Die Wicklung des Zephyrus – oder die Zähmung eines Widerspenstigen

Vor kurzem haben wir euch den Zephyrus von UD vorgestellt ( Zephyrus von UD – Wirklich ein Windgott oder nur ein laues Lüftchen?). Heute geben wir ein paar Tipps für eine gut funktionierende Wicklung …


Wie bereits erwähnt, soll man bei der Wicklung des Zephyrus mit Sorgfalt vorgehen. Schlampigkeiten quittiert er entweder mit ungenügender Leistung oder das Liquid läuft über die Luflöcher und der Airflow-Control aus.

Untenstehend ein paar Tipps, die zu einer befriedigenden Wicklung führen.

Abbildung 1Die Coils werden mit dem meines Erachtens maximalen Durchmesser von 2,5 mm gewickelt. Zur Verwendung kommt 0,44 mm Titandraht (AWG 25) – Grad 1 mit 3,3 Ohm/m. Ziel ist eine Wicklung für die Temperature Control (also spaced) zwischen 0,10 und 0,15 Ohm. Das ergibt eine Coil (2x) von 6 bis maximal 7 Windungen (1). Mit Microcoils ist das natürlich noch einfacher, und dabei sind auch höhere Windungszahlen leicht möglich. Die Wicklungen erstelle ich zuerst mit einer Wickelhilfe als Microcoil und spreize dann die einzelnen Windungen, indem ich mit einer Taschenmesserklinge zwischen die Windungen gehe (2).

Zum Wickeln verwende ich Muji-Watte, wovon ich Streifen von ca. 5 mm Breite abschneide (3).

Abbildung 2Die Coils werden nacheinander in die Pole der RBA-Base eingeführt und festgeschraubt. Die Schrauben nicht zu fest drehen, da ansonsten der Draht abgeschnitten wird, wobei die Gefahr bei Titandraht ungemein niedriger ist, als bei Ni200-Draht. Die Coils werden so nahe wie möglich an den Anschlusspolen geführt, ohne diese natürlich zu berühren.

Nach der Installation der ersten Coil, die überstehenden Drahtenden kappen, aber die Coil noch nicht ausrichten, sondern vorerst ganz nahe der Luftlöcher belassen. Dadurch ist es leicht möglich, den Draht der 2. Coil am Plus-Pol an der gegenüberliegenden Wicklung oben vorbeizuführen (1) und anschließend einfach zu kappen. Danach können die Coils nach oben ausgerichtet werden. Ich für meinen Teil bevorzuge einen Abstand zu den Luftbohrungen (2)  von 1 bis 1,5 mm, aber das ist wirklich individuell verschieden und reine Geschmackssache.

Vor dem Bestücken mit Watte die Wicklungen über den Luftlöchern soweit es geht, mittig ausrichten. Vor allem bei den Pluspol-Anschlüssen darauf achten, dass die letzte Wicklung keine andere berührt (3), da dies im TC-Modus zu Hot-Spots führen würde und die Temperaturmessung dadurch ungenau werden kann.

Die oberste Schicht der Watte ziehe ich beidseitig ab. Wie häufig im Leben ist weniger oft mehr. Die Watte sollte locker durch die Wicklungen gezogen werden und leicht hin- und herschiebbar sein.

Anschließend die Watte auf Höhe des Kammergewindes abschneiden (4). Am besten funktioniert dies, wenn man die Schere an dem Gewinde anliegen lässt und so die Watte abschneidet, somit steht die Watte so ca. 1-2 mm über das Gewinde hinaus.

Abbildung 3Jetzt werden die abgeschnittenen Watteenden ein wenig aufgefächert bzw. aufgelockert und der UNTERE Teil der Watte wird  in die Liquidkanäle gelegt (1). Es sollte nicht zu viel Watte in die Kanäle ragen. Es muss eine Quetschung beim Aufschrauben der Kammerhülse tunlichst vermieden werden, da ansonsten der Liquidnachfluss gehemmt wird. Der obere Watteteil soll oben auf den Liquidkanälen satt aufliegen. Jetzt die Fasern mit Liquid benetzen und in den Kanälen ausrichten (2). Unbedingt darauf achten, dass die restliche Watte nicht großartig über den Kammerrand hinausragt, so dass beim Aufschrauben der Kammerhülse die Watte nicht eingeklemmt werden kann (2). Jetzt noch die Kammerhülse aufschrauben (3) und dann war es das.

Diese Wicklung habe ich mit 55 Watt und 0,13 Ohm gedampft – kein Kokeln und beim Befüllen kein Siffen. Verwendet habe ich eine traditionelle Basis (50/40/10) als auch eine VG-lastige Basis mit 20/70/10). Vermutlich wären auch höhere Wattleistungen möglich, aber der Dampf ist bei 55 W für mich schon unerträglich heiß. Man braucht auch bei der Lagerung des Zephyrus nicht auf seine Ausrichtung achten. Unter normalen Umständen gibt es da kein unkontrolliertes Ausrinnen.

