Tatsächlich ist es wohl eher so, dass heutzutage kaum noch jemand eine E-Zigarette unter dem Namen E-Shisha anbietet und sich die Bezeichnung E-Zigarette ganz einfach durchgesetzt hat. Dieser Punkt erlaubt es der BzgA aber, hier ein wenig zu tricksen, denn während der Balken bei den E-Zigaretten um 0,6 Prozentpunkte angestiegen ist, ist der Balken im gleichen Zeitraum bei den E-Shishas um 0,5 Prozentpunkte gesunken. Verkauft wird dies jedoch als Anstieg bei den E-Zigaretten.

Anders ausgedrückt

2016

3,6% bei E-Zigarette + 3,5% bei E-Shisha = 7,1 % bei E-Produkten

2018

4,2% bei E-Zigarette + 3,0% bei E-Shisha = 7,2 % bei E-Produkten

Die faulen Tricks der BzgA

Der Anstieg von 2016 bis 2018 liegt gerade einmal bei 0,1%, obwohl sich der Umsatz der Branche nahezu verdoppelt hat.

Fazit

Es hat also innerhalb der letzten zwei Jahre lediglich einen Anstieg von 0,1 % gegeben. Das ist insbesondere unter dem Aspekt bedeutsam, da sich der Umsatz in der Branche in den letzten beiden Jahren nahezu verdoppelt hat. Man könnte aus den Zahlen daher auch lesen, dass fast alle neu hinzugekommenen Konsumenten erwachsene Verbraucher sind. Der Jugendschutz funktioniert also und auch die (angeblich an Kinder gerichtete) Werbung scheint keinen negativen Einfluss auf Jugendliche zu haben. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung scheint dies jedoch völlig anders zu interpretieren.

[1] https://www.bzga.de/fileadmin/user_upload/PDF/studien/Alkoholsurvey_2018_Bericht-Rauchen.pdf

[2] https://www.bzga.de/presse/pressemitteilungen/2019-09-12-nichtrauchen-bleibt-im-trend-aber-konsum-von-wasserpfeifen-und-e-produkten-steigt-bei/

[3] https://www.bzga.de/fileadmin/user_upload/PDF/pressemitteilungen/daten_und_fakten/Infoblatt_Rauchen_Alkoholsurvey_2018.pdf

[4] https://www.stern.de/news/junge-leute-in-deutschland-konsumieren-haeufiger-e-zigaretten-8900976.html

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Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.