Messbecher 25 ml – nicht freigegeben unter 18 Jahren gemäß § 8 MDStV!

E-Zigaretten

Messbecher 25 ml
nicht freigegeben unter 18 Jahren gemäß § 8 MDStV!

[Autor: AXE]

Solche und andere falsche Artikeldeklarierungen kann man derzeit massenhaft in Onlineshops und in Onlinevideos finden.

Leider handelt es sich dabei um einen Verstoß gegen das Verbraucherschutzgesetz, denn eine falsche Artikelbeschreibung, bzw. falsche Artikeldeklarierung führt dazu, dass der Kunde neben der Erzwingung der vollständigen Rücknahme des Artikels auch Schadensersatzansprüche geltend machen kann. In dem Fall des Messbechers kann man also eigentlich erwarten, dass es sich um einen ganz besonderen Messbecher mit irgendeiner besonderen Fähigkeit handelt (es ist heute ja Halloween, also der Messbecher des Grauens), doch weit gefehlt, er ist ja einfach nur falsch deklariert worden. Ärgerlich.

Es ist schon erstaunlich, wie so ein kleines vorangestelltes Videoschnipselchen von gerade mal 2,97 Sekunden Dauer (welches an sich schon irreführend und vor allem völlig überflüssig ist, da ja in den meisten Videos rund ums Dampfen keine nikotinhaltigen Artikel beschrieben und erst recht gar nicht verkauft werden) einen solchen Hype im Netz auslösen konnte. Ärgerlich, denn die Meinung einiger Händler und YouTuber, die glauben, dass da jeder machen kann wie er will, ist absolut kontraproduktiv.

Doch mal zurück zu den Fakten. Wer den Bericht von Eric über die Ergebnisse der COP6 gelesen hat, konnte sich umfangreich darüber informieren, wie der aktuelle „gesetzliche“ Stand hierzulande ist. Da gibt es eine EU-Richtlinie, die (heute betrachtet) in rund 1 1/2 Jahren auch bei uns zu einer Regelung in gesetzlicher oder auch verordlicher Form führen muss. Die, die sich heute mit dem Verkauf von Artikeln rund um das Thema Dampfen beschäftigen, sind also angehalten, so viel eigenverantwortliches Handeln an den Tag zu legen, damit die Regulierungsbehörde lediglich die Rahmenbedingungen deklariert. Und weil sich die Branche nachhaltig und rechtssicher mit der Problematik beschäftigt hat, dann auch nicht mehr reguliert wird, als unbedingt notwendig.

Eine Falschdeklarierung von Artikeln, die auch Kleinkinder im Kindergarten legal beim bald anstehenden Plätzchenbacken verwenden, eine Berufung auf eine Vertragsstelle, die mit dem Thema Jugendschutz rein gar nichts zu tun hat ( § 8 MDStV regelte seinerzeit – der Vertrag ist seit geraumer Zeit außer Kraft – unter anderem die Zwischenspeicherung zur Beschleunigung von Informationen im Internet und wer da wie und wo verantwortlich war) führt jedoch dazu, dass die Regulierungsbehörde erkennt, dass sie (die Dampfer und es wird bewusst bei so was immer gerne verallgemeinert) nicht wissen, was sie tun.

Sehen wir uns die Tabakindustrie an. Klar, wir alle sind ehemalige Raucher, das letzte Päckchen ist lange her und was steht da heute eigentlich drauf???

Auf jeden Fall ist da kein rotes Viereck (frei ab 18) und auch sonst fehlt auf einer Schachtel Zigaretten jedweder Hinweis darauf. Da gibt es Warnhinweise, was der Rauch einer Zigarette gesundheitlich verursacht, es wird die Menge der relevanten Inhaltsstoffe (Nikotin und Teer) angegeben, aber mehr halt nicht. Warum auch, denn der Verkauf solcher Produkte ist gesetzlich so geregelt, dass der Verkäufer ihn nur an Personen abgeben darf, die das 18. Lebensjahr vollendet haben.

Das gleiche Recht gilt auch heute schon für nikotinhaltige Produkte aus dem Sortiment des Dampfens und zwar nur für nikotinhaltige Produkte. Der Verkäufer dieser Artikel muss daher bereits heute schon sicherstellen, dass er sie nur an Personen verkauft, die das 18. Lebensjahr vollendet haben. Ein kleiner Vorspann auf der Shopseite „ja ich bin über 18“ erfüllt diese Verpflichtung zur Abgabeberechtigung nicht. Auch die Angabe des Geburtsdatums während des Bezahlvorgangs ist nicht ausreichend, um die Führsorgepflicht nachhaltig erfüllt zu haben.

Das Rad braucht man jedoch nicht neu erfinden. Wer heute einen AirSoft-Artikel oder Silvesterknaller online bestellen möchte, der muss dem Händler gegenüber einen Nachweis erbringen, dass er das entsprechende Alter hat, um diese Produkte erwerben zu dürfen. Das ist für die vielen kleinen Liquid-Shops, die derzeit wie Pilze aus dem Boden wachsen, zwar umständlich, aber die bereits heute gültige Gesetzeslage und Rechtsprechung sieht es nun mal vor, von jedem Kunden einen Altersnachweis (Ausweiskopie) anfordern zu müssen. Und es ist auch gut so, denn auch mein minderjähriger Sohn soll nicht so ohne weiteres mit Produkten in Berührung kommen, die nichts für seine Altersklasse sind!

Liebe Händler, Hersteller, Shopbetreiber und auch liebe YouTuber: Bitte geht mit der Materie nicht sorglos und erst recht nicht pseudo-verantwortungsvoll um, denn eine Falschdeklarierung ist eine Irreführung von Verbrauchern. Und mal nebenbei, ich habe um die Bestellmöglichkeit von AirSoft- oder auch Silvesterknaller-Artikeln im Internet keinen Hype gefunden. Was dort funktioniert, funktioniert beim Dampfen sicher auch. Ich jedenfalls habe kein Problem damit, meine Legitimation an einen Shop zu senden, um meine Volljährigkeit unter Beweis zu stellen und es dem Shopbetreiber so zu ermöglichen, legal seine nikotinhaltigen Produkte an mich verkaufen zu können.

Weniger ist manchmal mehr.

 

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3 Kommentare zu "Messbecher 25 ml – nicht freigegeben unter 18 Jahren gemäß § 8 MDStV!"

  1. Dieser Artikel soll jetzt genau WAS aussagen? Ein Satz ohne Drumrumreden wäre vielleicht ganz hilfreich. 🙂

  2. Ein Satz ohne drumherum-reden:
    Wer ohne Nachdenken (und Verstand), in vorauseilendem Gehorsam, macht, was einige wenige empfehlen, erreicht nicht nur nichts – er schadet der Sache.
    Da will einer mit den Großen spielen und versemmelt es aber mal so richtig. Nun könnte man ja sagen, schlichte Gemüter gibt es überall…wären die Dampfer nicht gerade so unter Beobachtung, es wäre nur ein Lacher. Aber die Absurdität, ständig auf die Altersbeschränkung hinzuweisen, treibt bei dem Messbecher die schönsten Blüten.

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