Einer unserer treuesten Begleiter – Die Nebelfee

Die Nebelfee

Ich kann`s noch gar nicht glauben – er hatte Zeit für mich. Ich freue mich außerordentlich, euch einen Künstler, einen Motivator und einen Freund – vielleicht auch einfach: Manuel „Die Nebelfee“ präsentieren, der dieses Interview ermöglicht hat.

Es geht rund. Der Kanal boomt und auch sonst scheint alles in Ordnung zur Zeit. Eine neue Liquidlinie, tausende Abonnenten und Viewer für seine Videos. Youtube hat mittlerweile so einen hohen Stellenwert für Dampfer, daß sich geradewegs ein Hype rund um unsere deutschsprachigen Youtuber aufgebaut hat. Genau hier, als eine Persönlichkeit in der deutschen Community, finden wir die Nebelfee.

Lest nachstehend ein wenig Persönliches, Spannendes und ganz viel über`s Dampfen

Liebe Nebelfee, oder darf ich dich Manuel nennen? Bitte erzähl uns etwas von dir, wie du zum Dampfen gekommen bist und die Idee hattest, einen Youtube – Kanal zu gründen

Hallo lieber Flo! Selbstverständlich darfst du mich so nennen. Ich mag es, wenn es etwas persönlicher zu geht. Daher sag ich immer „Du`z“ mich bitte. Vorweg möchte ich mich herzlich dafür bedanken, daß du mich zu einem Interview eingeladen hast. Es ehrt mich wirklich sehr.

Ich heiße Manuel, bin 35 Jahre jung und komme aus der schönen Lüneburger Heide. Wie ich zum Dampfen gekommen bin? Im Jahr 2010 tauchte ein Arbeitskollege mit einer elektronischen Zigarette in der Firma auf. Staunen, Verwunderung und Begeisterung waren sofort geweckt und da ich von Haus aus – was Technik und so weiter betrifft – extrem empfänglich bin, stand nach einer Geschmacksprobe und einem technischen Austausch fest, daß er mir ein Starterset mitbringen sollte. Die Freude währte lange – genau sechs – sieben Monate – dann kam der Frust, weil die ersten Geräte doch die Eigenschaft hatten, zu siffen oder man ständig Liquid im Mund hatte. Ich rauchte dann eine Weile wieder, merkte aber schnell, daß mich der Gestank und Geschmack extrem anekelten. Ich denke, daß jeder Ex – Raucher weiß, was ich damit meine. Ich begab mich dann wieder in meinen Lieblingsshop in Langenhagen und ließ mir neue Verdampfer zeigen, was mich zum „Maxi“ führte, ein Verdampfer, der mich lange begleitete. In weiterer Folge animierte mich der damalige Ladenbesitzer, meine Verdampferköpfe selbst zu wickeln. Weitere Recherchen brachten mich durch Facebook auf meinen ersten Selbstwickelverdampfer: den BTV – 1 und bald danach den Kayfun V 3.1. Wie man sie kennt, machten sie ab und an Probleme und ich sah mir verschiedene Videos an, damit ich sie zum Laufen brachte, aber erst der Tipp, ein Dampfertreffen zu besuchen brachte die Lösung.

Gesagt, getan, bin ich zum Stammtisch nach Hamburg gefahren und war sehr überrascht, wie herzlich und freundlich man aufgenommen wurde und so ging alles seiner Wege. Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bei Soenke für die Hilfe, die du mir geboten hast, bedanken und dem Rest natürlich auch für die herzliche Aufnahme. Mit der Zeit begegnete ich auch verschiedenen Akkuträgern, wie den Vamos und ZMax`und auch die Jagd nach den Taifuns. Der Wickelspaß und das Hobby „Dampfen“ entwickelten sich zu meinem Haupthobby. Es war nicht mehr nur Ersatz für Zigaretten, sondern mein mir liebstes Hobby geworden. Ich konnte mit den Selbstwickelverdampfern gute Erfahrungen sammeln, die mir im weiteren Verlauf noch zu Gute kommen würden.

