Risiko Frontal21 – Nachgehakt vom DAMPFERmagazin

Risiko Frontal21 – Nachgehakt vom DAMPFERmagazin

Wer die Sendung Frontal21 regelmäßig verfolgt, der weiß, dass unter der Rubrik „Nachgehakt“ ein Thema erneut aufgegriffen wird. Man berichtet dann darüber, was sich seit der Ausstrahlung des Beitrags getan hat.

Dies möchten wir als DAMPFERmagazin auch einmal tun und wenige Tage nach der Ausstrahlung der umstrittenen E-Zigaretten Reportage einen Blick darauf werfen, was aus dem Facebook-Shitstorm geworden ist und die getroffenen Aussagen noch einmal etwas näher unter die Lupe nehmen.

Nach mehreren hundert kritischen Kommentaren auf Facebook kam am 15.04. eine Stellungnahme der Frontal21 Redaktion. Dort liest man:

Liebe Kritiker, wir können uns nicht erinnern, dass an irgendeiner Stelle in unserem Beitrag gesagt wurde: Tabak rauchen ist gesünder. Eine Nähe zur Tabaklobby kann man uns also wirklich nicht vorwerfen. Vielmehr haben wir Experten zu Wort kommen lassen, die Gesundheitsrisiken beschrieben haben, die beim regelmäßigen Konsum von E-Zigaretten bestehen. Wohlgemerkt Risiken. Genauso sind Verfechter der E-Zigarette in unserem Beitrag zu Wort gekommen. Wir bitten also um mehr Sachlichkeit in der Diskussion.

Quelle: Facebook

Richtig, es gab an keiner Stelle die Aussage, dass Tabakrauchen gesünder ist.
Es wurde aber auch an keiner Stelle ausdrücklich erwähnt, dass die E-Zigarette eine weitaus weniger schädliche (nicht „gesunde“) Alternative zur herkömmlichen Tabak-Zigarette darstellt. Dies konnte man allenfalls aus den kurzen Aussagen von „Tom Stöber, E-Zigaretten-Konsument“ oder „Dac Sprengel, Vorsitzender des VdeH“ heraushören. Auf diese Aussagen wurde im anschließenden Text jedoch mit keinem Satz eingegangen. Im Gegenteil, der ganze Bericht suggerierte dem Zuschauer deutlich, dass E-Zigaretten ein enormes, unbekanntes und gefährliches Risikopotential besitzen und somit mindestens genau so schlimm wie Tabak-Zigaretten sein müssten.

Richtig, eine Nähe zur Tabaklobby  kann man Frontal21 sicherlich nicht vorwerfen.
Eine Nähe zum schlecht recherchierten, quotenhungrigen Sensations-Journalismus allerdings schon. Die Nähe zur Tabaklobby und vielmehr noch der Pharmalobby, die werfe ich allenfalls den von ihnen herbeigezogenen „Experten“ vor. Das hätte Frontal21 eigentlich auffallen können, aber dazu wäre Recherche notwendig gewesen.

Damit bin ich schon beim nächsten Punkt der Frontal21 Stellungnahme: Die Experten.

Richtig, Sie haben Experten zu Wort kommen lassen. Zumindest wenn man der Ansicht ist, dass es sich dabei tatsächlich um Experten handelt. Sehen wir uns doch die Experten einmal näher an, insbesondere Frau Pötschke-Langer, die sich seit Jahren jeglichen Argumenten und Studien gegenüber verschließt und einem ideologischen Kampf gegen Tabak, und alles was in irgendeiner Form wie eine Zigarette aussieht, verschrieben hat. Sie führt einen durch die Pharmalobby gesteuerten Feldzug und nutzt jede Gelegenheit, ihre stets im Konjunktiv verfassten Aussagen medial zu verbreiten – ohne dabei auch nur ein einziges Mal irgendeinen Beleg für ihre Äußerungen zu bringen.
Es wird der Eindruck erweckt, dass man dem Zuschauer hier eine „Krebsforscherin“ präsentiert, eine Wissenschaftlerin die über jeden Zweifel erhaben ist. Hätte man hier einmal etwas mehr hinter die Kulissen geblickt, so wäre schnell aufgefallen, dass diese Frau seit Jahren überhaupt nichts zur Krebsforschung beiträgt sondern lediglich ihre Stellung im DKFZ missbraucht, um ihre Fehlinformationen und Lügen zu verbreiten.

