Die Qual der Wahl – UPDATE

Es ist nun ein paar Tage her, da hat eine neue Studie in Dampferkreisen für viel Wirbel gesorgt. Nach wie vor möchten wir als DAMPFERmagazin keine „Empfehlung“ abgeben, weder zur Teilnahme, noch dagegen. Dennoch ist es Zeit für ein kleines Update:

Zwischenzeitlich wurde die Beschreibung der Studie geändert. Der Passus „Für die Entwicklung von präventiven Maßnahmen, gezielter Aufklärung und einer zielgruppenspezifischen Ansprache sind die Ergebnisse von großer Bedeutung.“ der von vielen sehr skeptisch betrachtet wurde, ist inzwischen entfernt worden. Es ist anzunehmen, dass die stellenweise große Kritik an dieser offensichtlichen „Zielsetzung“ dazu geführt hat, diesen Satz zu entfernen.

studienbeschreibung_05-08-15

Studienbeschreibung 06-08-15
Ob damit allerdings nur an der Oberfläche poliert wurde um „Schadensbegrenzung“ zu erreichen, oder ob sich die Zielsetzung der Studie tatsächlich schlagartig geändert hat – genau in dem Moment als kritisch darüber berichtet wurde – das ist meiner Meinung nach fraglich. Das Urteil darüber überlasse ich aber gerne jedem Leser selber.

Die Studienbeschreibung wurde auch um eine recht ausführliche Stellungnahme ergänzt. Man weist nun auf 6 Punkte hin um „Missverständnissen vorzubeugen, bzw. diese auszuräumen“ – diese klingen alle sehr interessant und wecken Hoffnung.

Vielleicht denkt der eine oder andere nun, wir als DAMPFERmagazin wollen diese Studie sabotieren, behindern oder zunichtemachen. Doch das ist ganz und gar nicht unsere Absicht. Wir betrachten sie lediglich skeptisch und haben unsere Bedenken.

Man könnte auch meinen „Dampfer sind paranoid und selber Schuld wenn bei der Umfrage nur Murks raus kommt„. Dann kann ich nur Anworten: „das mag stimmen“ – der Grund aber weshalb viele von uns inzwischen paranoid, mißtrauisch und pessimistisch eingestellt sind, liegt nicht daran dass wir Dampfer sind, sondern an ignoranten, arroganten, beratungsresistenten und lobbygesteuerten Politikern, an ideologischen Gesundheits-Fanatikern, grootesken EU Lobbyisten und einer zu großen Teilen instrumentalisierten und gleichgeschalteten Medienlandschaft die ungeprüft die Propaganda übernimmt die ihnen von WHO, DKFZ und BfR vorgekaut wird.

  • Zu oft schon mussten wir in der Presse unglaublichen Blödsinn über das Dampfen lesen, geschrieben von Leuten die sich noch nie wirklich selbst mit dem Thema beschäftigt haben.
  • Zu oft schon haben wir im Fernsehen zurechtgeschnittene Reportagen gesehen, die aus scheinbar fairen und neutralen Interviews wahre Horror-Storys zauberten.
  • Zu oft schon mussten wir zusehen wie scheinheilige Politiker sich erst einschmeicheln wollten um uns dann anschliessend einen Dolch in den Rücken zu jagen.
  • Zu oft schon musste wir miterleben, dass uns erst unabhängige Gerichte vor den Krallen der Fanatiker retten konnten.

Ja, wir Dampfer haben allen Grund misstrauisch zu sein, wenn plötzlich jemand behauptet fair und neutral mit uns umgehen zu wollen.

Wie dem auch sei … ich hatte inzwischen Gelegenheit mir viele Kommentare zu dieser Umfrage in Foren, Blogs und Sozialen Netzwerken anzusehen. Die Meinung in der Szene ist (wie nicht anders zu erwarten) geteilt. Viele Dampfer haben diese Umfrage ausgefüllt, dabei einen großen Teil der Fragen unbeantwortet gelassen und sich hauptsächlich auf die Kommentarfelder konzentriert. Dies ist an sich keine schlechte Idee, kann man doch auf diese Weise seine Meinung viel zielgerichteter und detaillierter zum Ausdruck bringen.

Was mich dabei jedoch etwas stutzig macht: Es wird am Anfang der Umfrage ein Zeitraum von 10-15 Minuten angegeben, der zum Ausfüllen der Umfrage genügen soll. Mein Eindruck ist – und ich glaube die meisten Teilnehmer werden mir da recht geben – um diese Umfrage inklusive der Kommentarfelder halbwegs vernünftig, gewissenhaft und ehrlich auszufüllen, wird mindestens eine halbe Stunde benötigt.

