eGrip von Joyetech – klein aber oho!

Box-Mods liegen im Trend. Mit Joyetech mischt nun auch ein altbekannter Hersteller auf diesem Sektor mit. Während es aber bei einigen anderen Herstellern eher um einem Wettlauf der größten Leistung geht, so ist es hier eher die einfache Bedienung und die sehr kompakte Bauweise die heraussticht.

egrip_driptipErinnerungen an meine erste E-Zigarette, die alte eGo-T werden wach, als ich die Verpackung der eGrip öffne. Was ich dann aber zu sehen bekomme, hat rein gar nichts mehr mit dem ständig siffendem und kokelndem Einsteigerset zu tun, das ich mir vor fast 3 Jahren zugelegt hatte. Damals noch vollkommen ahnungslos hatte ich einen völlig überzogenen Preis für mein eGo-T Set bezahlt. Dieses Gerät aber scheint ein rundum gelungenes Einsteiger-Gerät mit erstaunlich einfacher Bedienung und auf das Wesentliche reduzierte Ausstattung zu sein.

egrip_logoDie eGrip ist ein Hybrid-Gerät im Box-Mod Design. Ein bemerkenswert kleines Ding, mit mehr Power als man anfangs vermuten mag. Mit seinen Abmaßen von 99,5 mm x 46,4 mm x 20,4 mm (L/B/H) ist es kaum größer als ein Zippo Feuerzeug. Der Tank hat ein Volumen von ca. 3,6 ml und ist fest im Gehäuse verbaut. Über zwei große Sichtfenster aus Glas kann man jederzeit den Liquidstand sehen. Seitlich befindet sich eine Klappe, die ein problemloses Nachfüllen ermöglicht. Ein erstaunlich gut funktionierendes Konzept, bei dem ich anfangs etwas skeptisch war. Doch die verbaute Dichtung funktioniert tadellos und wenn man die Klappe richtig zudrückt, dann ist der Tank auch absolut dicht.

egrip_befüllung2  egrip_tank_verschluss

Auf der anderen Seite des Gehäuses befindet sich ein kleiner Schalter der sowohl zum Ein/Aus-Schalten als auch zum Befeuern des Verdampfers dient. Um diesen Schalter herum befindet sich ein kleines Rad mit dem man die Leistung in einem Bereich von 8 bis 20W regeln kann. Dabei rastet das Rädchen an mehreren Positionen mit einem hörbarem „Klick“ ein. Lediglich die „20“ ist auf dem Rädchen aufgedruckt, die Zwischenstufen sind nur mit stetig größer werdenden Punkten markiert.

egrip_ledUnterhalb des Rads befindet sich eine LED, die zum einen als Markierung für die Wahl der Leistung dient, und zum anderen über den Akku-Stand Auskunft gibt. Sobald die Restspannung unter 60 % fällt, beginnt diese LED zu blinken. Sinkt die Spannung unter 30 % wird das Blinken sehr schnell und man sollte sich schon mal auf die Suche nach der nächsten Steckdose machen. Bei mir hält der Akku etwa zwei Tankfüllungen lang, wobei ich nur zwischen 8 und 12 Watt dampfe. Bei höheren Leistungen dürfte der Akku auch etwas schneller leer sein. Während man feuert, leuchtet auch die Ringförmige LED um den Taster herum. Diese blinkt auch beim Ein-/Ausschalten.

Während einige Produkte aus dem Hause Joyetech mit Funktionen und Features regelrecht überladen werden (z.B.: Joyetech eVic Supreme) ist die Bedienung hier wirklich auf ein absolutes Minimum reduziert. Verdampferkopf rein, Liquid einfüllen, Leistung wählen und los geht’s. Ein Display oder anderen Schnick-Schnack gibt es nicht, braucht es aber auch nicht.