Warum zeigt man keinen Experten, der etwas positives über die E-Zigarette zu sagen hat? Es gibt viele echte Wissenschaftler die Frau Pötsche-Langer vehement widersprechen.
Stattdessen wurden auf der Pro-Seite lediglich Konsumenten und Hersteller/Händler gezeigt. Wobei man ganz klar erkennen konnte, dass die Konsumenten als „Süchtige“ dargestellt werden sollten, die zu naiv sind um zu sehen, welch schreckliches Unheil sie in ihrem Körper anrichten. Während die Hersteller und Händler so dargestellt wurden, dass sie nur ihren Profit im Auge haben und aus diesem Grund die „Wahrheit“ verschleiern und die Konsumenten belügen.

Richtig, Ihre Experten weisen auf die Risiken hin, die beim regelmäßigen Gebrauch bestehen. Es ist nur leider so, dass diese Risiken von seriösen Wissenschaftlern längst wiederlegt worden sind und dass bislang (trotz zahlreicher Studien) noch niemand in irgendeiner Form eine Schädlichkeit von E-Zigaretten belegen konnte. Niemand behauptet, dass die Benutzung einer E-Zigarette frei von jeglichen Risiken ist. Man könnte beispielsweise während man dampft von einem Meteoriten getroffen oder von einem freilaufenden Wolf angegriffen werden oder in ein 100m tiefes Erdloch fallen. Sorry für diesen Sarkasmus, aber was ich damit zeigen möchte: Bei der Betrachtung von Risiken geht es immer auch um die Wahrscheinlichkeit und die ist bei all diesen Fällen äußerst gering – kann jedoch niemals zu 100% ausgeschlossen werden. Ihr Bericht vermittelt allerdings, dass es sich bei den von den Experten geschilderten Szenarien um enorme Risiken handelt, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu einer gesundheitlichen Beeinträchtigung des Anwenders führen müssen.

Richtig, Sie haben Verfechter der E-Zigarette zu Wort kommen lassen. Das besondere ist allerdings das „WIE“.
Ganz abgesehen davon, dass Frontal21 berühmt dafür (um nicht zu sagen berüchtigt) ist, dass bei Interviews gerne mal minutenlange Interviews auf einzelne, aus dem Zusammenhang gerissene Sätze reduziert werden – hat man kein einziges der Pro-Statements durch die Off-Stimme positiv kommentiert. Die Aussagen von „Verfechtern der E-Zigarette“ wurden stets im nächsten Satz gleich wieder in Frage gestellt. Ist Ihnen nicht aufgefallen, dass dies bei Aussagen der „Experten“ nicht ein einziges Mal passiert ist? Aussagen der Experten wurden sofort als gegeben und richtig hingenommen. Zufall?

Ihrer Auffassung nach sind also „beide Seiten“ zu Wort gekommen, nun gut, ich habe mir die Mühe gemacht und den Beitrag ein wenig analysiert und die Sekunden zusammengezählt, in denen neutral, negativ und positiv über die E-Zigarette berichtet wurde.

zeit_analyseDer Beitrag lief 7 Minuten und 20 Sekunden. Die neutralen Aussagen belaufen sich auf etwa 30 Sekunden, die positiven Aussagen (z.B. Tom Stöber und Dac Sprengel) ergeben zusammengefasst etwa 1 Minute und 42 Sekunden. Auf über 5 Minuten hingegen kommt man, wenn man die ganzen (widerlegbaren) Falschaussagen und die Interviews mit Frau Pötschke-Langer, Herrn Loddenkemper und Frau Mortler zusammenaddiert, und dabei ist die (in ihrem Grundton schon eindeutig negative) Anmoderation erst gar nicht mit eingerechnet.

Natürlich können Sie immer noch behaupten, dass beide Seiten zu Wort gekommen sind – das wäre schließlich selbst dann noch richtig, wenn man die Zeit für positive Aussagen auf 1 Sekunde reduzieren würde. Eine ausgewogene Berichterstattung aber, die sieht anders aus.

Sie fordern mehr Sachlichkeit von ihren Kritikern. Sie sind selbst nicht in der Lage objektiv, sachlich und ausgewogen über die E-Zigarette zu berichten – aber Sachlichkeit fordern ist immer gut, wenn man selbst keine Argumente hat.

