Fakten zur E-Zigarette

Fakten zur E-Zigarette

Jahresbericht „Fakten zur E-Zigarette“
des Verbandes des eZigarettenhandels e.V. (VdeH)

Rechtzeitig zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2020 hat der VdeH heute den Jahresbericht
„Fakten zur E-Zigarette“ veröffentlicht.

Die Kernpunkte des Jahresberichtes „Fakten zur E-Zigarette“ sind:

  • Der Überblick über die Branchen- und Umsatzentwicklung in der EVALI-Krise und
    Corona-Pandemie.
  • Ein Überblick über die gegenwärtige Studienlage zum Konsum von E-Zigaretten, ihrer
    Wirkung und ihrer Rolle bei der Entwöhnung von klassischem Zigarettenrauchen.
  • Der Überblick zur aktuellen Regulierung und den geplanten Änderungen.

Der Verband des eZigarettenhandels e.V. hat sich zur Aufgabe gemacht, mit seinen Positionen zum Jugendschutz, zu Gesundheit, Regulierung und Werbung zu einer differenzierten Bewertung von E-Zigaretten beizutragen. Jüngste Studien haben gezeigt, dass E-Zigaretten einerseits eine wichtige Rolle für den Rauchausstieg spielen und andererseits kein Einstieg in den klassischen Tabakkonsum sind, insbesondere nicht für Jugendliche.

VdeH Vorsitzender Michael Dobrajc begrüßte die Teilnehmer der Pressekonferenz, die aufgrund der bestehenden Corona-Pandemie-Versammlungsbeschränkungen selbstverständlich online durchgeführt wurde.

Überblick Konsumverhalten

Zunächst erfolgte ein Überblick über das Konsumverhalten, wonach in Deutschland den rd. 11 Millionen Raucherinnen und -rauchern von Tabakzigaretten knapp 2,5 Millionen E-Zigarettennutzerinnen und -nutzern gegenüberstehen.

Der nach wie vor hohe Anteil von Rauchern, die nicht auf die wesentlich weniger schädliche Alternative umsteigen wollen, ist in erster Linie auf die Fehlinformationen in, aber auch durch die Politik zurückzuführen. In der Bevölkerung herrscht dadurch eine verzerrte Wahrnehmung der Fakten. Über 70 % aller über das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zum gesundheitlichen Risiko der E-Zigarette gegenüber einer Tabakzigarette Befragen gaben an, dass eine E-Zigarette gleich, bzw. schädlicher als eine Tabakzigarette sei. Und das obwohl auch das BfR eine ganz klare Meinung gegenüber der E-Zigarette vertritt: „(…) ganz offensichtlich, dass doch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch eine E-Zigarette doch ein deutlich geringeres gesundheitliches Risiko aufweist als die kommerzielle Tabakzigarette“ [Bundesinstitut für Risikobewertung Dr. Elke Pieper, 2020].

Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum unterstreicht seine Meinung zur E-Zigarette mit einer erst kürzlich getroffenen Aussage: „Nach heutiger Studienlage sind E-Zigaretten deutlich weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten“.

Quelle: Screenshot vom VdeH Pressebriefing

Forderungen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung

Nicht nachvollziehbar, warum die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Daniela Ludwig, MdB so nachhaltig nach weiteren Regulierungen verlangt und erwachsenen Rauchern abspricht, an Fruchtgeschmäckern interessiert zu sein. Dabei hatte die Bundesregierung im Drogen- und Suchtbericht 2019 doch ganz klar festgestellt, dass es immer mehr Studien gibt, die davon ausgehen, dass E-Zigaretten – aufgrund der deutlich geringeren Schadstoffmenge im Aerosol – im Vergleich zu Rauchtabak weniger schädlich sind. Darüber hinaus hat die DEBRA Studie (im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit) festgestellt, dass 99,7 % aller E-Zigarettennutzer ehemalige Nutzer von Tabakzigaretten und diese zu über 99 % volljährig sind.

Weitere Regulierungen wie eine Einschränkung der verwendbaren Aromen und insbesondere ein rigoroses Werbeverbot würde daher Raucherinnen und Rauchern von Tabakzigaretten die Attraktivität eines Umstieges auf die wesentlich weniger schädliche Alternative nehmen und dem Handel die Möglichkeit der Aufklärung verwehren. Denn, so der VdeH, die E-Zigarette ist ein Produkt, das für erwachsene Raucher konzipiert wurde, die mit dem Rauchen aufhören möchten und auf der Suche nach einer weniger gesundheitsschädlichen Alternative sind.

