Ein Nachbar – einer von uns

Liebe Leser!

a5_veinnavaper„Auf ein Neues“, dachten wir uns, als wir die Rückmeldungen der letzten Interviews gelesen haben. Dampfer und ihre Supplier sind eine eingeschworene Gemeinschaft, die eine ganz wichtige Sache teilt: Die Freiheit vom Rauch und den Genuß, ein Lebensgefühl zu leben. In den letzten Interviews haben wir Spezialisten aus dem Bereich Fertigung und Design bei uns gehabt, aber heute darf ich eine nicht weniger bekannte Säule der Gemeinschaft begrüßen, die gerade in Österreich zu den Bekanntesten und Geschätztesten gehört. Youtube und eine eigene Liquidlinie, die von den Stars der Szene reviewed worden ist, etablierte schon bald einen Namen. Er ist eines der Aushängeschilder einer Gemeinschaft innerhalb der Szene – Die Österreicher schicken ihn mit Stolz ins Rennen, um die Geheimnisse des Liquiddesigns für uns alle zu lüften: Der Vienna Vaper!

Wie bist du zum Dampfen gekommen und was hat dich dazu gebracht, einen Youtube – Kanal zu eröffnen ?

Zu dampfen habe ich begonnen, da ich starker Raucher war und unbedingt damit aufhören wollte. Ich habe ca, 1,5 Packungen/ Tag geraucht und hatte es schon mit mehrerer Hilfsmitteln versucht – allesamt erfolglos. Bei einem guten Bekannten von mir sah ich im Jahr 2012 zum ersten Mal eine Ego-T und konnte das Dampfen für einen Abend einmal ausprobieren. Während des gesamten Abends habe ich keine Zigarette mehr geraucht. Am nächsten Tag machte ich mich im Internet schlau und bestellte mein erstes Dampfgerät: eine Biansi Imist Revision.

Als diese dann ankam habe ich mich über Youtube bei heutigen Kollegen wie Philgood & Dampfmacher über die genaue Benutzung und die Wartung informiert. Schnell merkte ich, dass das Dampfen in mir das Interesse geweckt hat, auch andere Geräte auszuprobieren. Schnell sammelte sich ein „Dampfgerätehaufen“ an und ich wurde auf diese „komischen Geräte“ immer öfter neugierig angesprochen. Da ich Spass an der Sache hatte, dachte ich mir einen Youtube Kanal zu eröffnen, um das Dampfen populärer zu machen – bei uns in Österreich war es 2012 richtig ruhig um die E-Zigarette. Ich hoffe ich konnte ein wenig zum jetzigen Lifestyle beitragen.

Wer ist Vienna Vaper? Wie würdest du dich beschreiben oder was glaubst du, würden andere über dich sagen, die dich kennen?
 
Vienna Vaper ist eher ein ruhiger, gelassener Typ, 35 Jahre jung, verheiratet und Vater von zwei wundervollen Töchtern im Kleinkindesalter :-). Ich habe einen Daily Job im graphischen Gewerbe, welchen ich sehr gerne ausübe.

Ich würde über mich sagen, ich bin hilfsbereit, zielstrebig, erfolgreich, narzisstisch, aber natürlich auch ausgeglichen, charmant, lustig, sowie lebensfroh und dampfe gerne.

Andere würden vielleicht sagen, ich sei eingebildet, arrogant und nicht einfach, das sind jedoch meistens diejenigen, denen ein Spiegel vorgehalten wird!

Dampfen besteht aus zwei wichtigen Themen: Die Hardware und die Liquids. Erzähl uns doch ein wenig, was Liquids für dich bedeuten?

Liquids bedeuten für mich extravagante Geschmackserlebnisse, welche immer wieder aufs Neue spannend sind. Ich bin jetzt nicht so sehr derjenige, der nach seinem „All Day Liquid“ sucht. Ich bin eher der Jäger, der gerne in der ganzen Welt nach neuen Liquids Ausschau hält und diese ausprobiert. Manchmal erlebt man natürlich subjektive Enttäuschungen, grösstenteils muss ich aber sagen, dass die Liquids, welche ich mir aus Übersee bestelle, meistens auch meinen Geschmack treffen. Ich habe gerne intensive Liquids, eher diesen amerikanischen Stil mit hohem VG Gehalt.