Nun dies ist im ersten Moment auch noch kein Problem, denn für eine ausführliche Umfrage eine halbe Stunde zu opfern, dazu sind viele Dampfer gerne bereit. Das Problem sehe ich eher darin, dass für den geplanten Vortrag auf dem die Ergebnisse präsentiert werden (der Konferenz für Tabak-Kontrolle) gerade einmal eine halbe Stunde Zeit eingeplant ist. Wer schon einmal an einer Konferenz (egal zu welchem Thema) teilgenommen hat, der wird wissen, dass meistens schon die ersten 5-10 Minuten für die Vorstellung der Referent(innen) und einer allgemeine Einleitung ins Thema verbraucht werden. Will man am Ende noch Fragen zulassen reduziert sich die Zeit für die eigentliche Präsentation nochmals um 5-10 Minuten.

Nun frage ich mich: wie soll in einer so kurzen Zeit ein vernünftiger, halbwegs ausführlicher Überblick über die Ergebnisse gegeben werden. Dies kann zwangsläufig nur stichpunktartig, oberflächlich und wenig detailliert geschehen. Dass dabei irgendwelche Kommentare, Wünsche oder Forderungen von Dampfern erwähnt werden – das wage ich zu bezweifeln. Ist also das Kommentieren nur vergebliche Mühe, die man sich genau so gut sparen könnte, oder werden diese tatsächlich auch mit ausgewertet und berücksichtigt?

Hinzu kommt, dass es bei dieser Umfrage um Suchtforschung geht, um nichts anderes. Man mag dazu stehen wie man will – für Sucht gibt es Dutzende, unterschiedliche Definitionen – je nachdem, aus welcher Perspektive man es betrachtet, kann man einen Dampfer als Süchtigen, als Nicht-Süchtigen oder als Süchtigen, der sich seine Sucht nicht eingestehen will einstufen.

Ja, ich bin süchtig! Genau so süchtig wie nach meinem Kaffee den ich jeden morgen brauche, genau so süchtig wie nach einer guten Pizza, die ich mindestens einmal im Monat esse, genau so süchtig bin ich – nicht mehr und nicht weniger. Ich schädige niemanden, ausser vielleicht den Finanzminister, der weniger Steuern einnimmt als bei einem Tabak-Süchtigen. Wenn man das als Sucht bezeichnen will – bitte. Für mich ist dies alles Genuß und den lasse ich mir von niemandem verbieten.

Andere Fragen – über die nicht nachgewiesene Schädlichkeit, über das „Zurechtbiegen“ vorhandener Studienergebnisse oder gar nach dem wahren Hintergrund der negativ Propaganda – werden wohl kaum geklärt, denn ansonsten würde hinter dieser Umfrage kein Team aus Suchtforschern und Psychologen sitzen.

Aber vielleicht liege ich auch komplett falsch und man wird am 02. Dezember eine Präsentation erleben, die Pötsche-Langer & Co öffentlich und auf ihrer „eigenen“ Konferenz zeigen wird, dass sich die Wissenschaft nicht von Ideologie und Lügen blenden lässt.

Gewissheit werden wir wohl frühestens Ende des Jahres haben. Sicher ist nur – das DAMPFERmagazin bleibt an dem Thema dran. Wir werden uns die Präsentation ansehen, und anschließend wieder berichten (wenn man uns bis dahin keinen Maulkorb verpasst hat).

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.

1 Kommentar zu "Die Qual der Wahl – UPDATE"

  1. blackhide | 9. August 2015 um 01:39 |

    Sehr gut das ihr kritisch seit. Beachtet werden sollte noch das es keine Studie im eigentlichen Sinne ist sondern eher eine simple Umfrage mit dem wissenschaftlichen Anspruch ähnlicher Fragen auf Facebook wie „Welches Tier wäre ich“. Bitte beachtet das es sich um ein Suchtforschungsinstitut handelt. Bitte beachtet ebenfalls das auf 2 weiteren Konferenzen die von der Uni veranstaltet oder geleitet wird das Thema E-Zigaretten in genau einem Punkt erwähnung findet: Als Therapiegerät. Wozu haben wir gekämpft gegen die Einordnung als Arzneimittel/Medizinprodukt? Wozu haben die Händler vor Gericht gestritten und vom OVG bestätigt? Mir ist es als Dampfer völlig egal wofür ein Institut E-Zigaretten einsetzen möchten und die Kommunikation diesbezüglich starten. Ich werde und will nicht von denen betreut werden. Ich bin nicht krank! -.-

Kommentare sind deaktiviert.