Quelle: Screenshot vom VdeH Pressebriefing

Die Steuerfrage

Auch auf die Frage nach einer Steuer auf E-Zigaretten wird im Jahresbericht eingegangen. Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen fordern eine Gleichstellung mit der Tabaksteuer. Darin sieht der VdeH jedoch eine erneute Verhärtung der Fehlvorstellung, da dadurch der Bevölkerung suggeriert werden würde, die E-Zigarette sei mindestens genauso schädlich wie eine Tabakzigarette. Dem Drogen- und Suchtbericht 2019 folgend, wäre daher eine verminderte Umsatzsteuer (7 % anstatt 19 %) das einzig richtige Signal (weniger Steuern = weniger schädlich) sowohl an den Handel als auch an den Konsumenten.

2.000 E-Zigaretten Fachgeschäfte

Der E-Zigarettenhandel erfolgt in Deutschland über rd. 2.000 Fachgeschäfte, die zu 96 % inhabergeführt sind. Nur knapp 4 % der Versorgung mit E-Zigaretten erfolgt über Handelsketten mit mehr als sechs Ladengeschäften. Geschätzt 20.000 – 25.000 Arbeitsplätze hängen unmittelbar mit diesen Unternehmen zusammen. Auch wenn der Onlinehandel über spezielle Onlineshops und über Marktplätze stetig zunimmt, hat die EVALI-Krise in den USA Ende 2019 (illegale E-Joints in E-Zigaretten, die durch die Streckung mit Vitamin-E-Azetat schwere Lungenschädigungen verursachten) auch hierzulande zu schweren Umsatzrückgängen geführt. Über 150.000 E-Zigarettennutzer sahen sich – angesichts der über die Medien verbreiteten Fehlinformationen – dazu genötigt, zur Tabakzigarette zurückzugreifen.

20 % Umsatzrückgang

Doch der Branche standen mit dem Beginn der Corona-Pandemie weitaus größere Probleme bevor. Während in einigen wenigen Bundesländern die E-Zigarette zur Grundversorgung gerechnet wurde, konnte sich in den überwiegenden Bundesländern nur die Tabakzigarette dieser politischen Anerkennung erfreuen. Dies führte zu einer nachhaltigen Schädigung der E-Zigaretten-Branche. Lt. VdeH ist 2020 daher mit einem Umsatzrückgang von mindestens 20 % zu rechnen, der trotz des kurzzeitigen Kundenzulaufs nach Inkrafttreten der Lockerungen nicht aufgefangen werden konnte. Es steht daher zu befürchten, dass ein Viertel der Fachgeschäfte die kombinierten Krisen nicht überstehen werden und den Geschäftsbetrieb einstellen müssen.

Quelle: Screenshot vom VdeH Pressebriefing

Chance nutzen

Die Ergebnisse der wissenschaftlich fundierten Studien liegen auf dem Tisch. Die E-Zigarette ist ein Mittel der Risikoreduzierung. Der Grundsatz der Risikoreduzierung (Tobacco Harm Reduction) besteht darin, dass im Vergleich zum Rauchen herkömmlicher Tabakzigaretten der Umstieg auf weniger schädliche Produkte eine große gesundheitspolitische Chance darstellen.

Gerade zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai 2020 sollte man diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen, denn beispielsweise eine Studie des renommierten Suchtforschers Peter Hajek hat gezeigt, dass E-Zigaretten doppelt so erfolgreich beim Rauchausstieg sind, wie Nikotinersatzprodukte.

Download als PDF

Auf der Internetseite des Verbandes des eZigarettenhandels e.V. (VdeH) steht der vollständige Jahresbericht „Fakten zur E-Zigarette“ mit allen Studienergebnissen und Übersichten ab sofort als PDF zum Download bereit. www.vd-eh.de

 

Über den Autor

Manfred Schindler
Manfred Schindler
Servus, Als frei- und nebenberuflicher Journalist/Fotograf und Mitglied im BDFJ (www.bdfj.de) hoffe ich Euch - mit meinen Reportagen und Artikeln - auch immer ein wenig unterhalten zu können.