Nitecore SC4

Nitecore SC4

Nitecore SC4

Kleine Taschenlampe brenn …

Nitecore dürfte den meisten vor allem für ihre Taschenlampen ein Begriff sein. Aber auch entsprechende Ladegeräte und Akkus hat der Hersteller im Programm.

Während die meisten Ladegeräte von Nitecore, preislich eher im unteren Drittel des Mittelfeldes positioniert sind, wagt man sich mit dem neuen Nitecore SC4 in das gehobene Mittelfeld vor.

Nitecore SC4Dabei erhöht man auch den möglichen Ladestrom im Vergleich zum I4 und D4 deutlich, was einer der größten Kritikpunkte, vor allem am Digicharger D4 war. Dazu gesellen sich eine IR-Messung im Ladeschacht und ein Quickcharge fähiger USB Port. Wir haben uns das neue Ladegerät bei www.nitecore-shop.de besorgt und uns angesehen, ob das für eine Empfehlung als Alltagsladegerät reicht, ob das Nitecore SC4 sogar zum Platzhirsch XTAR Dragon VP4+ aufschließen kann und ob alle Funktionen sauber und zuverlässig integriert wurden.

Die Verarbeitung vom Gehäuse aus schwer entflammbarem Kunststoff und den Ladeschächten lässt keinerlei Kritik aufkommen und wirkt sehr hochwertig. Auch das deutlich gestiegene Gewicht im Vergleich zum D4 wirkt gut investiert. Als absolutes Highlight ist jedoch das Display hervorzuheben. Dank MVA Technologie liefert es ein gestochen scharfes Bild aus fast jedem Blickwinkel das zudem ausreichend hell beleuchtet wird, um ein Ablesen auch in hellen Umgebungen zu gewährleisten.

Auch Anschlüsse, Schlitten und Kontakte sind sauber verarbeitet und bieten dank kleiner Nasen bei jedem Akku einen einwandfreien Kontakt.

Nitecore SC4 Nitecore SC4 Nitecore SC4 Nitecore SC4

Wer nichts weiter einstellen und seine Akkus einfach nur einlegen und laden will, kann das tun. Nach dem Auspacken und Anschließen sorgt eine Ladeautomatik dafür, dass man sich im Prinzip um nichts kümmern muss. Dabei ist jedoch zu beachten das das SC4 jeden Schacht standardmäßig mit 2 A (>60 mm Akkulänge) bzw. 0,5 A (<60 mm) lädt. Diese Standardwerte lassen sich auch leider nicht verstellen, weswegen bei jedem Einlegen eines Akkus der Ladestrom neu angepasst werden muss.

Für NiMH und Li-Ion geeignet

Nitecore SC4

Das Nitecore SC4 lädt sowohl NiMH als auch Li-Ion Zellen. Die automatische Erkennung des Akkutyps erfolgt über eine Spannungsmessung der eingelegten Zelle.

Bei Li-Ion Akkus kommt ein CC/CV Algorithmus zum Einsatz. Unterschreitet der Ladestrom ~125 mA – 250 mA, endet der Ladevorgang. Trotz dieses recht hohen „Termination Current“ von meistens über 200 mA sind die getesteten Akkus bis auf wenige mA vollgeladen.

NiMH Akkus werden nach dem eigentlichen Ladevorgang mit VT (Voltage Termination) oder dV/dt (Delta Voltage / Delta Time) abschließend 30 Minuten lang, mit einem 200 mA „Top-Off Charge“, an die Kapazitätsgrenze gebracht.

Das Nitecore SC4 bietet nur 2 Knöpfe, „C“ und „V“. Mit einem einfach Druck auf „C“ kann zwischen den vier Schächten gewechselt werden, mit einem Druck auf „V“ können die drei Status, „Charged / Time“, „Charge Current/Voltage“ und „Internal Resistance“ für den jeweils ausgewählten Schacht durchgeschaltet werden. Mit einem langen Druck auf „C“ wird der manuelle Modus ausgewählt, bei dem auch 4,35 V Li-Ion oder LiFePO4 -Akkus händisch eingestellt werden können, da diese nicht automatisch erkennbar sind. Hier kann auch der Ladestrom pro Schacht zwischen 300 mA und 3000 mA in 100 mA Schritten eingestellt werden.

Integrierte IR Messung

Zu beachten ist hierbei, dass die Einstellung tatsächlich pro Schacht gilt und nicht automatisch für alle übernommen wird. Des Weiteren wird die zuletzt gewählte Einstellung nicht gespeichert und mit entfernen des Akkus zurückgesetzt.

Nitecore SC4Durch gedrückt halten der „V“ Taste können Schacht 1 und 2 priorisiert werden.

Neu hinzugekommen ist die integrierte IR (Internal Resistance) Messung. Dabei handelt es sich um ein sinnvolles Feature, um den Zustand seiner Akkus im Laufe der Monate zu beobachten. Mit steigendem Alter steigt der interne Widerstand eines Akkus immer weiter an, wodurch sich dieser stärker erwärmt und infolgedessen immer schneller altert. Ab einem gewissen Punkt sollte der Akku nicht mehr genutzt und ausgetauscht werden.

