Ein Herz für Pötschke-Langer

Ein Herz für Pötschke-Langer

Ein Herz für Pötschke-LangerAm 15.06.2016 fand in Würzburg eine Veranstaltung der Bayerischen Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen statt. Mit dem langen Titel „Zigaretten, E-Zigaretten und Shishas: Alte und neue Konsumtrends auf dem Prüfstand“ richtete sie sich vor allem an Ärzte, Apotheker, Psychologen und Psychotherapeuten.

Die Veranstaltung fand in der Neubaukirche in Würzburg statt, eine beeindruckende Renaissancekirche, die inzwischen der Universität Würzburg als Aula dient.

Als diese Kirche vor rund 430 Jahren gebaut wurde, hätte man sich wohl kaum träumen lassen, dass dieser Ort einmal für die Gewinn-Optimierung von Pharma-Konzernen profaniert werden würde.

Eigentlich galt die Veranstaltung der wissenschaftlichen Weiterbildung. Der Grat zwischen wissenschaftlichen Fakten und Interessen der Pharma-Industrie ist für einige Personen jedoch sehr schmal. Das wurde spätestens dann klar, als die Referenten ihre Interessenskonflikte offen legten. Es waren unter anderem Tobias Rüther, Martina Pötschke-Langer und Anil Batra geladen, um über das Thema Zigaretten, E-Zigaretten und Shishas zu sprechen. Personen die sich unter anderem als Experten für E-Zigaretten bezeichnen, aber leider eine stark eingeschränkte Sichtweise auf das Thema haben.

Ein Herz für Pötschke-LangerDr. Rüther ist Leiter der Spezialambulanz für Tabakabhängigkeit und Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität München. Er hatte bereits in der Vergangenheit Vorträge zum Thema E-Zigarette gehalten und steht dem Dampfen eigentlich noch relativ positiv gegenüber.

Leider ist er immer noch der Meinung, dass E-Zigaretten zu wenig erforscht sind und deshalb die klassischen Nikotinpflaster und Kaugummis die bessere Wahl beim Ausstieg aus dem Tabakkonsum sind. Trotzdem hat man das Gefühl dass Dr. Rüther auf einem guten Weg ist und so langsam das Potenzial der E-Zigarette erkennt.

Ein Herz für Pötschke-LangerGebremst wird er dabei nur durch Interessenskonflikte und vorallem seinem fatalen Schubladendenken. Es ist zwar nachvollziehbar, aber auch bedauernswert, dass er als Suchtmediziner versucht die E-Zigarette nur als Entwöhnungsmittel zu sehen und dabei den Aspekt des alternativen, eigenständigen und vor allem viel weniger schädlichen Genussmittels  völlig ausser Acht lässt.

Ein Herz für Pötschke-LangerPötschke-Langer ist Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und in Dampferkreisen bestens bekannt durch die Verbreitung von Halbwahrheiten, verdrehten Studien und der intensiven Verwendung des Konjunktivs („Es könnte sein, dass …“)

Ein Herz für Pötschke-LangerSie präsentierte erneut fragwürdige Zahlen aus teilweise unveröffentlichten Studien und sorgte dabei bei den Besuchern die sich tatsächlich mit dem Thema beschäftigt hatten für staunende, teils unverständliche, Blicke. Sie hatte allerdings kein Problem mehr damit öffentlich zu ihrer Aussage zu stehen, dass die E-Zigarette verglichen mit der Tabak-Zigarette viel weniger gefährlich ist. Noch vor kurzem hatte sie versucht die Verwendung dieser Zitate gerichtlich zu verbieten, ist damit jedoch kläglich gescheitert.

Während sie eigentlich für ihr rhetorisches Geschick und ihr überzeugendes Auftreten bekannt ist, wirkte sie an diesem Nachmittag jedoch stark irritiert durch die anwesenden Mitglieder der IG-ED. Diese hatten sie mit gezielten Fragen und einem „aussagekräftigem“ T-Shirt spürbar aus dem Konzept gebracht.

Ein Herz für Pötschke-Langer Die Aufschrift „Ehrenamtliches Bezahlkommando: Unbezahlbar!“ spielt damit ironisch auf die Aussage von Pötschke-Langer an, mit der sie im letzten Jahr bei der Tabakkontrollkonferenz in Heideberg alle Dampfer als Bezahlkommando diffarmierte und Studien die nicht in ihr Konzept passten als nicht aussagekräftig abstempelte.

