Im Dampferlädla werden die Götter verrückt

Dampferlädla

Im Dampferlädla werden die Götter verrückt

Thomas Schmelzing vom Bamberger Dampferlädla konnte mit seinen außergewöhnlichen Götteraromen bereits große Erfolge erzielen. Auffällig sind dabei die ungewöhnlichen Namen der Mischungen, die alle an die nordische Wickingermythologie angelehnt sind, sowie die handgezeichneten Darstellungen der Göttern Baldur, Freja, Heimdall, Loki, Odin und Thor auf den Labels.

Auffällig ist aber auch der Name des Shops, der durch seinen fränkischen Dialekt einen Bezug zur Region herstellt. Doch den eigentlichen Erfolg verdankt Thomas der Leidenschaft, die er und sein Team in das Bamberger Dampferlädla stecken.

Eine ausführliche Kundenberatung gehört dabei ebenso zu seinem Konzept, wie ein umfangreiches Merchandising. Dabei wird er tatkräftig von seiner Frau unterstützt, die neben dampfende Gummi-Enten, exklusiven T-Shirts und praktischen Wickelmatten eine Vielzahl von individuell angefertigten Artikel speziell für das Dampferlädla produzieren lässt.

Sein über 200m² großes Ladengeschäft hat seinen Ursprung in einem Souvenirladen, in dem Anfangs nur ein kleines Dampferregal stand. Mittlerweile lockt er Kunden aus der ganzen Umgebung, und sogar darüber hinaus, nach Strullendorf bei Bamberg.

Doch die Götter Aromen sind nur ein Teil seiner Hausmarke Lädla Juice, auch mit seinen Lolliii Aromen hat er zahlreiche Fans in ganz Deutschland gefunden.

Wir haben sowohl die Götter-Aromen, als auch die verschiedenen Lolliii Varianten getestet.


So haben wir getestet:
Zum Anmischen haben wir Basis mit einem 50/50 Verhältnis (PG/VG) verwendet. Als Verdampfer kamen die JustFog Minifit (Pod System), der Aspire Nautilus GT (Fertigcoiler) und der Taifun GTR (Selbstwickelverdampfer) zum Einsatz. Wir haben die Liquids gleich nach dem Anmischen getestet und erneut nach einer Reifezeit von 7 Tagen.

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Baldur – Gott der Schönheit

Der Beschreibung nach, soll diese Mischung nach einer frischen Schwarzwälder Kirsch Torte aus der Hand der Götter schmecken. Wie zu erwarten, entfaltet sich das Aroma im Taifun GTR wesentlich nuancenreicher als in den anderen beiden Testgeräten. Beim Einatmen spürt man deutlich eine angenehm süß-saure Kirsche, die intensiv aber nicht aufdringlich wirkt. Ein leichter Keks-Geschmack ist bereits vorhanden, dieser wird jedoch erst beim Ausatmen richtig deutlich und tendiert ein wenig zu einer leichten Schokoladen-Note.

Ein Sahnegeschmack, wie ich ihn eigentlich erwartet hätte, konnte ich bei dieser Aromakombination nur recht schwach herausschmecken. Für eine Schwarzwälder Kirsch Torte hätte das cremig-sahnige Element allerdings noch etwas stärker ausgeprägt sein können. Dennoch ist es ein durchaus gelungene Kombination, die mir persönlich allerdings nach einiger Zeit etwas zu süß wurde.

Freyja – Göttin der Liebe

Die recht süße Kirsche dieses Mischung ist sehr dominant, sie überdeckt die anderen Aromen dieser Mischung weitestegehend. Lediglich beim Ausatmen kommt die leicht säuerliche Limette klar durch. Dieser Effekt ist unterschiedlich stark, je nachdem welches Gerät man verwendet. Die Drachenfrucht ist generell eher unterschwellig vorhanden und dient wohl eher dazu die beiden anderen Aromen abzurunden und zu stützen.

Insgesamt eine sehr kirschlastige Mischung, bei der die Limette ruhig etwas intensiver sein könnte. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass viele Kirsch-Fans dieses Aroma lieben werden, da es wesentlich mehr bietet als ein reines Kirsch-Aroma.

Heimdall – Wächter der Regenbogenbrücke

Der süßlich-cremige Yogurt tritt klar in den Vordergrund und überdeckt die dezent gehaltene Kokosnote fast vollständig. Im Taifun GX, lässt sich Kokos zwar noch deutlich herausschmecken, in den anderen Verdampfer ist dies aber schon erheblich schwieriger.

