Nicomore N1 – Die „Geschmacksperle“

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Nicomore N1 – Die „Geschmacksperle“

Ist das die Dampf-Revolution?

Sicher kann jeder nachvollziehen, dass ich kein Freund davon bin, seit dem 20.05.2017 so viel Verpackungsmüll kaufen zu müssen. Von daher suche ich immer Alternativen, um dem politisch verordneten Verpackungsmüllwahn aus dem Weg gehen zu können. Dabei fiel mein Interesse auf einen als „Game Changer“ beworbenen Verdampfer. Das neueste Produkt einer sehr erfinderischen Branche. Der Sub-Ohm Verdampfer Nicomore N1 mit Aromaperlensystem.

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Das für knapp € 80,00 – derzeit nur in England – erhältliche Set, besteht aus dem Nicomore N1 Sub-Ohm-Verdampfer und dem Nicomore N1 Aromaperlenspender.

Der Verdampfer wird unspektakulär aus den Einzelteilen zusammengebaut. Er entspricht vom Aufbau her einem gewöhnlichen Fertigcoilverdampfer. Die in schwarz und rosègold gehaltenen äußeren Bauteile geben dem Verdampfer eine wertige Erscheinung und machen ihn zu einem optisch durchaus ansprechenden Gerät.

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Auch die Befüllung funktioniert klassisch über die oben abschraubbare Tankabdeckung. Theoretisch könnte man den Nicomore N1 also eigentlich auch mit aromatisiertem Liquid betreiben. Auf die ganz normale, herkömmliche Art.

Mehrfach variabler Luftzug

Sehen wir uns erst einmal die Luftzugregulierung an. Diese wird über den unteren Ring stufenlos gesteuert, so dass man den Verdampfer leicht auch im MTL-Modus betreiben kann. Auch der obere Ring enthält eine Regulierung des Luftzugs. Zusätzlich dazu, kann der „Perleneinfüllstutzen“ auch noch leicht geöffnet werden. Somit bietet der Nicomore N1 in Sachen Airflow mehr als genug Variationsmöglichkeiten. Hier sollte jeder seine persönliche Einstellung finden können.

Zwei Ersatzköpfe liegen dem Set ebenfalls bei, so dass man einen ganz normalen Fertigcoilverdampfer zu einem üblichen Preis erhält. Fünf Ersatz-Coils kann man für umgerechnet rund 14,00 € gleich dazu bestellen. Die erste Coil ist im Auslieferungszustand bereits montiert und bietet einen Widerstand von 1,0 Ohm. Die Ersatz-Coils im Set, und auch die Nachfüllpackungen, haben allerdings einen Widerstand von „nur“ 0,5 Ohm. So kann man eigentlich nicht vom Start weg von einem Sub-Ohm-Verdampfer sprechen. Da man den Coil jedoch schnell ausgetauscht hat, sehen wir mal über diese nicht ganz so richtige Beschreibung hinweg.

Die „Aroma-Perlen“ Innovation

Das Besondere an diesem Set ist der Aromaperlenspender, der aus eloxiertem Aluminium und einem ausgeklügelten Federmechanismus besteht.

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Der Aromaperlenspender wird mit den beiliegenden sechs Aromasorten bestückt und das Depotfach anschließend mit einer Kappe verschlossen. Natürlich könnte man den Perlenspender auch nur mit einer Sorte Aroma bestücken, doch derzeit gibt es nur das gemischte Sortiment mit sechs verschiedenen Aromasorten, welches man für umgerechnet knapp 12,00 € nachbestellen kann. Das Set besteht aus 36 Aromaperlen in sechs Geschmacksrichtungen. Dies sind Blaubeere, Erdbeere, Kaffee, Schokolade, Wassermelone und Zitrone.

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Zunächst befüllt man den Nicomore N1 Verdampfer mit unaromatisierter Base. Wahlweise mit oder ohne Nikotin. Nun entfernt man mittels drehen gegen den Uhrzeigersinn am Verdampfer das Drip-Tip und hat so Zugang zur Aromaperlenkammer des Verdampfers. Im zweiten Schritt entfernt man den oberen Deckel des Perlenspenders.