FAZIT: So gesehen ist Ihre komplette Stellungnahme vollkommen Richtig und entspricht (aus Ihrer Sicht) der Wahrheit. Leider ändert das überhaupt nichts an den Halbwahrheiten, dem psdeudowissenschaftlichen Humbug und den offensichtlichen Lügen, die durch ihren Beitrag verbreitet wurden.

 

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.

20 Kommentare zu "Risiko Frontal21 – Nachgehakt vom DAMPFERmagazin"

  1. Hi Horwin,
    vielen Dank für Deine Mühe und den genialen Beitrag!
    Er ist wunderbar entlarvend und legt die Manipulation offen.
    Viele Grüße,
    Chris

  2. ich selbst bin auch ein im bericht geschmähter doppel-user,nutze also regelmäßig die e-zigarrette und rauch nebenbei(früher 40 zigs jetzt 5-6 zigs) und bin sehr entäuscht über die sehr tabacklobbylastige berichterstattung von frontal21 von dem ich mehr viel mehr ausgewogenheit erwartet hätte, wieder eine tv-redaktion der ich nicht über den weg traue…was schade ist denn es warn nach dem ezig-verriss auch andere wichtige berichte in der sendung die ich nun auch skeptischer betrachten muß…ich glaub ich guck bald gar kein fernsehn mehr!

  3. Hallo Horwin,
    da muss ich Chris recht geben. Ich finde du hast deinen Artikel seriös und gut recherchiert. Für diese Mühen gibt es einen DICKEN Daumen nach oben.
    Viele Grüße

  4. Paul Merken | 16. April 2015 um 17:29 |

    Nach dem Bericht frage ich mich für welche Zielgruppe dieser Bericht gemacht worden ist ? Und warum erst jetzt ein solcher Bericht gesendet wird, da es das Dampfen ja schon seit einigen Jahren gibt ?
    Weiterhin stellt sich die Frage, wie ein „Experte“ definiert wird ?
    Zumal, die zu Wort gekommenen Experten nicht eins ihrer Argumente untermauert oder bewiesen haben und überwiegend ihre Kommentare im Konjunktiv an den Zuschauer gebracht haben.

    (Ziffer 2 des Presse Kodex
    SORGFALT
    Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben.
    Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden.
    !! Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen. !!
    Symbolfotos müssen als solche kenntlich sein oder erkennbar gemacht werden.)
    (Ziffer 14 des Presse Kodex:
    MEDIZIN-BERICHTERSTATTUNG
    Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich
    in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden)

    Kommen wir zum konjunktiven Sprachgebrauch der eingeladenen Experten, ergibt sich folgendes:
    Konjunktiv verwendet man für Situationen, die nicht real, sondern nur möglich sind (deshalb Möglichkeitsform). Dies kann zum Beispiel etwas sein, das wir uns nur vorstellen oder wünschen. Oder wir wiederholen eine Äußerung, von der wir nicht wissen, ob sie wahr ist oder nicht.

    Warum sind keine Experten zu Wort gekommen, deren Forschung auf dem Gebiet der verdampfenden Inhaltsstoffe zu Ergebnissen gekommen sind, die beweisbar, wiederholbar und weitaus unschädlicher sind für den Konsumenten von Dampfprodukten und dessen Umfeld, im Vergleich zu einem Tabakprodukt und deren Verbrennung ?

    Welche informative und objektive Aussage sollte die Schlusssequenz des Berichtes mit den zwei jugendlichen Mädchen haben ?

    Warum wurden im Vorfeld der Berichterstattung in Facebookgruppen nach jugendlichen unter 18 Jahren gesucht, die Aussagen über den Konsum von Tabakprodukten und Verdampfern machen sollten ?
    ( Ziffer 4 des Pressekodex:
    GRENZEN DER RECHERCHE
    Bei der Beschaffung von personenbezogenen Daten, Nachrichten, Informationsmaterial und Bildern dürfen keine unlauteren Methoden angewandt werden.)
    (Ziffer 11 des Pressekodex:
    SENSATIONSBERICHTERSTATTUNG, JUGENDSCHUTZ
    Die Presse verzichtet auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid. !! Die Presse beachtet den Jugendschutz. !!)