Ich erzähle die lange Geschichte deshalb, weil sie einer der Gründe ist, warum ich einen Youtube – Kanal eröffnet habe. Ich bin irgendwann einmal auf ein Video gestoßen, indem jemand unglaubliche Clouds produziert hat mit einem Verdampfer, der mir bis dahin völlig unbekannt war. Über einen Freund aus Hamburg (Danke Manuel) bin ich auf eine Facebook – Gruppe gestoßen, die sich ausschließlich mit philippinischen Verdampfern und Akkuträgern beschäftigte. Irgendwann war es dann soweit, daß der erste Dripper bei mir gelandet ist. Der Nimbus. So begann der Spaß erst richtig. Viele Wicklungen und Videos in kleiner Gruppe folgten und jeden Tag wurde etwas anderes gezeigt, bis die Idee aufkam, die Videos doch auf Youtube zu zeigen. In einem nächtlichen Hangout entstand dann der Name „Nebelfee“ (Danke Roland/Flo)

Welches Gerät nutzt du zur Zeit und was ist dir wichtig bei deinen Geräten?

Meine derzeitigen Allday – Geräte reichen von Vapor Giant, Genius, bis hin zum Kangertech SubOhm Mini. Ich benutze wirklich viel im Alltag. Kaum ein Gerät bleibt da außen vor. Für mich bewährt haben sich Boxen mit integriertem Akku, wie die EVic VT, der Eleaf Istick oder die Alesia. Ich finde es sehr praktisch, daß die so große Kapazitäten haben.Wichtig ist mir dabei besonders: Verarbeitung, Geschmack, Funktionalität und Langlebigkeit

Welche Liquids dampfst du selbst gern? Eher fruchtig oder süß? Welche Combi wäre dein Traum?

Nun, mein Allday – Liquid ist nach wie vor die Nebelfee „Milk“, das Vampire und Monster Energy. Es sind eher fruchtig süße Liquids. Für zwischendurch brauch ich aber hin und wieder reines Menthol oder Eukalyptus, um die Geschmacksnerven zu resetten

Meine Traumkombi wäre ein Fruchtcocktail, der all meine Alltagsliquids ablöst.

Was machst du eigentlich, wenn du nicht gerade Videos aufnimmst? Bist du eher aus dem künstlerischen oder technischen Bereich?

Wenn ich nicht gerade ein Video drehe, arbeite ich im größten, zivilen Triebwerksüberholungsbetrieb als zerstörungsfreier Werkstoffprüfer und Befunder. Es sind beide sehr technische Berufe

In deinen Videos geht es ja viel um Reviews und praktische Beispiele zur Handhabung von Geräten. Wenn du nun deine letzten Reviews revue passieren lässt, was hat sich wohl in letzter Zeit, sagen wir, ein Jahr, getan?

Ich finde, es hat sich sehr viel getan. Verglichen mit der Vergangenheit hat sich die Qualität der Geräte – Akkuträgern und Verdampfern – massiv verbessert. Produkte aus Fernost stehen heute gut da in Sachen Qualität und Innovation und wir haben generell Hersteller, die sich durch hohes Know How und einem kontinuierlich hohen Qualitätsanspruch einen guten Namen gemacht haben. Man sieht fast monatlich neu vorgestellte Verbesserungen. Wer von uns hätte sich vor einem Jahr gedacht, daß wir temperaturgeregelt dampfen werden? Ich freue mich über Veränderung und neue Ideen.

Siehst du heute noch Fertigungsunterschiede zwischen den Regionen – also Asien, Amerika oder Europa?