egrip_USBAuf der Unterseite befindet sich ein Micro-USB Anschluss. Dieser dient zum Aufladen des integrierten und fest verbauten 1500mAh Li-Ion Akkus. Um den Akku komplett aufzuladen benötigt man ca. 2,5 Stunden. Positiv zu erwähnen ist, dass es eine gut funktionierende Passthrough Funktion gibt, die das Dampfen während des Ladens ermöglicht.

egrip_verdampferkopf2Ebenfalls auf der Unterseite befindet sich ein Deckel, in dem der Verdampferkopf eingeschraubt ist. Im Deckel ist eine breite Kerbe, die zum Öffnen des Deckels dient. Man kann hierfür entweder das mitgelieferte Tool verwenden, oder einfach eine Münze.

egrip_toolDer eGrip verwendet die neuen CS Verdampferköpfe, die es bislang nur mit einem Widerstand von 1,5 Ω zu kaufen gibt. Was im ersten Moment wie eine Einschränkung klingt, hat durchaus Sinn. Mit diesem Widerstand kann man die volle Leistungs-Bandbreite zwischen 8 und 20 Watt gut ausschöpfen. Bei 20 Watt würde dabei etwa eine Spannung von 5,5 Volt und entsprechend eine Stromstärke von 3,5 A anfallen.

Ein zweiter 1,5 Ω Verdampferkopf wird als Ersatz mitgeliefert. Neben der ausführlichen und mehrsprachigen Anleitung, befinden sich auch noch ein USB-Kabel, sowie ein Netzstecker im Lieferumfang.

Etwas unscheinbar, am unteren Rand befindet sich auch eine winzige Madenschraube, über die man die Zugluft regulieren kann. Der Lufteinlass befindet sich direkt daneben am Boden.

egrip_unterseite

egrip_driptip2Oben befindet sich der Anschluss für das Drip-Tip. Es wird ein Drip-Tip mitgeliefert, welches auf Fotos immer etwas plump und hässlich aussieht. In natura wirkt es allerdings viel besser und durch die einfache zylindrische Form unterstützt es die schlichte Eleganz des Geräts. Das mitgelieferte Drip-Tip besteht aus verchromtem Messing.

Die eGrip fühlt sich hochwertig an und ist mit einem Gewicht von 190 g ein wenig schwerer, als man beim Anblick des Winzlings erwartet. Es gibt sie übrigens in 5 verschiedenen Farben: Schwarz, Grau, Chrom, Holz-Optik, und Camouflage.

Kommen wir aber mal zum wichtigsten Punkt. Wie gut dampft und schmeckt es?

Wenn man, so wie ich, Selbstwickler und Pinoy-Tröpfler gewohnt ist, dann erwartet man nicht all zu viel. Allerdings war ich dann doch positiv überrascht, nahezu begeistert, was das kleine Ding leisten kann. Angefangen habe ich bei 8 Watt und mit einem Ananas Liquid in einer „Traditionale“ Basis (55/35/10) mit 6 mg/ml Nikotin. Der Geschmack war erstaunlich gut und rein. Auch der Flash war ausgewogen, nicht zu stark und nicht zu schwach.

Wichtig: Die Köpfe brauchen etwas länger als üblich um sich vernünftig mit Liquid voll zu saugen. Mindestens 10-15 Minuten sollte man einem neuen Verdampferkopf Zeit lassen, bevor man ihn verwendet.

Wem das zu lange dauert, der kann sich auch eines kleinen Tricks bedienen. Hält man das Luftloch zu und zieht ein paar Mal kräftig am Drip-Tip ohne zu feuern, gelangt das Liquid schneller in den Verdampferkopf. Man sieht dann sofort ein paar Luftblasen im Tank aufsteigen. Das wiederholt man so lange, bis man es ganz leicht blubbern hört. Nur übertreiben darf man es nicht.

