Interview mit Philip Drögemüller

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Interview mit Philip Drögemüller vom Verband des eZigarettenhandels e. V. (VdeH)

VdeHManch einer fragt sich vielleicht, was genau macht eigentlich ein Händlerverband wie der VdeH? Nun, neben der Funktion ein Ansprechpartner in wichtigen Fragen zum Thema TPD2 Regulierung für seine Mitglieder zu sein, ist der VdeH in erster Linie ein Lobbyverband der gegenüber der Politik versucht die Interessen seiner Mitglieder durchzusetzen.

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Philip Drögemüller

Der VdeH trägt aber auch zu einem Teil dazu bei wie die Öffentlichkeit, die Medien aber vor allem auch politische Entscheidungsträger das Thema E-Zigarette wahrnehmen. Um einen kleinen Einblick in die Arbeit des VdeH zu erhalten, sprachen wir mit dem Pressesprecher des VdeH, Philip Drögemüller, über die Medien, die öffentliche Wahrnehmung von Dampfern und über die Webseite unsererfolg.org, bei der man versucht Erfolgsstorys von Umsteiger zu sammeln.

Hallo Philip, als Händlerverband seid ihr sicher auch häufig Ansprechpartner für die etablierten Medien, sobald es um das Thema E-Zigarette geht. Bekommt ihr häufig Anfragen und wie geht ihr damit um?

Die Häufigkeit der Nachfrage hängt davon ab, wie aktuell das Thema E-Zigarette gerade von den Medien bewertet wird. Das ist eine Wellenbewegung. Große Wellen haben z.B. die Themen Regulierung, Jugendschutz und Produktsicherheit ausgelöst. Da werden wir im Zuge der Recherche in der Regel auch mit eingebunden. Meistens als Gegenstimme zu Veröffentlichungen größerer Gesundheitsorganisationen wie WHO (DKFZ) oder BzgA sowie Statements der Drogenbeauftragten der Regierung.

Wir sind natürlich auch proaktiv unterwegs und versuchen, den Redaktionen anhand von Fakten die Recherche zu erleichtern und eine vorurteilsfreie Sicht auf das Thema zu ermöglichen. Hier hat sich unser im letzten Jahr veröffentlichter Faktenreport als sehr hilfreich erwiesen. Dieser wird zur Zeit aktualisiert und erscheint bald in der dritten Fassung. 

Schaut man sich die Artikel an, die in Zeitungen oder auch im Fernsehen erscheinen, kann man vielfach nur mit dem Kopf schütteln. Woher haben die Medien diese Fehlinformationen? Wie erklärt ihr euch das?

Wir denken, dass es in Bezug auf die E-Zigarette immer noch ein großes Informationsdefizit gibt. Besonders in Deutschland herrscht viel Verunsicherung bzgl. des Risikopotenzials von E-Zigaretten. Die Hälfte der Menschen hierzulande denkt immer noch, dass E-Zigaretten genauso schädlich sind wie normale Zigaretten.

Zahlreiche positive Studien sind kaum bekannt. Etwa die von Public Health England, die schon 2015 veröffentlichte, dass E-Zigaretten 95% weniger gesundheitsschädlich sind als Tabak. Oder aber eine aktuelle erste Langzeitstudie von Cancer Research UK, die ihre eigenen Forschungsergebnisse als weiteren Beleg dafür bezeichnen, dass E-Zigaretten eine viel sicherere Alternative zu Tabak und die langfristigen Auswirkungen dieser Produkte minimal sind.

Hinzu kommen bewusst in die Öffentlichkeit lancierte Sensationsgeschichten wie etwa über Popcornlungen und Chemiecocktails, die den Schwerpunkt auf die Betrachtung potenzieller Risiken legen und kaum die Chancen betrachten. Ganz im Sinne von „Quit or Die“.

Was kann man, eurer Meinung nach, gegen die völlig verdrehte öffentliche Wahrnehmung machen und wie möchtet ihr als Händlerverband dazu beitragen die Informationsdefizite zu beseitigen?