Beim Ausatmen tritt kurz eine intensive Limette zum Vorschein. Allerdings wird die leichte Säure durch den Yogurt schnell wieder überlagert. Während die Limette in der Minifit kaum spürbar und im Nautilus zumindest leicht vorhanden ist, kann sie sich im Selbstwickler etwas intensiver entfalten, ist jedoch insgesamt zu weit im Hintergrund.

Für meinen Geschmack hätte die Limette ausgeprägter sein können. Gestört hat mich persönlich die etwas übertriebene Süße des Yogurts, die mir nach kurzer Zeit zu dominant wurde. Wer jedoch süße Liquids mag, der wird sich mit Heimdall wohlfühlen.

Odin – Göttervater Kriegs Gott

Eine interessante Kombination aus Whisky, Vanille, Tabak und schwarzem Tee. Anfangs tritt eine herbe Mischung aus verschiedenen Aromen nach vorne. Sowohl der Whiskey als auch die Vanille ergeben mit dem Tabak einen herb-süssen Grundton, bei denen jedoch keines der enthaltenen Aromen wirklich nach vorne dringt. Auch der Tabak geht in der Mischung zu einem großen Teil unter, wirkt dadurch aber durchaus angenehm.

Beim Ausatmen entfaltet sich dann der prägnante Geschmack eines schwarzen Earl Grey und löst mit seiner Dominanz die anderen Aromen gekonnt ab. Die Vanille schwimmt ständig mit, ist allerdings so dezent, dass man sie nur mit viel Phantasie herauschmeckt. Sie dient bei den verwendeten Aromen hauptsächlich zum Abrunden der anderen Geschmacksrichtungen.

Sicherlich kein Liquid für jeden Geschmack, wer es allerdings lieber etwas würzig mag, der wird mit diesem Liquid voll auf seine Kosten kommen. Speziell der aromatische schwarze Tee war für mich eine willkommene Abwechslung und besitzt zudem eine sehr authentische Note.

Thor – Gott des Donners

Eine schwer zu beschreibende Mischung aus einer Vielzahl unterschiedlicher Furchtaromen. Zunächst wird der Geschmack dominiert von einer undefinierbaren fruchtigen Süße. Darunter verbergen sich vermutlich mehrere Beeren, eventuell auch Ananas und Aprikose. Genau herausschmecken konnte ich die Früchte leider nicht.

Beim Ausatmen fällt das etwas leichter, denn nun wird der Geschmack abgelöst durch eine leicht bittersüße Orange, Himbeere und einem säuerlichen Hauch Zitrone, möglicherweise auch Limette. Insgesamt wirkt diese Mischung leider etwas überfrachtet. Auch wenn ich persönlich Fruchtaromen sehr mag, war mir diese Mischung dann doch etwas zu viel durcheinander.

Loki – Gott der Hinterlist

Eine sehr gelungene Komposition aus einer fruchtigen Orange, einer leicht säuerlichen Himbeere und einem aromatischem Schwarztee. Es ist sehr erfreulich, dass es sich nicht um eine übertriebene Süße handelt, sondern eine gute Balance zwischen dem herben Tee und den Fruchtaromen geschaffen wird. Stellenweise erinnert mich das Aroma an den Geschmack eines Eistees. Um den Tee als solchen herauszuschmecken benötigt es allerdings einen guten Verdampfer. Während man im Selbstwickelverdampfer die Aromen deutlich voneinander unterscheiden konnte, war dies im Pod System gar nicht, und im Fertigkopfverdampfer nur sehr eingeschränkt möglich.

Für mich ist Loki der klare Favorit, der selbst nach längerem Konsum nicht langweilig oder aufdringlich wird, aber auch Odin hat mich sehr positiv überrascht.


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Volle Fresse Kirschlolliii

Die Kirsche, die hier erwartungsgemäss in den Vordergrund dringt ist angenehm mild und geht beim Ausatmen in eine sanfte aber dennoch prägnante Süße über. Der Geschmack erinnert unweigerlich an einen Zuckerlutscher, so dass man die Mischung durchaus als gelungen bezeichnen kann. Das Aroma unterscheidet sich deutlich von anderen Kirschlolli Mischungen, ist aber auf seine ganz eigene Art sehr interessant. Insgesamt erinnert diese Kirschlolli Variation weniger an eine frische Kirsche vom Baum, sondern eher an eine Süßigkeit – was zwangsläufig auch die Intension dieser Kreation sein soll.