Das Gerät schaltet sich, wenn es nicht benutzt oder kein Knopf gedrückt wird, in einen von Nitecore so getauften „Eco-Modus“, sprich das Display wird gedimmt. Nach 10 Stunden erfolgt eine Endabschaltung. Wird also ein Ladevorgang innerhalb von 10 Stunden nicht beendet, unterbricht das SC4 die Ladung selbstständig.

Bei genauerer Betrachtung patzt das Nitecore SC4 jedoch an zwei Stellen erheblich, wenn man die Spezifikationen tatsächlich ausnutzen will: Zwar ist in der Anleitung von 4 unabhängigen Ladeschächten und 2 x 3 A bzw. 4 x 1,5 A Ladestrom die Rede, allerdings stimmt das nicht oder nur bedingt. Die Schächte 1 und 3 sowie 2 und 4 teilen sich einen Ladestromkreis.

Nitecore SC4Das Nitecore SC4 besitzt somit nur 2 und nicht 4 unabhängige Ladeschaltkreise. Dadurch halbiert sich der Ladestrom, sobald ein Schacht nicht mehr alleine mit einem Akku bestückt wird.

Auch die Temperaturentwicklung bei der Nutzung des USB Ports oder beim Laden mit insgesamt 4 A oder mehr ist bedenklich. Bereits bei moderater Raumtemperatur können die 4 x 1,5 A (4 x 3 A eingestellt, verteilt auf zwei Zeitslots) nicht gehalten werden und das SC4 regelt den Ladestrom automatisch herunter. Wird der USB Port mit mehr als 1,5 A belastet (2,0 A Test), schaltet sich das SC4 trotz einer Raumtemperatur von ~23°C bereits nach wenigen Minuten immer wieder ab.

Fazit

Der Ansatz den Nitecore mit dem SC4 verfolgt ist gut und vom Prinzip her tut das Ladegerät genau das was es soll sehr zuverlässig und ohne größere Patzer. Die Ladeschlussspannung wird zuverlässig erreicht und nie überschritten und auch ein schleichendes Überladen findet nicht statt. Die heimliche Halbierung des Ladestroms und die enorme Hitzeentwicklung hinterlassen jedoch einen faden Beigeschmack. Die integrierte IR-Erkennung liefert zumindest tendenziell nachvollziehbare Werte die über den Zustand der Zellen Auskunft gibt, wirklich zuverlässig ist sie jedoch nicht ohne mindestens 5 Messwerte zu Mitteln.

Technische Daten

Maße 165 mm x 110 mm x 45 mm (L/B/H)
Gewicht 385 g
Ladeschächte 4
Schachtlänge 70,3 mm
Max. Zellengröße gleichzeitig 2 x 26650 (32650 auch möglich)
ICR/INR/IMR (Li-Ion) Ja
NiMH / NiCd Ja
IFR (LiFePO4) Ja
Ladeverfahren TC/CC/CV oder dV/dt
Refresh / Test Funktion Nein
USB-Output DC 5 V +- 0,25 V, max. 2.1 A
Schutzschaltungen Verpolungs-, Kurzschluss- und Temperaturschutz
Display LCD (MVA)
Akustische Meldung Nein
Powerbank-Funktion Nein
Lüfter Nein
Stromversorgung Netzteil intern (AC 100-240 V – 1 A, DC 12 V – 3 A)
Preis ca. 50€
Bezugsquelle  https://www.nitecore-shop.de/

 

Den vollständigen Testbericht mit allen Details zum Nitecore SC4 und den genauen Messwerten könnt ihr in der Ausgabe 10/2017 vom DAMPFERmagazin nachlesen.

Außerdem haben wir in Ausgabe August 10/17 folgende Themen für euch:

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BACK TO THE ROOTS
Mit dem KAYFUN PRIME
INTERTABAC 2017 DORTMUND
Trends – Impressionen – Neuigkeiten
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… sowie viele weitere, lesenswerte Artikel.


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Über den Autor

Matthias Hoppe
Matthias Hoppe
Hallo zusammen! Mein Name ist Matthias Hoppe und gehöre seit Januar 2017 zur Dampfergemeinde. Im Gegensatz zu den meisten möchte ich jedoch meine Zigaretten trotz des Dampfens nicht missen, auch wenn es meistens nur noch 2-3 Stück sind. Diese rauche ich dann allerdings mit Genuss, vor allem vor dem Hintergrund das ich vorher auch gerne mal, je nach Lebensabschnitt, 1 -2 Schachteln am Tag geraucht habe. Obwohl ich erst seit Kurzem in der Szene unterwegs hat sich das Ganze doch schnell zu einem Hobby gewandelt. Das rumprobieren und „basteln“ mit verschiedenen Coils, Liquids und Verdampfern macht für mich einen Teil des Reizes aus, abgesehen davon das es natürlich schmeckt und Befriedigung verschafft. Im Gegensatz zu dem, gefühlt größten Teil der Community, bevorzuge ich allerdings das klassische MTL dampfen und greife nur gelegentlich zu offeneren Geräten. Daraus resultiert auch mein Hang zu kompakten 1-Akku Trägern und verhältnismäßig niedrigen Leistungsbereichen. Sicher werde ich euch hier ein paar entsprechende Geräte aus dem Bereich vorstellen und meine eigenen Anfängerfragen und Ungewissheiten neu aufrollen.

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