An dieser Stelle nochmals die Anmerkung, dass bei ca. 3 Volt und 0,13 Ohm auch im TC-Modus (IPV4s-Anzeige bei 45 Joule) Anfangsströme von über 20 Ampere fließen, die nicht jeder Akku anstandslos zur Verfügung stellen kann, ohne beschädigt zu werden oder rasch seine Kapazität zu verlieren.
Wie man sieht, ist die Verwendung der RBA-Base des Zephyrus mit keinerlei Kunststücken verbunden und unter Beachtung einiger Grundsätze absolut leicht zu bewerkstelligen.

Zum Abschluss möchte ich euch ein kleines Experiment nicht vorenthalten und zwar eine Quad-Coil-Wicklung auf dem Zephyrus. Experiment deshalb, das es dann in der Verdampferkammer schon recht eng zugeht. Abbildung 4Meine erste Wicklung habe ich mit 2,5 mm Durchmesser (um einfach die 3 mm Luftlöcher optimal nutzen zu können), was jedoch platzmäßig schon grenzwertig ist. Die Unterbringung der Watte ist dann schon mehr diffizil. Die Watte dann um die einzelnen Coils zu drapieren, erweist sich als kleines Geduldsspiel.

Was soll man sagen: Es dampft hervorragend und der Geschmack des Liquids kommt noch eine Nuance besser zur Geltung. Die Dampfentwicklung an sich ist mit der Dual-Coil-Wicklung vergleichbar, aber der Dampf ist ein wenig dichter. Beim 2. Versuch wurden dann 2 mm-Wicklungen verwendet, was das Ganze schon erheblich erleichtert hat, vor allem bei der Watteverteilung (1). Die Wicklungen sind für die Temperaturkontrolle aus 0,29 mm Titandraht (spaced) mit jeweils 7 Umdrehungen erstellt worden. Es gibt damit  keinerlei Probleme und ein Dry-Hit wird (zumindest mit der IPV4s) tadellos vermieden.

Eines muss ich dazu noch sagen: Der Zephyrus wird ja bereits mit einer „normalen“ Wicklung schon recht warm, aber mit den 4 Stück, nahe der Verdampferkammer angesiedelten Vertikal-Coils, die fast die Kammerwände berühren (Achtung! – Kurzschlussgefahr!), wird er schon nach 5 Zügen heftig (eigentlich schon unerträglich) warm, weshalb ich wieder auf die Dual-Coil zurückgebaut habe.

Ich wünsche allen, die einen Zephyrus bereits ihr Eigen nennen, weiterhin viel Spaß mit diesem tollen Gerät und hoffe für Unentschlossene, zumindest ein paar Tipps gegeben zu haben.

Über den Autor

Stefan Krismer
Stefan Krismer
Grüß euch, mein Name ist Stefan Krismer alias MrMerlin. Vor 30 Jahren habe ich in meinem jugendlichen Leichtsinn den Weg zur Zigarette gefunden und erst durch das Dampfen diesen Irrweg beenden können. Seit Dezember 2014 genieße ich ausschließlich wundervolle Aromen aus der Dampfe. Mein Hauptaugenmerk liegt sehr auf der Technik des Dampfens mit all seinen Facetten. Egal, ob es Neuerscheinungen auf dem Akkuträgersektor, innovative Entwicklungen von Verdampfern oder auch pfiffige Accessoires rund um mein geliebtes Hobby sind. Ich tüftle gerne herum und versuche nun meine Erfahrungen auf diese Art und Weise zu vermitteln. Schon lange sehe ich das Dampfen nicht mehr als Pyro-Ersatz an. Es ist ein tolles Hobby geworden. Da ich gerne lese und ich es leid hatte, Videos auf Youtube ständig „zurückzuspulen und anzuhalten“, um einigermaßen vernünftig dort gezeigte Tipps reproduzieren zu können, bin ich auf das DM gestoßen, mit dessen Artikel viele Dinge bei Weitem unkomplizierter verwirklicht werden konnten. Es macht Spaß, mit dem DM-Team zusammenzuarbeiten und etwas beitragen zu können, um viele Raucher zu Ex-Rauchern und Neo-Dampfern zu machen.

1 Kommentar zu "Die Wicklung des Zephyrus – oder die Zähmung eines Widerspenstigen"

  1. Sehr interessant. Die quad wicklung will ich auch mal versuchen.
    Ich habe zwar den cloupor z5 tank, aber augenscheinlich ist da fast die selbe rba verbaut. Unterscheidet sich nur dadurch dass bei deinem 4 löcher gebohrt sind, was bei mir 2 langlöcher sind.
    Allerdings der sonstige aufbau ist der selbe.

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