Kampagne „Vaping is NOT Tobacco“ gestartet

Vaping is NOT tobacco

Bürgerinitiative „Vaping is NOT Tobacco“ gestartet

Am 30. April 2019 wurde in Brüssel die Europäische Bürgerinitative (EBI) „Eine intelligentere Regelung für das Dampfen„, sowie die Kampagne Vaping is NOT Tobacco gestartet. Was hat es mit dieser Kampagne auf sich, was unterscheidet die Bürgerinitative von bisherigen Petitionen und warum ist es so wichtig, dass die Kampagne möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zieht? Das möchten wir hier kurz erklären:

Vaping is NOT tobacco

Dustin Dahlmann und Mosè Giacomello

Petitionen gab es schon viele, nur wenige davon waren halbwegs professionell und keine einzige davon konnte die geltende Regulierung verhindern, oder etwas an ihr ändern. Die Kampagne Vaping is NOT Tobacco unterscheidet sich allerdings gleich mehrfach von allen bisherigen Aktionen. Zum einen ist sie äußerst professionell geplant worden und zum anderen setzt sie genau da an, wo es Sinn macht, die notwendigen Hebel zu bewegen. In Brüssel.

Zudem verfügt die Kampagne Vaping is NOT Tobacco über ein finanzielles Polster von über 35.000 €, die durch Spenden zustande gekommen sind. Zu den Unterstützern zählen mehrere europäische Verbände und Firmen, wie der Verband des eZigarettenhandels (VdeH), oder auch Deutschlands größte Messe, die The Hall of Vape.

Die Kampagne Vaping is NOT Tobacco setzt sich für eine bessere und evidenzbasierte Regulierung von E-Zigaretten ein. Bislang werden E-Zigaretten in einer Richtlinie mit Tabakprodukten reguliert, obwohl E-Zigaretten keinen Tabak enthalten. Dies hat zu vielen unsinnigen, überzogenen und sogar kontraproduktiven Gesetzen bei den nationalen Umsetzungen geführt. Mit der Kampagne Vaping is NOT Tobacco wird nun versucht, eine eigenständige, und vom Tabak losgelöse Regulierung zu erreichen. Dabei sollen die gesundheitlichen Unterschiede zwischen Dampfen und Rauchen im Vordergrund stehen.

Die internationale Zusammenarbeit ist eine wichtige Säule der Kampagne

Vaping is NOT tobacco

Mosè Giacomello und Dustin Dahlmann bei der Pressekonferenz

Der Sprecher des Bürgerkomitees Dustin Dahlmann vom Bündnis für Tabakfreien Genuss, sowie sein Stellvertreter Mosè Giacomello, Veranstalter der Vapitaly, stellten sich zum Start der Kampagne auf einer Pressekonferenz den Fragen internationaler Journalisten. Die Kampagne ist jedoch kein Alleingang der beiden, denn im Bürgerkomitee von Vaping is NOT Tobacco sitzen Mitglieder aus acht verschiedenen Ländern der EU.  Das zeigt deutlich, dass die Unzufriedenheit mit den bisherigen EU- und nationalen Regulierungen ein europäisches Problem ist, und auch genau hier – in Brüssel – angegangen werden muss.

Mit Vaping is NOT Tobacco möchte man eine Reform der EU-Gesetzgebung in Bezug auf E-Zigaretten einleiten und fordert eine sinnvolle Regulierung als eigenständiges Produkt. Das klingt erstmal utopisch, wenn man bedenkt welches bürokratisches und schwerfälliges Monster man mit der EU vor sich hat. Es ist jedoch die einzige Möglichkeit, tatsächlich etwas zu bewegen, denn solange in der europäischen Richtlinie Tabakprodukte und E-Zigaretten in einen Topf geworfen werden, ist es illusorisch zu glauben, eine nationale Gesetzgebung könnte daran irgendetwas ändern.

Ein Jahr für eine Millionen Unterzeichner

Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass diese Chance von den Bürgern der EU genutzt wird. Es gibt keine Garantie, dass die Kampagne Vaping is NOT Tobacco etwas an der bestehenden Regulierung ändert, selbst wenn die benötigte Anzahl von 1 Million Unterzeichner erreicht wird. Dennoch kann eine entsprechend große mediale Aufmerksamkeit und möglichst breit gestreute Fakten über E-Zigaretten dazu beitragen, dass sich das Bild der E-Zigarette in der Öffentlichkeit, und damit auch in den Köpfen der EU Politiker, ändert.

Vaping is NOT tobacco

#VapingIsNOTtobacco

Es reicht allerdings nicht, wenn aktive und gut Informierte Dampfer die Petition unterzeichnen. Denn so wird man weder die notwendige Stimmenanzahl bekommen, noch wird man die Leute erreichen, die aktuell ein falsches Bild von der E-Zigarette haben. Viel wichtiger ist es, dass jeder, der von der Kampagne überzeugt ist, sich aktiv für eine Verbreitung unter Famile, Bekannten, Arbeitskollegen, etc. einsetzt.

Eine breite Unterstützung ist notwendig

Es müssen die Dampfer, Nichtraucher, Einsteiger, ja sogar die Raucher, die nicht in den sozialen Netzwerken oder Foren aktiv sind, erreicht werden. Jeder einzelne kann dabei mithelfen, dass die Akzeptanz und das Wissen über die E-Zigarette in der Bevölkerung steigt. Aufklärung mit Fakten ist die einzige Möglichkeit, die vorhandenen Fehlinformationen und die verbreitete Negativ-Propaganda nach und nach aus dem Bewusstsein zu verdrängen.

