Interview mit Prof. Dr. Bernd Mayer von der Uni Graz

Es ist spät, aber noch nicht zu spät …

Ein Interview mit Prof.Dr.Bernd Mayer von der Uni Graz

von Horwin

Prof. Dr. Bernd Mayer ist Pharmakologe und Professor Bernd_office_smallan der Universität Graz, dort leitet er den Bereich Pharmakologie und Toxikologie. Er ist einer der wenigen Wissenschaftler die sich eingehend mit der E-Zigarette beschäftigt haben, und die auch öffentlich dazu stehen. Er ist selbst überzeugter Dampfer, ein starker Befürworter der E-Zigarette sowie ein couragierter Kritiker von Frau Dr. Pötschke-Langer.

 

 

 


DAMPFERmagazin: Seit einigen Jahren beschäftigst du dich beruflich intensiv mit den Auswirkungen von Nikotin, bzw. von elektrischen Zigaretten. Wie hast du mit dem Dampfen angefangen? War es das berufliche Interesse das dich zum Dampfen gebracht hat, oder hatte dein Umstieg von der Tabak-Zigarette zur E-Zigarette erst mal gar nichts mit deiner Arbeit zu tun?

Bernd Mayer: Das war ein Zufall. Renatus Derler, ein Lebenskünstler aus der Steiermark hatte 2004/2005 in China die E-Zigarette von Ruyan entdeckt und wollte diese mit der Lizenz von Ruyan in Europa kommerzialisieren. Für die Beurteilung der gesundheitlichen Aspekte dieser Produkte hat er einen Toxikologen gesucht und ist so notgedrungen über mich gestolpert (weil ich der einzige im universitären Bereich tätige Toxikologe in der Steiermark bin). Ich war von diesem Konzept sofort begeistert und habe prognostiziert, dass diese Produkte innerhalb von 15 Jahren die Tabakzigaretten vom Markt fegen werden. Naiverweise konnte ich mir nicht vorstellen, dass jemand auch nur einen winzigen Vorbehalt dagegen haben könnte.

DAMPFERmagazin: Du hast dich sicherlich auch schon vor der E-Zigarette mit der Wirkung von Nikotin beschäftigt, oder ist dieses Thema erst mit dem Dampfen in deinen Fokus gerückt?

Bernd Mayer: Ich forsche nicht auf Nikotin oder Tabak, daher habe ich Nikotin nur in der Vorlesung abgehandelt und dabei das nachgeplappert, was in den Lehrbüchern steht (Suchtgift, Nervengift, ein Tropfen tödlich usw.). Dass ein Großteil davon Quatsch ist, habe ich erst erkannt, als ich selbst mit dem Dampfen begonnen und mich intensiver mit der Thematik auseinandergesetzt habe.

„Der Kern des Problems ist meines Erachtens, die durch die Pharmaindustrie finanzierte und dirigierte WHO“

DAMPFERmagazin: Für die Dampfer ist es erschreckend wenn man Aussagen von „angeblichen Experten“ wie einer Frau Dr. Pötschke-Langer hört. Belächelst du so etwas, oder ärgert dich das noch viel mehr, weil es quasi „Kollegen“ sind die ihr gefährliches Halbwissen und ihre Ideologien verbreiten?

Bernd Mayer: Ich habe mein ganzes Leben der Wissenschaft gewidmet und kämpfe seit ich denken kann, für Freiheit der Forschung, Berechtigung von Grundlagenforschung (ja auch der LHC ist sein Geld wert), und rationales Denken. Frau Dr. Pötschke-Langer verbreitet kein Halbwissen, sondern lügt die Leute an. Dazu missbraucht sie die Wissenschaft und ihre Stellung als „Krebsforscherin“ (was sie nicht ist, jedenfalls wüsste ich nicht was sie in den letzten 20 Jahren zur Krebsforschung beigetragen hätte). In der Esoterik unterscheidet man gutgläubige Spinner (die überzeugt davon sind heilende Hände zu haben usw.) von geschäftstüchtigen Scharlatanen (die sich über die Blödheit ihrer Kunden lustig machen). Pötschke-Langer muss man wohl zu den Scharlatanen zählen. Wollt ihr wirklich wissen, was ich davon halte? Es widert mich an! Es kotzt mich an!

