Quo Vadis, Dampfer?

Quo Vadis, Dampfer?

Eine ironische Betrachtung des Leistungswahns

Hallo Leute! Schon gesehen? Die ersten Boxen mit knapp 400 Watt sind raus und bald werden dann die 500 Watt geknackt. Super! Ich habe mir ernstlich schon Gedanken gemacht, meinen 1000 Watt-Föhn zu einer Dampfe umzubauen. Ist doch wahr. Dieses Herumlutschen bei unter 100 Watt ist doch nur was für Looser. Da muss einfach mehr Power rein, sonst macht das Ganze ja keinen Spaß, oder wollt ihr wirklich Minutenlang herumdampfen, um den Raum einigermaßen mit Dampf zu füllen? Es gibt doch nichts geileres, wenn du in einer Menschengruppe stehst und keiner sieht nach einem Zug an deiner Dampfe noch sein Gegenüber. Es soll da sogar Leute geben, die sich darüber aufregen. Alles easy, Leute, ist doch nicht schädlich.

Quo Vadis, Dampfer?

Powerblock Plus. Etwas unhandlich, dafür aber mit ausreichend Leistung.

Stellt euch mal vor, ich habe unlängst erfahren müssen, dass es sogar noch Urgesteine gibt, die mit 10 oder 15 Watt dampfen und werden dafür noch von der Dampfergemeinde hofiert. Ja, seid ihr alle verrückt geworden? Nur Power ist hier die Religion. Von wegen Geschmack und so. Wird alles doch nur überbewertet. Wozu Geschmack, wenn der Dampfernebel doch so abergeil ist. Geschmack – ist doch nur für Weicheier. Ja, da soll es sogar Dampfer geben, die an ihrem Drip Tip ziehen müssen! Ha, ha, bei 250 Watt schießt einem das Zeug durch eine 2 cm Öffnung förmlich in die Lungen. Ja, das hat was – ist zwar ein wenig heiß, aber nur die Guten halten das aus. Kennt ihr das Sprichwort „Wie die Nase des Mannes, so sein Johannes“. Bei uns Dampfer ist es ganz genauso. Wer nicht innerhalb von Sekunden 3 Kubikmeter volldampft, der hat einen Kleinen. So sieht’s aus.

Ja, meine Lieben, 300 Watt sind wirklich nur für richtige Männer und Frauen gedacht. Mit der heutigen Akkutechnologie kommst du dann schon auf 10 bis 15 Minuten Dampfen mit einer Akkufüllung. Aber beim Chinesen um die Ecke habe ich jetzt die Lösung gefunden: Ein umhängbarer Akkupack mit einem wartungsfreien Bleigelakku und 17 Amperestunden. Kostet eine Lapalie und wiegt nur 3 Kilo. Ein wenig schwer und unhandlich ist es schon, aber was tut man nicht für mächtig Dampf in der Hütte und vor allem: man ist mobil. Zuhause ist es ja kein Problem. Da zapfe ich schon lange die 220V-Leitung ein wenig an und ihr werdet es nicht glauben, der Stromverbrauch im Haushalt ist kaum angestiegen.

Quo Vadis, Dampfer?

Wenn man genau hinschaut kann man deutlich den Dampfer sehen, der sich hinter der stehenden Lok versteckt hat.

Leider tut sich bei den Verdampfer nicht wirklich viel, was ich schade finde. 32 Millimeter und ein paar so läppische Coils drinnen – ist doch lächerlich. Unter 20 Parallelcoils ist doch tote Hose, seien wir da mal ehrlich. Und die kriegt man halt nicht in so kleinen Verdampfern unter. Also 10 cm Durchmesser muss das Ding schon haben und 100 Gramm Watte sollte da auch reingehen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was 20 Coils bei 200 Ampere so leisten. 10 ml Liquid? Lachhaft! Ich rühre mein Liquid schon lange in Literkübeln an. Aroma brauche ich ja keines. Ab 300 Watt schmeckst du ja eh nichts mehr. Reine Geldverschwendung. Ja, da fängt der Spaß erst mal an. Scheinbar gibt es immer noch Dampfer die meinen, mit 6 Coils und 60 Ampere in einem Verdampfer sind sie der King. Lachhaft so etwas.

Ja, liebe Dampfer, das wollte ich jetzt mal loswerden. Pfeift auf Geschmack und kleine Geräte. 400 Watt und Unmengen Dampf sind die Zeichen der Zeit. Schert euch nicht um die Nichtdampfer in eurer Umgebung. Alles Warmduscher und vergesst nicht immer zu erwähnen, wenn ihr jemanden Dampf ins Gesicht blast, dass es absolut unschädlich ist. Ach noch etwas: Liebe Youtuber! Ich finde es absolut geil, wenn ihr euren Dampf in die Kamera bläst, sodass es 1 Minute dauert, bis man euch wieder sieht. Macht euch in meinen Augen unheimlich sympatisch. Schert euch nicht um die Leute, die meinen, dass das unsexy ist. Alles Blödmänner.

 

Vape on! Gelobt sei die Leistung und Dampfwolken!