Was unterscheidet ein gutes, von einem objektiv schlechten Liquid? Woran erkennt man, daß ein Liquid nicht gut gemacht ist?

Schwierige Frage, ein Liquid kann gut gemacht sein, dir aber trotzdem nicht schmecken. Belassen wir es dabei.

Viele von uns mischen selbst und sind zufrieden mit dem Ergebnis. Sein wir aber ehrlich, wenn man ein Premiumliquid schmeckt, ist da ein Unterschied. Warum glaubst du, ist das so?

Der Unterschied wird im Detail liegen. Bei Premiumliquids werden verschiedene vielfältige Aromen miteinander kombiniert. Die prozentuelle Aufteilung ist nicht 5% Vanille und 4% Erdbeer, sondern geht meist noch zwei Stellen nach dem Komma weiter.

Die ganz grossen Premiumhersteller entwickeln und stellen sogar eigene Aromen für Ihre Kompositionen her. Sie testen das in langwierigen Prozessen über Monate, lassen es reifen, bauen oft eigens Gebinde dafür, lagern es bei verschiedenen Raumtemperaturen, steepen es im Dunkeln, öffnen den Behälter für einige Stunden oder sogar Tage danach verschliessen sie ihn wieder, testen dazwischen und überwachen den Reifeprozess. Bei einigen sehr guten Herstellern ist die Reifedauer locker mal 1-2 Monate bevor abgefüllt wird…. ich nehme an du verstehst jetzt den Unterschied!

9_1Wie baut sich ein Liquid geschmacklich auf?

Ich würde sagen, es hat einen Grunddominanzgeschmack welcher sich von einigen weiteren Aromen tragen lässt, um dann beim Ausdampfen in voller Pracht zu erstrahlen 🙂 Es muss einfach rund sein! Habe ich schön gesagt, oder? 🙂

Als Nebenfrage brennt mir hier auf der Zunge: Wieviel ml Liquid hast du wohl schon weggeschüttet?
 
Hahaha, keine Ahnung einige Liter werden es schon gewesen sein 🙂 Vielleicht so ca. 15-18 Liter, wenn ich es mal so kurz im Kopf überschlage.

Du hast ja eine eigene Liquidlinie. Für was stehen deine Liquids?

Während des Herstellungsprozesses der Vienna Vaper Linie vor einem Jahr, gemeinsam mit der Firma Steamerslounge, haben wir uns die selbe Frage gestellt. Ich würde Sie heute so beantworten: die Linie ist etwas sehr spezielles, einzigartiges und sticht mit Sicherheit am Liquidmarkt heraus. Sie vermittelt die wahre Premiumqualität, die Aufmachung ist Premium, selbst die Labels sind in eigenen Schmuckfarben (Gold/Silber und Antharzitblau) gedruckt – es gibt zusätzlich eine 10ml Flasche zum Umfüllen.

Geschmacklich spiegeln sie genau das wieder, was ich mir von Premium Liquids erwarte. Es ist ein spannendes Aufeinandertreffen von vielen verschiedenen Aromen, fein ausbalanciert zu einer extrem runden Komposition, welche im besten Fall auf den Geschmacksknospen des Dampfers einen richtig guten Tango tanzen.

Aufgrund des Premium Preises ist es jedoch nur einer gewissen Dampfergruppe vorbehalten bzw. wird ausschliesslich von dieser beachtet. Ich würde sagen die Dampfer, die sich einen Boxmod um 600 Dollar kaufen würden bzw. können, gehören auch zu der Gattung Dampfer, die Vienna Vaper Liquids dampfen :-), ganz einfach weil Sie es können und weil es Ihnen richtig gut schmeckt. Ich glaube, damit sollte man nicht hinter dem Berg halten sondern eher stolz darauf sein!

Welches Gefühl hattest du selbst, als du sie gemischt hast?