Ein Herz für Pötschke-LangerGekrönt wurde der Nachmittag durch Dr. Batra, der als Vorsitzender des Wissenschaftlichen Aktionskreises Tabakentwöhnung (WAT) e.V.  erneut eine gesetzlich geregelte und vollständige Kostenübernahme von Therapiekursen und Ersatzpräparaten durch die gesetzlichen Krankenkassen forderte. Keine neue Forderung, aber ein weiterer Beleg dafür worum es in diesen Kreisen eigentlich geht. Um Geld.

So bietet das DKFZ unter anderem Fortbildungsprogrammen zur Tabakentwöhnung an. Diese werden im Rahmen der Tübinger Suchtherapietage durchgeführt, federführend ist hierbei der Arbeitskreis Raucherentwöhnung (AKR). Veranstalter der Tübinger Suchtherapietage ist wieder Dr. Anil Batra, der zugleich auch Leiter des Arbeitskreises Raucherentwöhnung (AKR) ist. Selbstverständlich ist diese Fortbildung auch zertifiziert. Durch den Verein Wissenschaftlicher Aktionskreis Tabakentwöhnung e. V. (WAT), dessen Vorsitzender ebenfalls (wen wundert es noch) Dr. Anil Batra ist.

Nicht unerwähnt bleiben, sollten nun aber die Interessenskonflikte der Referenten durch finanzielle Zuwendungen von Johnson & Johnson, Pfizer, Sanofi Aventis, GlaxoSmithKline & Co. Hierbei handelt es sich um große Pharma-Konzerne und Hersteller von Nikotinersatzpräparaten die seit dem Boom der E-Zigarette unter massiven Umsatzeinbussen leiden.

Der Verein Wissenschaftlicher Aktionskreis Tabakentwöhnung e. V. (WAT), in dem Batra und Pötschke-Langer eine wichtige Rolle spielen, hatte zuletzt durch brisante Veröffentlichungen (u.a. in der Süddeutschen-Zeitung) enormen Gegenwind bekommen. Darin wurden Verbindungen zu einflussreichen Pharma-Unternehmen offen gelegt und kritisiert.  Unter diesen Gesichtspunkten erscheint die viel gepriesene Unabhängigkeit dieser Experten und ihrer Institutionen äußerst fragwürdig.

Ein Herz für Pötschke-LangerMal ernsthaft: würde jemand der „gute Kontakte“ zu Herstellern von Nikotinersatzpräparaten pflegt, selbst Veranstalter von Entwöhnungskursen ist und sich diese dann auch noch selbst zertifiziert allen ernstes dem erfolgreichem Konkurrenzprodukt E-Zigarette eine Empfehlung aussprechen wollen? Diese Frage darf sich jeder gerne selbst beantworten.

Pötschke-Langer dürfte das alles aber herzlich egal sein, denn wie man erfahren konnte wird sie nach ihrer Zeit beim DKFZ schon bald in den Posten der Vorstandsvorsitzenden des Aktionsbündnis Nichtrauchen wechseln. Dabei handelt es sich um einen Anti-Tabak Lobbyverband, womit Pötschke-Langer nun ihren Feldzug gegen das Dampfen bald schon noch viel intensiver weiterführen kann als sie das ohnehin schon seit langem unter dem Deckmantel des DKFZ getan hat.

Man könnte es als passende Auszeichnung für ihr Lebenswerk bezeichnen, dass sie zum Abschluss ihres Vortrags ein Lebkuchenherz mit der Aufschrift „Danke“ überreicht bekommen hat.

 

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.

1 Kommentar zu "Ein Herz für Pötschke-Langer"

  1. Zitat:
    „Gebremst wird er dabei nur durch Interessenskonflikte und vorallem seinem fatalen Schubladendenken. Es ist zwar nachvollziehbar, aber auch bedauernswert, dass er als Suchtmediziner versucht die E-Zigarette nur als Entwöhnungsmittel zu sehen“

    Er ist leider nicht der einzige:
    Bis zu 85% (!!!) der E-Raucher sind nach Umfragen sog. „aufhörwillige Raucher“, welche sich die E-Zigarette tatsächlich zum „Aufhören“ gekauft haben.
    Diese Menschen haben vor allem ein Interesse:
    Sie wollen kein Risiko mehr eingehen….schon gar kein Tödliches und bestanden auf
    Reinheitsgebote und Regulierung der Inhaltsstoffe.
    Das war aber normal, da die letzten Jahre die Presse fast ausschliesslich die E-Zigarette als „Raucherentwöhnung“ darstellte.
    So blieben die 24 Millionen nichtaufhörwilligen Raucher überwiegend fern:
    Was wollen die mit einer „Entwöhnung“?