Im Pod System bleibt von der Kirsche leider nicht mehr viel übrig, da schmeckt man dann nur noch „süß“. Daher sollte man dieses Liquid unbedingt in einem guten Verdampfer, bestenfalls in einem Selbstwickler, geniessen.

Wenn man süße Liquids mag, eignet sich diese Mischung absolut als All-Day. Der etwas provokante Namenszusatz „Volle Fresse“ wird dem fein abgestimmten Aroma nicht wirklich gerecht, doch glücklicherweise ist das letztlich nur eine Randnotiz die keine Auswirkung auf den Geschmack hat.

Volle Fresse Lolliii Himbeere

Eine Variation des zuvor getesteten Kirschlolliii Aromas, jedoch wurde hier die Kirsche durch eine intensive Himbeere ersetzt. Auch hier ist lässt sich beim Ausatmen eine intensive Süße wahrnehmen, die jedoch gut mit der leicht säuerlichen Note der Himbeere kooperiert. Die Himbeere als solche ist intensiver, was sich schon beim Testen im Pod bemerkar macht. Sie ist selbst in dem kleinen Gerät noch deutlich wahrzunehmen, auch wenn dabei erneut die Süße überwiegt. Der Charakter des Aromes erinnert auch bei dieser Mischung wieder an eine Süßigkeit, welche sich durchaus für den Alltag eignet und auch nach mehreren Tanks noch schmeckt.

Volle Fresse Lolliii Tropical

Eine angenehme Kombination tropischer Früchte. Beim Einatmen ist die Fruchtmischung noch relativ schwer zu definieren. Insbesondere in dem Minifit Pod System kann man einzelne Geschmacksnuancen nur schwer herausschmecken. Im Selbstwickler tritt jedoch eine leichte Mango-Note hervor. Zum Abrunden wurde hier offensichtlich eine Ananas verwendet die meiner Meinung nach ein wenig intensiver sein könnte. Beim Ausatmen dominiert dann eine süße Maracuja, die sich vorallem im Nautilus und im Selbstwickler sehr intensiv bemerkbar macht.
Eine erstaunlich angenehme Fruchtmischung, die die Bezeichnung „Tropical“ wirklich verdient. Die Mischung ist zwar etwas süß, aber nicht zu überladen, wodurch sie sich sehr gut für den Alltag eignet.

Volle Fresse Kirschlolliii Ice

Eine Variantion des Kirschlolliii Aromas mit einer auffallend intensiven Kühle. Wie schon beim ursprünglichen Aroma dominiert hier die auffällige Süße. Durch die – für meinen Geschmack etwas zu starke – Kühle, geht das eigentliche Kirscharoma etwas unter. Dennoch eine recht gelungene Kombination, die bei Liebhabern von kühlenden Liquids sicherlich viele Fans finden kann. Für dieses Aroma ist jedoch unbedingt ein hochwertiger Selbstwickelverdampfer zu empfehlen.

Volle Fresse Lolliii Erdbeer Sahne

Bei dieser Lolliii Variante setzt man auf einen intensiven Erdbeer-Sahne Geschmack, der sich ebenfalls an einem bekannten Lutscher aus dem Süßigkeitenregal orientiert. Insofern kann man die Mischung durchaus als authenisch bezeichnen. Da jedoch das Erbeer-Aroma unter der cremig-süßen Dominanz etwas untergeht, fällt es schwer den Erdbeer-Geschmack als solchen zu bewerten. Wie schon bei den anderen „Lollii“-Aromen ist auch hier eine deutliche Süße im Vordergrund, was bei dieser Linie allerdings durchaus gerechtfertigt ist, da es sich durchweg um Anlehnungen an Süßigkeiten handelt.


Alle Aromen werden in 120ml Chubby Flaschen ausgeliefert, die mit 20ml Aromakonzentrat vorbefüllt sind, und je nach Wunsch mit neutraler Basis, bzw. Nikotinshots aufgefüllt werden. Als Reifezeit werden 1-7 Tage empfohlen.

Generelle Anmerkungen zu Liquids & Aromen
Die Geschmacksentfaltung eines Liquids hängt maßgeblich von vielen unterschiedlichen Parametern ab. Dazu zählen beispielsweise die Zusammensetzung der verwendeten Basis, die eingestellte Leistung, der verwendeten Verdampfer und letztlich auch das persönlichen Geschmacksempfinden des Nutzers. Unser Test bildet daher nur die persönlichen Eindrücke des jeweiligen Autors ab. Wir raten grundsätzlich dazu, ein Liquid, bzw. ein Aroma vor dem Kauf selbst in einer Offline-Verkaufsstelle zu testen.

 


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Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.