Ein gutes natürlich. Mit Steamerslounge aus Kaiserslautern habe ich einen professionellen Partner an meiner Seite. Die Kreationen wurden gemeinsam verfeinert, um dieses hohen Qualitätslevel zu erreichen. Ohne Steamerslounge wäre das alles nicht möglich gewesen, dafür bin ich sehr dankbar! Wie man sieht, haben wir mit Planet of the Vapes für Österreich und mit Intaste in Deutschland grossartige Reseller gefunden, welche breit aufgestellt sind und die Vienna Vaper Linie auch im Ausland unter den Premiumliquid Liebhabern etabliert haben. Für mich persönlich ist das Schönste daran, dass trotz all der harten Kritiker, die Linie sich seit über einem Jahr kontinuierlich am Markt hält.

In diesem sehr schnelllebigen Dampferalltag sehe ich das als grosse Bestätigung an, dass die Vienna Vaper Linie ihren festen Platz in der Premiumliquidlandschaft verdient hat!

Wie glaubst du, sollte man ein Premiumliquid genießen? Im Tröpfler, Tank, einer EVOD? Und warum?

Ganz einfach, dort wo es dir am besten schmeckt, wobei ich den EVOD auslassen würde :-p
Mir persönlich schmecken Premium Liquids am besten in Tröpfelverdampfern und in guten Tanks. Ich dampfe sie gerne im Vapor Giant sowie einem Kayfun mit JFK Upgrade, da ich da genug reinbekomme und den ganzen Tag gemütlich vor mir herdampfen kann.

Natürlich experimentiere ich auch gerne mit verschiedenen Wicklungen um die verschiedenen Nuancen der einzelnen Liquids noch besser schmecken zu können – du siehst eine „never ending story“ !

Was trägt das Liquid deiner Meinung nach dazu bei, daß Dampfen zu einem Erlebnis werden kann?

Ich bin der festen Überzeugung, dass nur durch Liquids das Dampfen zu einem Erlebnis werden kann, denn die verschiedenen Geschmäcker, die breite Auswahl am Markt macht das Ganze doch erst interessant und gibt uns die Möglichkeit immer etwas Neues zu entdecken.

Hardwaretechnisch dampfen viele Einsteigergeräte bereits sehr gut, das bedeutet aber gleichzeitig auch, dass der Geschmack, welcher von den Verdampfern transportiert wird, um ein vielfaches besser bzw. klarer ist, als die Verdampfer, die ich zum Einstieg benutzte. Dadurch wird dampfen für alle Neuen sicherlich auch viel schneller zum Erlebnis und der Genussfaktor kommt hier klar an erster Stelle, nicht mehr das Verlangen deine Sucht zu befriedigen.

Gibt es vielleicht noch etwas, das du uns sagen möchtest?

Vorab möchte ich mich herzlich für das nette Interview mit dir bedanken. Ich habe es sehr spannend gefunden, deine Fragen zu beantworten. Ich hoffe, ich konnte hiermit einen kleinen Einblick hinter die Kulissen von Vienna Vaper geben. Ich finde, dass euer ganzes Team eine spitzen Arbeit leistet und man merkt, dass alle, die daran beteiligt sind, eingefleischte Dampfer sind und hinter dem stehen, was sie machen, das freut mich sehr! Ich wünsche euch weiterhin noch viel Erfolg mit eurer Plattform und würde mich freuen, einige von euch auf der Dampfermesse 2015 in Oberhausen über den Weg zu laufen.

Wie immer mein Abschiedsspruch: Stay cool & vape on Euer VV

Auch ich darf mich an dieser Stelle im Namen das gesamten DAMPFERmagazin Teams bedanken. Wir wünschen dir ebenfalls das Beste.

Über den Autor

Nessilian
Nessilian
Dampfer aus Leidenschaft mit besonderem Hang zu exotischen Mods, dem der HWV der Ständigste unter den Begleitern ist. Ich habe nie aufgehört, die Faszination Dampf und Rauch zu lieben, sterbe aber äußerst ungern - eine gute Motivation für ein großes Hobby