Die Frage ist gut. Nun, früher hat man gesagt, daß aus China nur Schrott kommt – nach dem Motto: „Du kriegst, was du bezahlst.“ Aber heutzutage stimmt das auch nicht immer. Es ist nicht mehr alles Schrott, was aus Fernost kommt. Man kann klar belegen, daß die fernöstlichen Hersteller teilweise sehr gute Fertigungsqualitäten aufweisen, jedoch muss man auch sagen, daß zum Beispiel europäische Hersteller noch voraus sind, was den Fertigungsgrad betrifft. Das kann natürlich auch dadurch sein, daß die Erwartung an europäische Händler groß ist und auch das Service stimmen muss. Gleich verhält es sich mit amerikanischen Händlern. Manche akzeptieren mindere Qualität aus China – zahlen dafür aber auch attraktivere Preise.

Was ist dir an deinen Videos besonders wichtig?

Ich lege besonders viel Wert darauf, in kurzer Zeit alle wichtigen Informationen zu vermitteln. Was nützt ein „Technik – Spielfilm“, wenn er 90 Minuten lang geht, ich aber nur fünf Minuten davon im Kopf speichern kann? Zudem bleibe ich „Ich“. Ich bin ein Mensch mit Fehlern, Ecken und Kanten. Die blende ich nicht aus und verstelle mich auch nicht für das Video. Wichtig ist mir auch, daß die Leute erkennen, daß ich meine persönlichen Meinungen über Produkte wiedergebe.

Wie sieht es aus mit Communityarbeit?

Ich bin sehr viel bei Facebook vertreten. Für mehr habe ich leider zu wenig Zeit.

Hast du Tipps für junge Youtuber?

Bleibt euch selbst treu und verstellt euch nicht.

Manche fragen sich vielleicht, wie sich das Leben ändert, wenn einen so viele Menschen kennen. Wie sieht es bei dir aus: Hast du einen Butler oder lebst du in einem Schloß?

Nun, eine gute Frage: Ich bin kein anderer Mensch geworden durch die Produktion meiner Videos. Ich bin nach wie vor wie früher. Ich freue mich immer riesig, wenn mich Menschen ansprechen und sich mit mir unterhalten. Was ich aber zugeben MUSS ist, daß es manchmal ein komisches Gefühl ist, wenn einer jemand auf der Straße anspricht und sagt:“ He, du bist doch die Nebelfee“ Da hat man schon ein komisches Gefühl. Andererseits ist man schnell beim Thema: dem Dampfen. Ich rede gern und viel über das Thema, da es eines meiner liebsten Hobbies ist. Und die Frage, ob ich schon reich bin? Nun, ich verdiene nicht damit. Aber sollte ich es jemals tun, wird es das bislang größte Dampfertreffen in meinen Schlossgärten geben.

Wie soll sich dein Kanal entwickeln? Hast du vielleicht in Zukunft Lust, ein neues Format zu präsentieren?

Nun, ich denke, der Kanal bleibt erstmal so, wie er ist. Die derzeitigen Sparten, die ich abdecke, reichen mir momentan völlig. Jedoch muss ich sagen, daß man natürlich nie wissen kann, was noch kommt – als Beispiel dafür aus eines meiner ersten Videos: „Nein, ich kaufe mir keine neue Kamera.“…und schwupp, hat man teure Technik und Beleuchtung zuhaus stehen. Es kommt also doch immer anders, als man denkt.

Wann kann man mit Videos von dir rechnen?

Ich als mir deutlich mehr Zeit als früher und teste die Geräte ausgiebig, mach auch mal was kaputt und schaue auf Fehler oder die Eigenschaften von verschiedenen Oberflächen – also alles, was dazu gehört. Weiter kommt noch dazu, daß ich die Videos ja nicht hauptberuflich produziere und die Arbeit mit der Community, sowie das Vergolden. Da kann es manchmal schon ein wenig dauern, bis ein Video kommt, aber die meisten haben Verständnis dafür, was mich riesig freut.

Viele haben Probleme mit Trollen. Wie geht man mit ihnen um?