Generell ist mir aufgefallen, dass die Köpfe mit dickflüssigem Liquid etwas schlechter zurechtkommen, so könnten reine VG Liquids vielleicht Probleme bereiten. Auch hilft es wenn man den Luftzug nicht zu leicht einstellt. Hier muss man allerdings im Einzelfall immer ein wenig experimentieren, da wohl jeder einen individuellen Luftzug hat und auch die Viskosität des jeweiligen Liquids eine große Rolle spielt.

eGrip_klappe  egrip_boden

Mein erster Verdampfer hielt nur einen Tag und fing dann an leicht brandig zu schmecken, allerdings habe ich ihn zu Testzwecken auch etwas „gequält“. Der Ersatzverdampfer läuft nun seit längerem ohne spürbaren Verlust der Dampfleistung oder des Geschmacks. Jedem sollte aber auch klar sein, dass man hier keine Wunder erwarten kann. Ein guter Selbstwickler kann die eGrip Verdampferköpfe natürlich leicht übertrumpfen, verglichen mit anderen Fertigverdampfern oder Einsteigersets ist die eGrip aber absolut hervorragend.

Einige Nutzer haben bereits versucht Köpfe anderer Hersteller zu verwenden. Interessanterweise können die Verdampferköpfe des Aspire BDC/BVC (nicht Aspire Nautilus BDC/BVC) mit einer leichten Modifikation verwendet werden. Dazu muss lediglich der Pluspol-Pin getauscht werden. Das Ganze ist jedoch eine etwas wackelige Angelegenheit, die ich persönlich nicht empfehlen kann.

Kritikpunkte

Was mir nicht so gut gefällt ist die winzige Madenschraube der AFC. Da gibt es inzwischen wesentlich bessere Möglichkeiten, für die man weder Werkzeug noch Lupe benötigt. Zudem ist mir der Luftzug bei komplett geöffneter Luftzufuhr immer noch einen Hauch zu schwer. Doch hier habe ich wahrscheinlich andere Ansprüche als ein Einsteiger.

Ein wenig unsicher bin ich mir beim USB-Anschluss. Mehrfach habe ich schon von Anschlüssen gelesen, die nach innen weggebrochen sind. Anscheinend ist der Anschluss relativ instabil und nur auf der Platine angebracht. Hier wäre es sinnvoller gewesen, den Anschluss am Gehäuse anzubringen. Nicht nur dass man bei jedem Anschließen automatisch leichten Druck ausübt, auch während des Ladens kann es passieren, dass man unbeabsichtigt an den Stecker kommt, da dieser natürlich nach unten hin absteht.

Nachfragen beim Händler ergaben allerdings, dass die Reklamationsquote extrem gering ist und es wohl nur in seltenen Einzelfällen zu einem Problem mit dem USB-Anschluss gekommen ist. Ein pfleglicher Umgang, wie man ihn generell bei jedem Dampfgerät handhaben sollte, reicht hier meiner Meinung nach aus, um die Lebenszeit des eGrip wesentlich zu verlängern. Möglicherweise sind auch nur ein paar der ersten Geräte betroffen gewesen.

Im eGrip Set ist nur ein Ersatz-Kopf enthalten, für meinen Geschmack zu wenig. Ein vernünftiges Einsteigerset sollte mehrere Ersatz-Köpfe enthalten. Gerade als Anfänger kann man sich schnell einen Verdampferkopf ruinieren, wenn man dann erst wieder eine zweite Bestellung aufgeben muss um Ersatz-Köpfe nachzubestellen ist das ärgerlich.

Tipp: Gleich ein 5er-Set Ersatzverdampfer-Köpfe mitbestellen.

Der Tank lässt sich nicht ausbauen und somit auch nicht leicht reinigen. Ich empfehle daher eine leere 10 ml Liquidflasche mit warmen Wasser zu füllen und damit den Tank etwas auszuspülen.

Fazit

Ein gelungenes Einsteigergerät, für alle, die „einfach nur Dampfen“ wollen und sich weder um Kontaktschwierigkeiten im 510er Anschluss, noch um die Wahl des richtigen Akkus kümmern wollen. Ein All-in-One Paket, dass zu Recht eine Empfehlung wert ist. Klein, handlich, leicht zu befüllen und zu bedienen. Natürlich eignet es sich ebenso als Zweitgerät für unterwegs. Das Design ist sehr kompakt und schlicht. Aufgrund seiner klaren Linien wirkt es sehr elegant und hochwertig. Der Preis von knapp 60 € ist für ein Joyetech Gerät durchaus günstig. Die Ersatzverdampfer sind mit rund 3 € (15 € für einen 5er Pack) auch akzeptabel.

