Drogen- und Suchtbericht 2018 erschienen

Drogen- und Suchtbericht 2018

Drogen- und Suchtbericht 2018 erschienen

Nachdem sich die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, bereits gestern für einen neuen Anlauf der Bundesregierung eingesetzt hat, das Tabakwerbeverbot zu verschärfen (1), wurde heute der Drogen- und Suchtbericht 2018 (2) vorgestellt.

Marlene Mortler

Drogenbeauftragte Marlene Mortler – offizielles Pressefoto  Quelle: Elaine Schmidt

Die Drogenbeauftragte fordert in einer Pressemeldung mehr Aufklärung und Prävention, im Hinblick auf neue „Rauchprodukte“, wie E-Zigaretten, Wasserpfeifen und Tabakerhitzer.

Dabei greift man mehrfach auf Daten des Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) zurück, welches der E-Zigarette eher skeptisch gegenübersteht. Hier wird deutlich, wie stark die Verzahnung von ideologisch geprägten Institutionen, wie dem DKFZ und der Bundespolitik, sind.

Aussagen, die von selbsternannten Experten getätigt werden, finden zunächst Einzug in Publikationen des DKFZ und landen so 1:1 im Bericht der Drogenbeauftragten.

Veröffentlichungen von Public Health England, welche die positiven Effekte der E-Zigarette stützen und auf die 95% geringere Gefahr gegenüber Tabakzigaretten hinweisen, werden hingegen größtenteils ignoriert.


Mortler begrüßt die sinkenden Zahlen von Tabak- und Alkoholkonsum unter Kindern und Jugendlichen.

„Der Anteil rauchender Jugendlicher hat sich in den vergangenen 10 bis 15 Jahren um zwei Drittel verringert.“ (2)

Gleichzeitig warnt sie aber vor E-Zigaretten, da hier die Gefahren nicht ausreichend erforscht seien.

„Mögliche Gesundheitsgefahren des E-Zigarettenkonsums sind bislang noch wenig untersucht. Erste Beobachtungen am Menschen sowie Tier- und Zellversuche deuten darauf hin, dass E-Zigarettenaerosol im Körper oxidativen Stress erhöht, entzündliche Reaktionen in der Lunge hervorrufen und für Zellen giftig sein kann. Außerdem kann es die Zellvermehrung, die Zellfunktion und die Immunabwehr beeinträchtigen und das Erbgut schädigen.“ (2)

Auch das bei Dampf-Gegnern beliebte Formaldehyd und Acrolein kommt wieder zum Einsatz, um potentielle Nutzer im Vorfeld abzuschrecken.

„Das Aerosol von E-Zigaretten besteht aus feinen und ultrafeinen Flüssigkeitspartikeln aus Propylenglykol und/oder Glyzerin, Aromen und zumeist dem Suchtstoff Nikotin. Daneben kann es […] weitere schädliche Substanzen wie Formaldehyd, Acetaldehyd, Acrolein, reaktive Sauerstoffverbindungen und Metalle enthalten.“ (2)

Nachdem man sämtliche Horror-Meldungen aus fragwürdigen Studien im Bericht erwähnt hat, schließt man mit den Worten:

„Es ist aber davon auszugehen, dass E-Zigaretten aufgrund der deutlich geringeren Schadstoffmenge im Aerosol im Vergleich zu Rauchtabak weniger schädlich sind.“ (2)

Der Satz ist ein kleiner Lichtblick, der jedoch hinter so vielen abschreckenden Konjunktiven versteckt wurde, das er leider in der Bedeutunugslosigkeit versinkt.

Download: Drogen- und Suchtbericht 2018


Pressemeldung

Drogen- und Suchtbericht 2018 erschienen

Drogenbeauftragte Mortler: „Sucht bedeutet eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, der wir uns nur gemeinsam stellen können!

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat heute in der Bundespressekonferenz den neuen Drogen- und Suchtbericht vorgestellt.

Der aktuelle Bericht ist eine umfassende Bestandsaufnahme zur Verbreitung des Suchtmittelkonsums in Deutschland und gibt einen Überblick über alle neuen gesetzlichen Regelungen und Projekte im Themenfeld Drogen und Sucht.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Während es weiter positive Entwicklungen bei den Kindern und Jugendlichen beim Tabak- und Alkoholkonsum zu verzeichnen gibt, sehen wir bei den neuen Produkten wie E-Zigaretten, Wasserpfeifen und Co. einen klaren Aufwärtstrend, sowohl bei Jugendlichen als auch bei den Erwachsenen. Hier müssen wir das Präventionsangebot weiter ausbauen. Auch Alkohol wird in Deutschland noch deutlich zu viel und vor allem viel zu gedankenlos getrunken. Das müssen wir ändern, denn für Viele bedeutet Alkohol ein echtes Problem.

Durch die Folgen des Alkoholkonsums entstehen pro Jahr volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von knapp 40 Milliarden Euro. Jeder sechste in Deutschland trinkt Alkohol in einem gesundheitlich schädlichen Ausmaß. Auch der Cannabiskonsum bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen stieg leicht an.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler: „Der neue Drogen- und Suchtbericht zeigt deutlich, vor welchen Herausforderungen wir in Deutschland im Bereich Suchtmittelkonsum stehen, aber auch, wieviel wir bei Prävention und Gesetzgebung bisher erreicht haben. Ob Cannabis als Medizin, das Präventionsgesetz oder die Novellierung des Substitutionsrechtes all diese Schritte waren richtig und wichtig für unser Land! Jedoch können wir noch nicht sagen: Wir sind am Ziel. Ich will weniger Alkoholkonsum, weniger Drog
entote, weniger Raucher und mehr Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien! Es gibt noch viel zu tun für mich als Drogenbeauftragte, aber auch für Alle. Jeder kann und muss hier einen Beitrag leisten!

Die Drogenbeauftragte rief dazu auf, Drogen- und Suchterkrankungen nicht ausschließlich in Fachkreisen zu diskutieren. Ziel muss es sein, das gesamtgesellschaftliche Bewusstsein für dieses Thema zu erweitern und aufzuzeigen, dass Sucht Auswirkungen auf nahezu alle Lebenswelten hat. Ob Wirtschaft, Sport, Medien oder Kommune: Suchterkrankungen stellen nicht nur die Betroffenen und deren Angehörige, sondern Deutschland insgesamt vor Herausforderungen. Dies ist auch der Schwerpunkt der diesjährigen Jahrestagung der Drogenbeauftragten: „Stadt, Land, Sucht – Wer übernimmt Verantwortung?

 

(1) Ärzteblatt, 17.10.18: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98555/Drogenbeauftragte-fuer-neuen-Anlauf-zu-einem-Tabakwerbeverbot

(2) Drogen- und Suchtbericht 2018: https://www.drogenbeauftragte.de/fileadmin/dateien-dba/Drogenbeauftragte/4_Presse/1_Pressemitteilungen/2018/2018_III.Q/DSB2018.pdf

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.