Heureka – ich dampfe Kaffee!

Eine etwas heitere Betrachtung meines Koffeinexperimentes

[Autor: KriSt]

TPD2, Tabakmonopol, Politiker, die mir das Dampfen mit Nikotin verbieten wollen, und, und, und – die Horrormeldungen für jeden Dampfer überschlagen sich ja fast täglich. Langsam aber sicher breitet sich in mir ein ziemlich unangenehmes Gefühl, was das sorglose Dampfen betrifft, immer weiter aus. Aber Stopp! Da war doch was! Hat nicht ein gewisser PepeCyB mal was über Koffein als Nikotinersatz erwähnt? Und siehe da – das Internet gab da so einiges an Information preis, sodass ich beschloss, mein persönliches Koffeinexperiment zu starten.
Aber ganz so unkompliziert wie alles vorerst klang, war das dann doch nicht. Begonnen haben die Problemchen bereits bei der Organisation des Koffeinpulvers. Ganz ehrlich – die Apothekerin in unserer kleinen Ortschaft sah mich bei meiner Bestellung von 100 mg Koffeinpulver an, wie eine Schnecke wenn’s blitzt. Na das konnte ja was werden. Nach intensiver Erklärung der Verwendung des Koffeins mit Beteuerung des sorgsamen Umgangs und dem Versprechen, nicht mich und die Nachbarschaft vergiften zu wollen, hielt ich dann dieses weißliche Pulver in meinen Händen.

Also frisch ans Werk. Kurz mal die Internetseiten überflogen und ab in meine Chemieküche. Da ja sonst das Herstellen dampfbarer schneidenLiquids bisher keine großen Enttäuschungen zu Tage förderte, konnte alles ja keine Hexerei darstellen. Ihr vermutet richtig – die Annahme, das Ganze mit einer selbst hergestellten Koffeinbasis zu reproduzieren, war, gelinde gesagt, schon ein wenig optimistisch! Habt ihr schon einmal Pudding gedampft? Ich schon, aber das Geschmackserlebnis hielt sich ordentlich in Grenzen! Aber ganz so schnell wollte ich die Flinte nun auch wieder nicht ins Korn werfen und beschloss, mir die Tipps von PepeCyB doch genauer durchzulesen. Und siehe da – vor mir standen 100 ml Koffeinbasis mit einer Konzentration von 24 mg/ml in einer 50/40/10-Basis mit einer Temperatur von 35 Grad Celsius. Rein und klar, wie die Tiroler Bergluft. Da der Abend schon recht weit fortgeschritten war, beschloss ich, die Tests der Koffein-Basis auf den nächsten Tag zu verschieben. Groß war am nächsten Morgen meine Neugier, wie sich der Ersatz für mein geliebtes Nikotin bewähren würde. Die Ernüchterung stellte sich jedoch rasch ein, als ich mein vortägiges Experiment betrachtete: Nichts war mehr los mit einer klaren Flüssigkeit. Vor mir stand ein milchiges, diesmal jedoch flüssiges Etwas. Aber zumindest war es einigermaßen dampfbar und klarte auch mit zunehmender Erwärmung im Verdampfer wieder auf. Also war doch nicht alles für die Katz‘. Jetzt aufzugeben entspricht nicht meinem Naturell und nach Beherzigung der Tipps mit der richtigen Reihenfolge,vor allem mit der Temperatur bei der Auflösung des Koffeins und der restlichen Zutaten ging es daran, endlich was Brauchbares zu mischen. Ich habe zwar gelesen, dass mit der Beimischung von glassZitronensäure das Anrichten einer Koffeinbasis viel leichter wäre, jedoch wollte ich Säure meiner Lunge nicht zumuten, auch wenn sich alles in eine neue, scheinbar ungefährliche Substanz wandelt. Ich kann euch sagen: Unter Einbeziehung der wohl gemeinten Tipps von PepeCyB, vor allem die Temperatur und Mischreihenfolge betreffend, gelang es mir wirklich eine stabile, klare Basis bei Zimmertemperatur herzustellen.

Nicht ohne Stolz befüllte ich meinen Zephyrus-Verdampfer mit dem neutralen Liquid (20 mg/ml Koffein). Der erste Eindruck: Ja, es flasht – und wie! Für jemanden wie mich, der normalerweise 6 mg/ml Nikotin verwendet, sogar einen Tick zu viel des Guten. Aber das Problem zu lösen, ist ja relativ einfach zu bewerkstelligen. Was jedoch bleibt, ist ein anfänglich deutlich wahrnehmbarer, leicht bitterlicher Geschmack, der sich jedoch mit Fortdauer des Dampfens immer mehr verflüchtigt. Wie man sieht, gewöhnt man sich recht rasch an das Liquid.

Die Frage, ob die Verwendung von Koffein als Nikotinersatz realistisch ist, kann ich persönlich mit einem deutlichen JA beantworten. Ob ich es auch ständig dampfe? Solange ich noch Nikotin-Basis verwenden kann – eher nur ab und zu. Aber es ist einfach gut zu wissen, dass ich eventuellen Beschränkungen von Nikotin eher gelassen gegenüber stehen kann und mir die Politiker mit ihrem übertriebenen Regulierungsdrang auf gut tirolerisch „Wurscht“ sein können.

Somit wünsche ich euch allen weiterhin „Gut Dampf!“ und lasst euch nicht unterkriegen. Was in Österreich (das Vorhaben, Dampfen unter das bestehende Tabakmonopol zu stellen, wurde vom Höchstgericht als verfassungswidrig angesehen) möglich ist, sollte Mut machen. Was in der Alpenrepublik erfolgreich war, muss auch EU-weit über kurz oder lang zum Erfolg führen.

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