Der E-Zigaretten Nutzer, der sich einmal wöchentlich sein Liquid an der Tankstelle holt und ansonsten nicht einmal die Marke seines Starterset kennt, sollte genau so erreicht werden, wie der Arbeitskollege, der die Dampfer für einen Haufen Freaks hält, die sich mit ihrem „Chemiecocktail“ mehr Schaden zuführen, als mit einer „pflanzlichen und natürlichen“ Tabakzigarette. Die Vorurteile und Missverständnisse zu beseitigen ist nicht nur ein Nebeneffekt dieser Kampagne, sondern vielleicht der große Nutzen, der letztlich auch dazu führen kann, dass sich Regulierungen im Laufe der Zeit wieder ändern.

Kritik an Beteiligung der Tabakindustrie

Bereits im Vorfeld kam Kritik auf, da sich Imperial Brands mit 10.000€ an der Kampagne beteiligt und außerdem die Webseite der Kampagne über eine Medienagentur betreiben lässt. Wir haben Dustin Dahlman gefragt, ob die Beteiligung eines Tabakkonzerns an einer Kampagne, die sich gegen eine Gleichbehandlung mit Tabakprodukten richtet, nicht ein Widerspruch ist.

Dustin Dahlmann: „Wir sehen da keinen Widerspruch, denn es geht vor allem um den Inhalt der Kampagne. Es geht darum, eine faktenbasierte, neue Regulierung zu schaffen für E-Zigaretten, abseits von der Tabakrichtlinie und abseits von pharmazeutischen Produkten.

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Dustin Dahlmann, Sprecher der Initative Vaping is NOT Tobacco

Für uns ist wichtig, dass der Inhalt etwas ist, mit dem wir übereinstimmen, denn der Wortlaut der Kampagne entspricht exakt der Meinung, die wir zu diesem Thema haben. Von daher stört es uns nicht, dass auch andere Player aus dem Markt mit an Bord sind, seien es andere Verbände aus der unabhängigen E-Zigaretten-Industrie oder auch ein Player wie Imperial.

Es geht hier einzig und allein um die Entscheidung, der einzelnen Personen, diese Petition zu unterschreiben, und sich für diese Sache einzusetzen. Letztendlich ist es keine Entscheidung von Verbänden oder von Unternehmen. Die einzige Entscheidung liegt bei den Leuten, die diese Petition unterzeichnen. Darauf kann niemand Einfluss nehmen, sei das Unternehmen noch so groß oder noch so klein. Wir brauchen den Support von den Dampfern und auch von Leuten, die vielleicht nicht Dampfen, aber überzeugt sind, dass eine Gesetzgebung immer wissenschaftlichen Fakten folgen sollte.“

Wir hakten nach und wollten wissen, ob es passieren könnte, dass sich die EU Politiker gar nicht näher mit der Petition beschäftigen wollen, aus dem Grund, weil hier die Tabaklobby mit im Spiel ist?

Dustin Dahlmann: „Wenn das so wäre, würde ich es sehr unfair finden. Denn damit würde man eine Million Unterschriften und somit eine Million persönlichen Entscheidungen einfach vom Tisch wischen. Mit einer, aus meiner Sicht, billigen Ausrede. Ich denke, sowas würde die Verdrossenheit gegenüber der Politik fördern und sollte unbedingt seitens der Kommission vermieden werden.

Ob die Petition erfolgreich sein wird, trotz – oder vielleicht auch gerade aufgrund  – der Unterstützung der Tabaklobby, wird die Zeit zeigen. Man kann und sollte sicher skeptisch sein, gegenüber jedem Tabakkonzern. Letztlich ist aber die Forderung, eine eigenständige und sinnvolle Regulierung zu schaffen, die nichts mit Tabak- oder Pharma-Produkten zu tun hat, genau das, was viele schon lange gefordert haben.

Wie kann man die Kampagne unterstützen?

Um die Petition zu unterzeichnen sind im Grunde nur 3 Schritte notwendig, die wir hier anhand einiger Screenshots erklären möchten. Insbesondere bei der Eingabe des Geburtstags muss man allerdings auf einige Dinge achten:

 

Schritt 1: Nachdem man die Webseite aufgerufen hat muss man zunächst das Land auswählen, in dem man wohnt, bzw. dessen Bürger man ist.

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Schritt 2: Im nächsten Schritt werden die persönlichen Daten wie Name, Adresse, etc. abgefragt. Wichtig! Bei der Eingabe des Geburtsdatums bitte das „Kalenderfeld“ nutzen, da es ansonsten zu Problemen mit der Schreibweise kommen kann.

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Schritt 3: Jetzt muss man noch ein Captcha eingeben und bestätigen, dass die Angaben korrekt sind und man die Datenschutzerklärung akzeptiert.
Anschliessend klickt man auf den großen „Unterstützen“ Button.

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Fertig: Wenn alles funktioniert hat, bekommt man noch eine Bestätigung angezeigt und die abgegebene Stimme wird gezählt

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Bis zum 20. Februar 2020 müssen eine Million Unterstützer aus mindestens sieben EU Staaten gefunden werden. Unterzeichnen dürfen alle EU-Bürger, die das Wahlrecht bei Europäischen Parlamentswahlen besitzen. Mit Ausnahme von Österreich und Malta (ab 16), sowie Griechenland (ab 17) bedeutet dies, dass die Personen mindestens 18 Jahre alt sein müssen.

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.