Nun, was sind Trolle, ist die Frage. Ich sag immer: „Jeder darf seine Meinung sagen, wenn sie konstruktiv und nicht beleidigend ist.“ Daher habe ich die Kommentare auch nicht deaktiviert. jedoch sperre ich diejenigen, die mich, bzw. andere User beleidigen.

Darf man Review – Geräte behalten?

Manche ja, manche nicht und andere muss man sich selbst kaufen oder bekommt sie geliehen.

Du hast in der Vergangenheit ein erstes Thema angesprochen: Dampfen steht in Verbindung mit ehemaligen Rauchern und du unterstützt es, wenn man mit dem Rauchen durch das Dampfen aufhören kann. Du rätst aber „natural born vapers“ und Jugendlichen davon ab. Warum?

Kurz und knapp: Wenn ich Raucher war und die Möglichkeit habe, zu einem Produkt zu wechseln, welches nachweislich bedeutend weniger schädlich ist, sollte ich es nutzen, wenn ich das Rauchen nicht lassen kann. Bei Nichtrauchern verstehe ich nicht, warum ich mir Stoffe zuführe, die ich auch sonst nicht brauchte. Jugendliche sind gänzlich von jeglicher Form des Rauchens oder Dampfens abzuraten – das versteht sich von selbst.

Wie siehst du die derzeitige Situation der Community? Hast du das Gefühl, wir sind ein verbrüderter Haufen oder vielleicht doch ein Hühnerverein, der zu beschäftigt mit sich selbst ist?

Ich muss leider immer wieder feststellen, daß es in vielen Gruppen bei Facebook heiß her geht. Da ist oft alles andere, als Verbrüderung zu spüren oder zu lesen. Jedoch ist es aber auch so, daß es Menschen sind mit verschiedenen Standpunkten und Meinungen zu Themen. Was aber schade ist, daß man oft den Kern aus den Augen verliert: „WIR SIND ALLES DAMPFER“ Da ist nicht entscheidend, welche Hardware man hat, sondern daß uns die Sache selbst vereint.

Was hältst du vom temperaturgesteuerten Dampfen?

Ich begrüße es und spiele derzeit mit den Möglichkeiten. Ich bin da aber noch in der „Finde – Phase“, was Draht und so weiter angeht. Ich finde es aber prinzipiell klasse, da man ja in geschlossenen Systemen keinen Dryhit mehr hat. Weiter findet man auch seinen „Sweetspot“ über die Temperatursteuerung. Ich würde mir wünschen, daß wir alle Drähte, von Kanthal bis Wolfram, temperaturgeregelt dampfen können.

Lieber Manuel, meine Frage am Anfang, ob du eher aus der technischen oder künstlerischen Ecke kommst, war nicht ganz uneigennützig. In der Community weiß man, daß du hin und wieder einen Verdampfer veredelst und daher würde ich gern mit dir über verschiedene Finishes unserer Mods, sowie deren Pflege sprechen.

Beginnen wir damit, daß du uns vielleicht erklären könntest, was eigentlich „brushed“, „satiniert“, „coated“ oder „polished“ ist. Klar, wir sehen die Oberflächen natürlich, aber wie funktioniert das grundsätzlich?
Fangen wir mal an: ich nehm immer das Beispiel Edelstahl da es das Gebräuchlichste ist. Als „brushed“ bezeichnen wir die Oberfläche wenn sie mit einem