DAMPFERmagazin: Die absolute Unbedenklichkeit gibt es nicht, kann es nicht geben – aber letzten Endes geht es uns doch vor allem um den Vergleich gegenüber der Tabak-Zigarette und da ist doch die E-Zigarette eindeutig weniger schädlich, und eine Chance für Millionen Raucher zu einer wesentlich geringer schädlichen Alternative zu greifen. Macht es irgendeinen Sinn völlige Abstinenz zu propagandieren und die Chance der weniger schädlichen Alternative ungenutzt zu lassen? Ist das Verhalten der WHO nicht verantwortungslos, gar fahrlässig?

Bernd Mayer: E-Zigaretten sind Genussmittel und Genussmittel dürfen durchaus auch schädlich sein (siehe Kaffee oder Alkohol). Aber sind sie das überhaupt? Bisher gibt es keinen einzigen dokumentierten Fall von Gesundheitsschädigung durch bestimmungsgemäß verwendete E-Zigaretten. Das Dampfen könnte sich sogar als Vorteil erweisen (bei Infekten oder leichten kognitiven Defiziten, z. B.). Es ist schwer konkrete Zahlen zu nennen, aber vielleicht darf ich dazu die Angabe von Carl Phillips klauen: E-Zigaretten sind um 99 ± 1 % weniger schädlich als Tabakzigaretten. Damit trägt man dem Faktum Rechnung, dass nicht einmal Bobby Cars 100 %-ig unschädlich sind.

Aber darum geht’s ja gar nicht. Das wissen die Gegner alles, vermutlich besser als wir das wissen. Die WHO führt einen Religionskrieg gegen alles was wie Rauch aussieht und/oder mit Tabak assoziiert sein könnte. Die Gegner der WHO sind rational denkende Leute mit dem Ziel der „harm reduction“, also Minimierung der Schädlichkeit. Hat ein Weilchen gebraucht, bis ich diese Zusammenhänge durchschaut hatte. Wie penetrant und menschenverachtend dieser Krieg von der WHO geführt wird, zeigt ja das Beispiel Snus in Schweden sehr schön. Die Daten zur geringeren Schädlichkeit, Reduktion der Sterblichkeit und Reduktion der Häufigkeit des Rauchens sind über jeden Zweifel erhaben, trotzdem ist Snus außer in Schweden überall verboten. Kein Zweifel, dass die WHO mit Ecigs langfristig dasselbe Ziel verfolgt. Nachdem ein komplettes Verbot nicht mehr durchsetzbar ist, setzt man nunmehr alles dran, dass der Erzfeind Tabakindustrie das Exklusivrecht über Ecigs bekommt – was in Österreich bereits der Fall ist und nach Implementierung der TPD2 EU-weit mehr oder minder der Fall sein wird. Da besteht die Hoffnung, dass die Tabakindustrie durch Vermarktung untauglicher Geräte Ecigs zu einer Fußnote in der Geschichte verkommen lassen wird.

Hier gehts zum kompletten Interview: Download DAMPFERmagazin 04/15

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Mein Name ist Horst Winkler, auch bekannt als Horwin. Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin,und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen kritischen Artikel zur geplanten Überregulierung oder zur falschen Darstellungen des Dampfens in den Medien und in der Politik. Wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen jedoch ebenso immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.

5 Kommentare zu "Interview mit Prof. Dr. Bernd Mayer von der Uni Graz"

  1. Wieso sind die letzten ca. 5 Zeilen des Artikels in so einer blasser Schriftfarbe, dass sie kaum lesbar sind?

    • Weil der Artikel nur eine kleine Vorschau ist. Das vollständige Interview hat 11 Seiten und erscheint in den nächsten Tagen in Ausgabe 04 des DAMPFERmagazins 😉

  2. Und Ihr Raucher/Dampfer schaut verächtlich auf Leute die Klebstoff schnüffeln?
    Vielleicht solltet Ihr Euch mal mit der Peinlichkeit Eures eigenen Handelns auseinandersetzen.

  3. Ein weiterse Argument pro Dampfen:
    Laut EU-Kommission wurden durch Zigaretten europaweit pro Jahr über 30.000 Brände entfacht, wodurch mehr als tausend Menschen starben und über 4000 Menschen verletzt wurden… 

  4. Achim Klöden | 25. Mai 2016 um 10:37 | Antworten

    Ich würde die Ausgabe gerne herunterladen.
    Kann man mich benachrichtigen, wenn sie wieder online ist?
    Gruß
    Achim

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