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Die Tatsache, dass auch während der Akku lädt weiter gedampft werden kann, ist ebenfalls für Einsteiger interessant, da man so nicht zwingend ein Ersatzgerät braucht. Für unterwegs kann man auch eine tragbare Power-Bank mitnehmen, wie man sie zum Laden von Handys kennt und so auch bei leerem Akku weiter dampfen.

Vor einigen Tagen wurde von Joyetech mit der eGrip RBA Base ein interessantes Zubehör angekündigt, damit ist es möglich eigene Wicklungen anzubringen. Ein äußerst kluger Schachzug, der somit auch forgeschrittenen Dampfern, die inzwischen zum Selberwickeln übergegangen sind, einen zusätzlichen Anreiz bietet. Zwar konnte ich die Selbstwickel-Base noch nicht testen, werde das aber tun, sobald sie verfügbar ist.

Lieferumfang
1x eGrip Grundgerät inkl. einem Verdampferkopf und Drip-Tip
1x USB Kabel
1x Wandadapter
1x Ersatzverdampfer
1x Bedienungsanleitung
1x Tool zum Aufschrauben/Justieren

Technische Daten
Joyetech eGrip Hybrid Einsteiger Set
Maße: 99,5 mm x 46,4 mm x 20,4 mm (L/B/H) / Länge ohne Drip-Tip: 75,0 mm
Gewicht: 190 g
Leistung: 8 – 20 W
Akku-Kapazität: 1500 mAh
Tankvolumen: 3,6 ml
Widerstand: 1,5 Ω

Das Testgerät wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von eDampf-Shop.com

Bezugsquelle
http://www.edampf-shop.com/Joyetech-eGrip-20W-Kit-1500mA

Preis: 59,95 €

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.

4 Kommentare zu "eGrip von Joyetech – klein aber oho!"

  1. Hallo,

    ein sehr schöner und ausführlicher Testbericht zum Joyetech eGrip. Dieser gut gemachte Test hat mich gleich animiert, das „Komplettset“ zu kaufen und bin nicht enttäuscht. Ganz im Gegenteil. Nach vielen Verdampfern und verschiedenen Akkus bin ich beim eGrip geblieben, da er unheimlich praktisch ist und einfach nachzufüllen.

    Klein, handlich, kompakt und sehr gut in der Hosen- / Jackentasche zu verstauen.

    VG Norbert

  2. Strobel Rainer | 1. März 2015 um 20:34 |

    Hatte mir den EGrip Gekauft war auch sehr zufrieden mit dem gerät!! nur leider ist er mir mal herunter gefallen u der tank ist gebrochen !! da es sich ja um ein kompackt gerät handelt kann man ja leider nix austauschen .

  3. Ich habe mir die eGrip zu Weihnachten gekönnt. Es ist einfach genial klein und macht richtig dampf.
    Was mich stört ist die Qualitätsstreuung der Coils. Aktuell habe ich schon 2 Pakete a´ 5 Stück in den paar Wochen seit Weihnachten verbraucht. Davon den ein oder anderen gerade einmal 1 Tag. Und wenn so ein Coil erst mal hin ist, ist es sehr plötzlich und die Lunge will am liebsten weglaufen. Für mich kein gutes Bild für Joyetech.

  4. Von meinem Leid mit den eGrip Coils hatte ich ja in meinem letzten Kommentar erzählt. Jetzt hab ich mir euren Tipp im Artikel mit den Aspire Coils zu Herzen genommen und was soll ich sagen, jetzt dampft die eGrip wie sie soll. Super Tipp, danke. Spart obendrein auch noch Geld

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