Schleifvlies gebürstet wurden. Ich kenne nur die Produktion von Edelstahl Rohren. Bei der Art werden die Rohre mit langsamen Vorschub durch eine Maschine gezogen, welche ein in sich drehendes Schleifvlies besitzt und das Rohr zu 3/4 umschließt. Durch den langsamen Vorschub erhält man eine gleichbleibende schön gebürstete Oberfläche.
Satinierte Oberflächen sind meiste gestrahlt Oberfläche, in der Herstellung dieser gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen, das Glasperlen Strahlen, das Sandstrahlen oder das Aluoxyd strahlen. Je nach dem welches Mesh bzw. welche Körnung wir nehmen oder genommen wurde erstrahlt die Oberfläche rauher oder eher weich, aber stark mattiert.
Die polished Oberfläche kennt eigentlich jeder. Es ist die, wie ich finde, fast schönste Oberfläche. Es ist ein nachträglich aufpolierte Oberfläche die meist einen Spiegelglanz besitzt. Die Herstellung dieser Erfolg mit verschiedenen Schleifpolituren welche verschiedenen Körnungen besitzt. Das Aufpolieren kostet doch etwas Zeit und schlägt sich daher zurecht im Preis nieder. Egal, ob elektrochemisch oder von Hand.
Eine der meistgenutzten Oberflächen jedoch ist die machined Oberfläche. Es ist kurz gesagt, die Oberfläche die wir direkt, nach dem Abdrehen bzw Bearbeiten erhalten haben. Je genauer und je sauberer das Material abgedreht oder bearbeitet wurde, desto feiner erscheint die Oberfläche. Bis hin dass man denkt, es sei nachpoliert worden. Sie ist mittlerweile auch die gängigste Oberfläche bei uns Dampfern.
Oberflächen, die ein Coating bekommen haben, wurden mit Beschichtungen versehen. Lackiert gepulvert usw. die Liste ist da lang. Jedoch sollte man schauen, welche Teile ein mit einem Coating versehen werden oder wurden. Sprich bei Akkuträgern ist es fast egal, solange die Gewinde oder leitenden Teile davon unberührt bleiben. Bei Verdampfern sollte man aufpassen, dass das Coating lebensmittelecht ist und sich dieses nicht im Liquid lösen kann oder sich unter Temperatur-Einfluss löst etc.
Wir haben ja von Kangertech nun die weißen oder schwarzen SubOhms am Markt. Woran erkennt man, daß ein „Coating“ gut gemacht ist oder hochwertig
Nun in erster Linie finde ich es wichtig, dass uns die Hersteller aufklären, welches Coating benutzt wurde und uns eine Unbedenklichkeit dafür ausstellen bzw. es in die Beschreibungen aufnehmen. Weshalb hatte ich oben beschrieben.
Wann ist ein Coating gut gemacht bzw hochwertig?
Erst einmal ist natürlich ausschlaggebend welches Coating genutzt wurde. Ist es nur ein Lack oder eine DLC (Diamant like Carbon) Beschichtung. Es ist denke ich klar, dass ein Lack lange nicht die Belastung durch Stoß Abrieb usw. aushält wie eine DLC Beschichtung. Da spielt aber auch wieder der Preis mit rein. Ein Hersteller eines Massenproduktes wird seine Teile nicht so extrem hochwertig beschichten lassen. Und wenn doch, ist der Kaufpreis dann merklich höher angesiedelt. Was ich persönlich aber begrüße. Denn meine Gerätschaften müssen leider sehr viel leiden.
Sprechen wir nun über das: wann ist es gut gemacht.
Wie oben beschrieben ist erstmal wichtig, was benutzt wurde, aber was nützt der beste Grundstoff, wenn er falsch verarbeitet bzw aufgetragen wurde?
Gut gemachte Coatings haben keine: Einschlüsse, Blasen, Abplatzer, lösen sich nicht nach kurzer Zeit – sind meist Wärme und Liquid beständig, sind sauber verarbeitet im Bezug auf Gleichmäßigkeit ohne Laufnasen, alle Ecken und Kanten, nix liegt frei, keine Rissbildungen usw.
Die Liste ist lang, aber da lege ich mein Augenmerk drauf. Oft umschweife ich solche Akkuträger und Verdampfer mit der Lupe, um mir das ganze etwas genauer anzuschauen.
Wie sieht es mit „natürlichen Feinden“ von Finishes aus?