    Wie viele aufhörwillige Raucher gibt es in Deutschland, welche sich Nikotinprodukte als „Aufhörhilfsmittel“ allgemein kaufen?
    Und nun Achtung:
    Ganze 0,125%….viele kauften sich eine E-Zigarette und verlangten Sicherheit, wie sie die von Nicorette-Produkten her kennen.

    Die ganz wenigen normalen Raucher, welche sich die E-Zigarette ahnungslos als tabaklose Zigarette gekauft haben und eh tödliche Risiken eingingen, da sie Nikotin per se noch für tödlich gehalten haben und vor Selbstregulierungs-Wünschen warnten, wurden aus allen Foren und FB-Gruppen gedrängt.
    So blieb der Weg frei für Art.20:
    Den brauchen die aufhörwillige Raucher…..wer „aussteigen“ will aus einem risikoreichen Konsum, braucht und bekommt 100% staatlichen Schutz (siehe FCTC).
    Richtig gelesen:
    Die TRL (Art.20) gilt für ganze 0,125% der ca. 24 Millionen nikotininhalierenden Bürger.

    Dass hier den aufhörwilligen Ruchern kein Vorwurf zu machen ist, dürfte klar sein.
    Hier zeige ich mit den Fingern auf das Heer an Psychologen, welche sich um die E-Zigarette scharen!!!

    Aber jetzt stehen die ganz normalen „Raucher“ auf (besser: Nikotininhalierende Bürger):
    Wir haben ein RECHT auf die tabaklosen Hightech-Zigaretten und es ist eine LÜGE, dass Nikotin inhalieren nach Tabak(rauch) schmecken muss!
    Diese Lüge hämmerte uns die Tabakindustrie in den Kopf, seit wir geboren wurden und es ist Zeit, denen das Handwerk zu legen!
    Dass wir oftmals für unseren Genuss nur NIkotindampf brauchen, wissen die seit 1961.
    Genauso ist es eine LÜGE, dass die E-Zigarette ein „Aufhörhilfsmittel“ ist.
    Hier ist die Pharmaindustrie im Focus:
    WAS mussten aufhörwillige Raucher aufhören mit der sog. „Nikotinersatztherapie“?
    WAS GENAU?
    1. Das Wolke inhalieren musste SOFORT gestoppt werden
    2. Nikotin gab es nur in alternativer Zufuhrform

    Wie viele der aufhörwilligen Raucher haben das gemacht?
    Nur 0,6%……..viele davon kamen wieder.

    WER hätte das längst aufklären müssen, dass sich aufhörwillige Raucher keine
    E-Zigarette kaufen dürften, weil sie komplett der Therapie der Verhaltensstörung „Wolken inhalieren“ entgegenstand.

    Wissen das die Herren Psychologen nicht? Oder WOLLEN sie es nicht wissen?
    Ob sie schon einmal etwas von „Täuschung und Irreführung“ gelesen haben?
    Es wäre für viele von ihnen sehr unangenehm, wenn man ihnen das nachweist…
    Habt ihr je einen von denen gehört, wie sie dieses „Mißverständnis“ klar und deutlich aufgeklärt haben?
    Momentan ist die E-Zigarette als Tabakprodukt eingestuft:
    Pech für Pötschke-Langer….SIE ist in der Pflicht, den Millionen nikotininhalierenden Bürger zu erklären, welches Produkt zum „Wolke inhalieren“ am schadstoffärmsten ist!
    Zitat Pötschke-Langer (Interview im Magazin „Spiegel Online“ vom 03.04.2014):
    „Im Koalitionsvertrag steht, es bestehe ein Anspruch der Verbraucher auf Wahrheit und Klarheit. Dies trifft auch auf Tabakprodukte zu.“
    http://www.smoker-insight.org/showthread.php?tid=125

    WIR WARTEN FRAU DOKTOR! SIE HABEN INFORMATIONSPFLICHT!
    Sie haben bis zu 95% der nikotininhalierenden Bürger „vergessen“!
    Diese Millionen Menschen akzeptieren tausende Schadstoffe und gesundheitliche Risiken, solange sie nicht das Nikotinwolke inhalieren aufhören wollen.

    Wer auch keine Lust mehr hat, sich zum Besten halten zu lassen:
    Wir „normalen Raucher/Nkotinkonsumenten“ sammeln uns nun
    langsam hier:
    https://www.facebook.com/groups/1549524825366521/?ref=bookmarks
    Infos:
    http://www.smoker-insight.org/

    Wir haben die Nikotin-Lüge erfolgreich aufgedeckt.
    Nun geht es an die „Nikotinersatz-Lüge“.
    Wer mithelfen mag bzw. dabei sein möchte, ist herzlich willkommen.

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