Über den Autor

Stefan Krismer
Stefan Krismer
Grüß euch, mein Name ist Stefan Krismer alias MrMerlin. Vor 30 Jahren habe ich in meinem jugendlichen Leichtsinn den Weg zur Zigarette gefunden und erst durch das Dampfen diesen Irrweg beenden können. Seit Dezember 2014 genieße ich ausschließlich wundervolle Aromen aus der Dampfe. Mein Hauptaugenmerk liegt sehr auf der Technik des Dampfens mit all seinen Facetten. Egal, ob es Neuerscheinungen auf dem Akkuträgersektor, innovative Entwicklungen von Verdampfern oder auch pfiffige Accessoires rund um mein geliebtes Hobby sind. Ich tüftle gerne herum und versuche nun meine Erfahrungen auf diese Art und Weise zu vermitteln. Schon lange sehe ich das Dampfen nicht mehr als Pyro-Ersatz an. Es ist ein tolles Hobby geworden. Da ich gerne lese und ich es leid hatte, Videos auf Youtube ständig „zurückzuspulen und anzuhalten“, um einigermaßen vernünftig dort gezeigte Tipps reproduzieren zu können, bin ich auf das DM gestoßen, mit dessen Artikel viele Dinge bei Weitem unkomplizierter verwirklicht werden konnten. Es macht Spaß, mit dem DM-Team zusammenzuarbeiten und etwas beitragen zu können, um viele Raucher zu Ex-Rauchern und Neo-Dampfern zu machen.

5 Kommentare zu "Quo Vadis, Dampfer?"

  1. Hi Stefan,

    Ich habe mir auch eine E-Zigarette geholt um mit dem Rauchen aufzuhören. Ich hoffe, dass es mir dabei hilft.

    Danke für den tollen Artikel.

    Schöne Grüße Cihan

  2. Heiko Wolff | 21. Januar 2017 um 20:06 |

    Ein schöner Artikel, der Spass macht beim lesen. Ich bin der MEinung das dieser Leistungswahn leider etwas ist das für viele Einsteiger der erste Kontakt zum Dampfen ist. Mag sein das es durch die Masse an Geräten verursacht wird die auf den Markt drängen die solche Leistungsdaten als Verkaufsargument nutzen. Oder einfach nur durch die schiere Masse an Geräten die einen Absatz auf dem Markt erfahren wollen.
    Wichtig wäre mir, das man gerade die Einsteiger nicht immer wieder mit diesen 300 Watt Kanonen und Subohm Verdampfern in Kontakt bringt um dann in sozialen Netzwerken fragen zu hören wie: „Warum schmeckt bei mir alles verkokelt, obwohl ich nur mit 150 Watt Dampfe“.
    Ich kann mich an meine Anfänge erinnern wo man mit einer eGo-T gefummelt hat und froh das einem die Suppe nicht wieder in die Tasche geflossen ist. Klar möchte niemand dahin zurück, aber dennoch war der Einstieg damals etwas Benutzerfreundlicher.
    Nicht das ich falsch verstanden werden möchte, ich habe überhaupt nichts dagegen wenn einige der Freak’s versuchen möglichst große Wolken zu produzieren. Aber was bitteschön soll ich mit einer Subohmkanone in der Öffentlichkeit? Wenn diese Entwicklung weiter Anhält wird nicht nur ein m.E. nach falsches Bild über das DAmpfen etabliert, sondern viele der Leute die das Rauchen aufgeben wollen und diesen Aus- oder Umsteig mit dem Dampfen erreichen könnten werden schon vorher abgeschreckt oder mit Geräten überfordert die ihrem eigentlichen Anliegen wenig hilfreich sind.

  3. Ich finde es putzig, wie sich die 15W-Fraktion immer über die Freunde höherer Leistungen aufregt, auch wenn mir nicht ganz klar ist, wieso eigentlich. Ja, ich gestehe, dass ich derzeit eine gewisse Vorliebe für Wicklungen habe, die um die 100W brauchen, um in Gang zu kommen. So what? Ich verbiete doch niemandem, seinen Kayfun 3 Mini mit 15W zu genießen.

    Irgendwie erinnert mich das an die Leute, die beim Wort „Homo-Ehe“ in Schnappatmung verfallen, gerade als ginge es darum, die Hetero-Ehe abzuschaffen. Dieser missionarische Drang, jede Vorliebe außer den eigenen verteufeln zu müssen, wird sich mir wohl nie erschließen.

  4. Ulf Schomaker | 4. Februar 2017 um 14:38 |

    Mir ist es völlig wurscht, wie man dampft … jedem das Seine.
    Ich selber habe mit einem Kanger EVOD-Set angefangen und war damit 2 Monate glücklich.
    Damit habe ich den Umstieg geschafft, das ist meiner Meinung nach der Sinn der Sache in der Anfangszeit.Denn ein 12er Liquid mit 80 Watt zu dampfen ist kein Vergnügen.
    Diese Erfahrung habe ich auch schon machen dürfen.
    Leider verleidet es den potentiellen Dampfer dazu, die Sache dadurch hinzuschmeißen.
    Da ist der Fachhandel mit guten Einsteigergeräten und noch besserer Beratung gefragt.
    Durch die Mitgliedschaft im Dampferboard wurde ich dann erst so richtig angespitzt.
    Und jetzt dampfe ich auswärts mit max. 25 Watt und kleineren Geräten. Zu Hause „volles Rohr“.
    Mir macht beides Spaß. Selbstwickeln und Mischen von Liquids ebenfalls.

  5. Es ist immer wieder traurig zu erleben, dass Texte wie dieser hier von Stefan Krismer, irgendwie falsch verstanden werden. Die wohl gewollte „Ironie“ ist doch nicht zu überlesen, oder? Es geht hier nicht um „Du darfst das nicht“, sondern vielmehr um Toleranz und Akzeptanz der Dampfer unter sich und der Dampfer gegenüber den Nicht-Dampfern. Jeder wie er mag, aber bitte auch einfach mal Rücksicht nehmen. Kommt im Leben eh besser… So habe ich es verstanden.

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