Unsere Gerätschaften werden ja täglich etlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Sei durch Gase, Flüssigkeiten, mechanischen Beanspruchungen usw., auch diese Liste ist da sehr lang. All diese Einflüsse haben auch Auswirkungen auf die Finishes. Aber ich sag immer gegen jedes Übel gibt’s etwas, das unsere Gerätschaften schützt.
Was halten die aus und was sollte man beachten?
Nun, was halten sie aus. Eine sehr gute Frage. Bei hochglanzpolierten Flächen reicht es, wenn man sie mit schmutzigen Händen anfasst um sich Microkratzer zu holen, bei einer brushed Oberfläche reicht ein Ring zu zerkratzen usw. Und mit einem DLC beschichteten Mod können wir einen Kronenkorken entfernen.
Ich denke, natürliche Finishings halten schon bisschen was aus. Möchte man richtigen Schutz, bleibt einem nur die Vorsicht, Schutzhüllen usw. oder ein Coating, welches jenen Einflüssen strotzt.
Soll man vielleicht den Mod mit einer Folie bekleben, um Schäden zu vermeiden?
Es gibt mittlerweile so viele Möglichkeiten. Die bequemste ist ein Silikoncase, jedoch gebe ich Dir auch recht, mit den genannten Schutzfolien. Diese Art ist jedoch oft aufwendiger und unterliegt auch dem Abrieb, bzw. kann es auch sein, dass sie sich löst, weil sie zB. mit Liquid in Kontakt getreten ist usw.
Zum Schluß würde ich gerne über Materialen sprechen: Welche Metalle werden gerne genutzt bei Mods?
Das Spektrum der Metalle ist zum Glück nicht nicht so extrem groß. Jedoch werden sehr gerne Edelstahl, Kupfer, Messing, Alu oder Silber für Mods genutzt. Wobei einige dann lediglich als reine Leiter dienen.
Wir haben natürlich auch andere Metalle, die sehr selten genutzt werden einfach des Preises und der Verarbeitung wegen, als Beispiel nenne ich mal Titan.
Was sind die Vor – oder auch Nachteile der eingesetzten häufigsten Metalle?
Nun ich denke es kommt immer darauf an, für welchen Gebrauch das Metall gedacht ist. Nehmen wir das Beispiel eines Mods, den wir bauen wollen. Geht es rein darum das ich einen Mod bauen möchte, der möglichst alles aus dem Akku raus holen kann, wähle ich natürlich Metalle mit einer sehr hohen Leitfähigkeit. Denn ich möchte ja so wenig wie möglich Spannung auf dem Weg zum Verdampfer verlieren. Dann bleibt uns natürlich nur der Griff zum reinen Silber. Aber ein Mod aus reinem Silber ist, zum einen, viel zu teuer zum anderen ist das reine Silber viel zu weich. Gewinde sind schnell keine Gewinde mehr, äußerliche Beschädigungen sind sehr schnell gegeben usw. Aber Power hätten wir am Verdampfer satt. Nun, anhand dieses Beispiels erkennen wir schnell warum, die Metalle in einem Mod variieren. Hier geht es um Belastungen mechanischer Art, Leitfähigkeiten, usw.
Deswegen sind viele Mods aus Edelstahl gefertigt, die Kontakte aus versilbertem Messing, Messing oder Kupfer.  Wobei ich bei dieser Kombination immer sage: Was nützt mir ein versilberter Pol wenn die größte Bremse die Edelstahl Akkuröhre ist. Es gibt auch reine Kupfer oder Messing Mods, bei solch sortenreinen Mods nimmt man aber in Kauf, dass evtl. ein 510er Anschluss oder ein Gewinde nicht ganz so lange hält.
Daher die Vor- und Nachteile nach meinem Empfinden und meinen Feststellungen. Ich liste sie mal der Reihe nach auf, beginnend mit der besten Leitfähigkeit.
Silber hat die beste Leitfähigkeit, aber als reines Material ist es viel zu weich, mechanische Beanspruchungen hält es nicht wirklich aus. Die Oberflächenempfindlichkeit ist sehr hoch, sprich, es verkratzt extrem schnell. Zu dem oxidiert reines Silber sehr sehr schnell mitunter und wir müssen es häufig pflegen.