NicomoreJetzt wählt man per seitlichen Sichtfenstern die Aromasorte aus, die man dampfen möchte. Mit dem N1-Perlenspenderhebel bewegt man den Federmechanismus und bekommt je Betätigung genau eine Aromaperle in den Verdampfer gespendet. Bei 2 ml Tankkapazität und einer vorstellbaren Aromamenge von rund 0,00001 ml pro Perle, fange ich einmal sparsam an und gebe zwei Perlen in die Kammer. Mit dem Montieren des Drip-Tips werden die Aromaperlen zerquetscht und das Aroma kann sich mit dem Liquid verbinden.

Der erste Zug offenbart auch einen aromatischen Geschmack, jedoch ist das leider nur dem minimalistischen Aromarest in der Perlenquetschkammer geschuldet. Bereits der zweite Zug hat so gar nichts mehr mit einem guten Kaffeearoma zu tun, wie ich es von so manch fertigem Liquid her gewohnt bin. Also wird der Perlenfüllvorgang einfach wiederholt, und zwei weitere Perlen werden dem Liquid hinzugegeben.

Auf ein Neues, mit Blaubeere

Und jetzt? Na ja, aromatisches Liquid schmeckt irgendwie anders. Nach 30 Jahren Zigarette und knapp 4 Jahren Dampfen, sind meine Geschmacksnerven sicher nicht das Maß der Dinge, um eine Hundertprozent objektive Beurteilung abgeben zu können. Die beiden letzten Kaffeearomaperlen spare ich mir dann allerdings auf, auch wenn ich diese sicher noch dem Tank hinzufügen könnte, ohne eine wesentliche Geschmacksverbesserung spüren zu können.

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Nachdem ich die Reste der zerquetschten Aromaperlen aus dem Verdampfer entsorgt, und auch den Verdampfer komplett gereinigt habe, geht der gesamte Befüllvorgang mit einer weiteren Aromasorte von neuem los.

Kann Blaubeere Sünde sein? Sicher nicht, also rein damit.

Leider erlebe ich mit der Blaubeere das gleiche enttäuschende Ergebnis wie mit dem Kaffeearoma.

Bleibt am Ende nur ein durchaus ansprechender Fertigcoilverdampfer, der, wenn man ihn einzeln kaufen könnte, optisch sicher eine gute Figur auf so manchem Akkuträger machen würde.

Auch mit ganz normalem fertig angemischtem Liquid befüllt, spielt er geschmacklich in einer Liga, wie man es von einem Fertigcoilverdampfer in der 40,00 € Klasse her gewohnt ist.

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Doch dieses neuartige Aromaperlensystem ist leider, zumindest bei mir, vollkommen durchgefallen. Die Zeit, um eine Base gut mit Aroma zu durchdringen, ist einfach viel zu kurz. Gute Aromen brauchen in der Regel ein paar Tage Zeit, um sich mit der Basis gut zu vermischen. Diese Zeit steht einem bei diesem System nun einmal nicht zur Verfügung.

Noch mehr Müll? Nein, Danke!

NicomoreAuch in Sachen Ökobilanz scheidet das System leider völlig aus. Die in Plastikröhrchen verpackten Plastikperlen beinhalten so viele derzeit nicht recyclebare Kunststoffe, dass wir auch hier leider meilenweit von einer aktiven Verpackungsmüllvermeidung entfernt sind.

In einer ähnlichen Form kenne ich Minze-Perlen zum Lutschen, so dass ich den Perlenspender – mit Lutschperlen umgerüstet – natürlich noch ausgiebig verwenden kann. Die Materialien und die optische Erscheinung des Nicomore N1 kann man durchaus als stylisch bezeichnen, auch wenn das dann natürlich nichts mehr mit Dampfen zu tun hat.

Außen hui, innen … na ja ich lass das jetzt. Wer es selbst testen möchte, kann das System natürlich jederzeit gerne bestellen. Allzu große Erwartungen sollte man in Sachen aromareiches Geschmackserlebnis bei dieser „Innovation“ aber nicht haben.

Aber ich gebe nicht auf. Vielleicht hat die Politik ja irgendwann ein Einsehen und das Verpackungsmüllproblem findet eines Tages ein Ende.

Über den Autor

AXE
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Servus, Ende Juli 2014 hat mich der Dampfervirus befallen. Als frei- und nebenberuflicher Journalist/Fotograf und Mitglied im BDFJ (www.bdfj.de) hoffe ich Euch - mit meinen Reportagen und Artikeln - auch ein wenig unterhalten zu können.

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