Hier kann es nur darum gehen, beharrlich und glaubwürdig über die Vielzahl der Fakten zu informieren. Ein Umdenken hat aus unserer Sicht bereits eingesetzt. Sehr hilfreich sind neuere Untersuchungsergebnisse aus Deutschland, die seit einem halben Jahr vorliegen und auch Beachtung bei größeren Redaktionen gefunden haben. Es ist ein guter Anfang, und es stimmt mich nach vielen Jahren der haarsträubenden Meldungen vorsichtig optimistisch, dass es analog zur Entwicklung in Großbritannien auch in Deutschland einen Sieg der Vernunft geben kann.

Trotz der negativen Presse nimmt die Zahl der Dampfer aber ständig zu, so ist jedenfalls mein Eindruck. Habt ihr da genaue Zahlen?

Unseren Schätzungen zufolge gibt es inzwischen rund 1,5 Millionen regelmäßige und ausschließliche Dampfer in Deutschland. Die Zahl der Dual-User dürfte weit höher liegen. Wie schnell die Anzahl der Dampfer in Deutschland zunimmt, hängt aber nicht nur von der Berichterstattung ab, sondern auch davon, wie die Politiker E-Zigaretten regulieren. Ob sie verstehen, dass es eine Alternative zu „Quit or Die“ gibt, ob sie ein Produkt unterstützen, das mindestens 95 Prozent weniger Risiken hat und das schon vielen Menschen geholfen hat.

Wenn man als Dampfer angesprochen wird und erzählt, dass Dampfen eine tolle Alternative zum Tabakqualm ist, bekommt man häufig Vorurteile zu hören. Viele Nicht-Dampfer sind mittlerweile so geprägt, dass sie einem kaum glauben.

Das mag sein, aber sobald die Menschen ihre eigene Geschichte erzählen und von deutlich verbessertem Gesundheitszustand berichten, sowie von den positiven Rückmeldungen ihrer Familien und Freunden, dann sieht das schon wieder ganz anders aus. Wenn man erzählt, dass man es mit Hilfe der E-Zigarette endlich geschafft hat, mit dem Rauchen aufzuhören, liegen die Vorteile der E-Zigarette mit einem Mal auf der Hand und niemand möchte den frischgebackenen Dampfern raten, wieder zu rauchen.

Seit kurzem ist eure Seite unsererfolg.org online, es ist allerdings nicht die erste Seite, die sich mit den Geschichten vom Um-, bzw. Einsteigern beschäftigt. Verbraucherverbände, Blogger und andere haben diese Idee bereits schon seit längerem aufgegriffen. Wieso noch so eine Seite, und warum von einem Händlerverband? Was versprecht ihr euch von unsererfolg.org?

Je mehr solcher Seiten es gibt und je mehr Dampfer sich beteiligen, umso größer ist die Chance auf eine Veränderung der negativen Wahrnehmung der E-Zigarette. Jede Geschichte ist hilfreich und wichtig. Denn nur gemeinsam kann dieses wichtige Ziel erreicht werden.

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www.unsererfolg.org

Da die meisten Journalisten und Politiker in ihrem Umfeld nicht auf Dampfer treffen, soll diese Seite dazu beitragen, ihnen sehr schnell vor Augen zu führen, welches extrem positive Potential die E-Zigarette besitzt.

Es geht uns darum, mit einer klaren und einfach zugänglichen Seite dazu beizutragen, die Zweifel auszuräumen. Über individuelles, authentisches Storytelling erreicht man darüber hinaus, dass die subjektiven Erfahrungen in Erinnerung bleiben. Es sind konkrete Menschen inmitten der Gesellschaft, die für sich einen alternativen Weg zum Tabakkonsum gefunden haben. Und sie tun dies mit echtem Genuss und Leidenschaft.

Jede Dampferin, jeder Dampfer hat einen Erfolg für sich und seine Angehörigen und Freunde errungen. Gemeinsam ist es: unsererfolg.org

Wir bedanken uns für das Interview, wünschen euch viel Erfolg auf dem sicher steinigen Weg und sind schon sehr gespannt auf euren Faktenreport.

Verband des eZigarettenhandels e. V. (VdeH): www.vd-eh.de

Unsererfolg.org: www.unsererfolg.org

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.

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