Kupfer hat die 2. beste Leitfähigkeit. Die Festigkeit ist schon wesentlich höher, es steckt mechanische Beanspruchungen schon wesentlich besser weg. Jedoch ist ausgehend von einem Gewinde, einmal schief drauf gedreht, ist das Gewinde hin. Die Oberflächen-Empfindlichkeit ist auch noch sehr kritisch. 2 Mods in einer Hosentasche und die Oberfläche ist ruiniert. Zumdem patiniert Kupfer unter Einfluss von Handschweiss schneller. Wir müssen es häufiger pflegen, polieren usw., um den Glanz zu behalten und keine riechenden Hände zu bekommen bzw. um Kontakte sauber zu halten. Bestes Mittel da, in Zitronensäure einfach einlegen, paar Minuten warten, abspülen, trocknen, fertig.
Aluminium ist mit der 3. besten Leitfähigkeit ein toller Leiter. Alu zeichnet sich durch seine Leichtigkeit aus. Besteht aber oft nicht bei mechanischen Beanspruchungen. Es reiht sich mit ein, da es sehr schnell verkratzt usw.  Ich habe festgestellt das es bei Aluminium bei meinem Gebrauch nicht so stark anläuft, sprich die Oxidschicht scheint beständiger zu sein. Ich habe meinen Alu Box Mod noch nie poliert und er sieht noch aus wie ich ihn bekommen habe. Da muss man aber auch zu sagen, das trifft nur zu, wenn Alu auf Alu trifft. Trifft Alu auf ein anderes Metall neigt es zum Korrodieren.
Messing der 4. beste Leiter. Messing ist etwas härter als Kupfer, da es eine Legierung ist, deren Hauptbestandteile ja Kupfer und Zink sind. Dadurch ist es nicht so empfindlich wie Kupfer, aber dennoch haben wir sehr schnell unschöne Kratzer etc. im Metall. In Sachen mechanischer Belastung steht es aber wesentlich besser da wie  Silber, Kupfer und Aluminium. Gewinde und Anschlüsse halten wesentlich länger und halten wesentlich mehr Belastungen aus.
Messing ist zwar eine Legierung, jedoch merkt man schnell, dass ein großer Bestandteil Kupfer vertreten ist, denn es patiniert relativ schnell. Wie Kupfer und Silber muss es häufiger gepflegt werden.
Nun zum dem meist verbauten Metall bei Mods, dem Edelstahl. Es ist unter den meist genutzten Metallen, der schlechteste Leiter. Jedoch ist es ein sehr festes Metall, welches doch starken mechanischen Beanspruchungen widersteht. Es ist im Gegensatz zu den anderen genannten Metallen, von der Oberflächenempfindlichkeit her, das am wenigsten anfällige Metall. Man muss aber dazu sagen, das man trotz allem je nach Oberfläche (Poliert, Brushed, Satiniert, Machined) mehr oder weniger schnell Kratzer etc. sieht.
Sauber gearbeitete Gewinde und Anschlüsse halten ewig bei richtiger Handhabung. Das ist aber Grundvoraussetzung bei allen Metallen!
Ein Problem haben aber fast alle eingesetzten Metalle. Die Wärme. Die meisten Metalle sind sehr gute Wärmeleiter und einige speichern Sie länger, andere weniger.
Was ist eigentlich Rhodium und ist es wirklich so viel besser?
Rhodium ist ein sehr sehr teures Edelmetall, welches zu der Kobalt Gruppe gehört. Die Gewinnung ist wie bei Platinmetallen sehr aufwändig. Das schlägt sich merklich auf den Preis nieder. Rhodium ist ein silberweißes, spiegel-glänzendes, sehr hartes Edelmetall, welches viel härter als Gold und Platin ist.
Ist es besser? Nein denn es ist
1: ein schlechter Leiter, es leitet schlechter als Silber, Kupfer und Aluminium.
2: es ist fast so teuer wie Gold. Gold liegt das Gramm bei ca.34€  Rhodium bei ca 29€.
3. es in reiner Form einfach zu weich ist.
Ist denn das Material ist gänzlich ungeeignet, um damit einen Mod oder Verdampfer zu bauen?
Rhodium ist selbst als galvanische Beschichtung sehr teuer. Jedoch kann ich sagen, dass es eine der besten Beschichtungen ist. Sie ist extrem
abriebfest, man hat nicht so das Problem mit Fingerabdrücken usw. Zudem hat es eine schöne Spiegelglanz-Oberfläche. Bedingung dafür ist aber eine hochglanzpolierte zu beschichtende Oberfläche.
Ist es teuer in der Verarbeitung?

Das kann ich leider nicht beantworten. Könnte mir aber vorstellen das die Bearbeitung aufgrund der nicht so großen Härte relativ einfach ist. Lass mich da aber gerne belehren.


Warum patinieren unsere Mods? Gibt es da Pflegetipps?

Ich nehme da mal einen Auszug aus Wikipedia, der das ganze schlicht und einfach in wenigen Sätzen erklärt.

Die Patina ist eine Schicht, die aus den Verwitterungsprodukten der Oberfläche, Sedimantation von Schwebteilchen der Luft (Staub, Aerosolen) sowie den chemischen Reaktionsprodukten dieser Stoffe entsteht.
Nun, wir haben ja, wenn überwiegend, Kupfer und Messing Mods die patinieren. Wie ich schon erwähnte, eignet sich Zitronensäure hervorragend zum Reinigen der Mods, oder aber das wiederkehrende Polieren mit Metall Polituren. Wollen wir es dauerhaft so belassen, bleibt uns meist nur eine Veredelung, welche dann eine andere Oberflächenoptik nach sich zieht. Wollen wir das nicht, wäre ein 2K Klarlack noch eine Alternative.
Nehmen wir einmal an, ich würde meinen Mod lange nicht pflegen und der patiniert komplett, kann mir da dann was passieren oder der Mod kaputt werden?
Was kann passieren. Nun die Patina an sich ist ja der natürliche Schutz des Metalls. Ist es nur äußerlich, ist es Geschmacksache, ob man es sich gerne anschauen mag und besonders, ob man den Geruch an den Händen mag. Defekte erleidet der Mod da eigentlich nicht. Sind Kontakte davon betroffen, kriegen wir schon eher Probleme. Es stellt sich mitunter zwischen Taster und Pol kein Kontakt mehr her. Heißt wir drücken unseren Taster, aber der Strom wird nicht mehr durchgeleitet.
Hast du vielleicht noch abschließende Worte für uns, die du vielleicht Einsteigern mitgeben möchtest, damit sie lange und viel Freude an ihren Verdampfern und Akkuträgern haben?
Aber ja 🙂 oft haben kleine Dinge eine größere Wirkung. Mit etwas Beschäftigung und Pflege habt ihr mehr Spaß am Dampfen. Reinigt regelmäßig alle Gewinde, achtet auf saubere Kontakte, dann gibts weniger heiße Finger (mechanische Mods) besseren Kontakt und mehr Leistung am Verdampfer 🙂

Ich möchte mich bei Manuel an dieser Stelle bedanken für das interessante Interview und hoffe, daß du auch weiterhin so erfolgreich bleibst und wir irgendwann unsere Schloßparty haben können.

Über den Autor

Nessilian
Nessilian
Dampfer aus Leidenschaft mit besonderem Hang zu exotischen Mods, dem der HWV der Ständigste unter den Begleitern ist. Ich habe nie aufgehört, die Faszination Dampf und Rauch zu lieben, sterbe aber äußerst ungern - eine gute Motivation für ein großes Hobby