    Warum wurde ein ausländischer Produzent von Dampfprodukten nach dessen Produkten befragt und nicht ein inländischer oder zumindest nicht auch ein inländischer Produzent ?

    Fragen auf die ich gerne eine Antwort hätte, um mich sachgemäß und objektiv zu informieren.
    Diese Fragen werde ich auch der Redaktion „Frontal 21“ zukommen lassen

    • Paul, dieser Beitrag ist für mich mindestens genauso hervorragend gut wie der, den Du kommentiert hast. Danke, wieder ein Stück mehr Objektivität und Aufklärung.

  5. Hi Horwin,
    vielen Dank für deine supi Stellungnahme zum Frontal21- Beitrag über das e- Dampfen. Es war haarsträubend anzusehen und anzuhören, wie hier gegen uns Dampfer „argumentiert“ wurde. Für mich ist die Sache ganz klar und diese Doppelmoral, welche hier an den Tag gelegt wird (Das soll im politischen Lager ja häufiger vorkommen.), ist kaum noch zu ertragen. Wer will schon, dass ihm das Wasser abgegraben wird. Da kommen gesundheitliche Aspekte gerade gut, in einer Zeit, wo man den Bürger gern mal mit Halbwahrheiten und nicht immer belegten Fakten verunsichern möchte. Und wenn weiterhin rückläufige Zahlen bei den Rauchern von Pyros, bei gleichzeitig zunehmenden Umsteigern auf das e- Dampfen auch noch der Staat dadurch fehlende Steuereinnahmen zu verzeichnen hat, dann ist das schon bitter, denn genau das passiert ja zwangsläufig. (Abgesehen von den sogenannten Doppel- Usern, aber auch die werden bestimmt eines Tages die Lust an der Pyro verlieren. Zu wünschen wäre es ihnen 😉
    Ich bin stolz darauf, nach fast 30 Jahren „Pyro“, den Umstieg problemlos geschafft zu haben.
    Abschließend möchte ich sagen, ich befürchte, solange hier jedenfalls nicht ein fetter Steuersatz auf das e- Dampfen erhoben ist, wird auch das „argumentieren“ gegen die e- Zigarette mit allem Zubehör niemals nachlassen.
    Wir Dampfer gehen traurigen Zeiten entgegen!!

    Viele Grüße

    Olli

  6. Dass sich überhaupt noch jemand Populistisch21 ansieht ist mir ein Rätsel. Exakt die die selben Diskussionen gab es vor einigen Jahren über einen „Beitrag“ zum Thema Egoshooter. Da war es Teils noch extremer mit den Schnitten um die potentiellen Massenmörder die diese Egoshooter Spieler, nach Meinung der F21 Redaktion, offensichtlich darstellen in ein schlechtes Licht zu rücken. Das schlimme ist, ich muss diesen Mist auch noch Monetär unterstützen. Bei der BLÖD kann ich mich frei entscheiden den Schund zu kaufen oder, wie ich es mache, es sein zu lassen. Die Kassieren eine Zwangsabgabe von mir. Zum Verständnis, ich habe nichts gegen öffentlich rechtliches Fernsehen an sich, auch die GEZ oder wie auch immer sie sich grad schimpft ist nicht die verkehrteste Idee, aber dann erwarte ich das mein Geld in Seriösen, unvoreingenommenen und guten Journalismus und nicht in so einen Abfall wie F21 oder den Ihr nachmittagsmagazin gesteckt wird. Da scheint insbesondere das ZDF aber mehr „Journalisten“ vom Schlag der BLÖDZEITUNGzu beherbergen als eben solche seriösen Mitarbeiter die Ihren öffentlich rechtlichen Auftrag auch als solchen vestehen. ZUM KOT***

  7. Ocram Netleh | 16. April 2015 um 20:25 |

    Ich hätte es selbst nicht besser sagen können !

  8. Dr. S. Punk | 16. April 2015 um 21:03 |

    Nicht dass es etwas nutzen würde, Rektal21 wird sich weiter dem zweifelhaften, aus unserer Tasche finanzierten Tagesgeschäft widmen, die heftigen Reaktionen auf den produzierten Mist ignorieren und sich eines Tages bei Einstellung des Formats noch auf die Schulter klopfen, wieviele Wellen ihr Machwerk doch in diverse Teppiche machen konnte.

    Trotzdem muss irgendwo eine Gegendarstellung zu finden sein wenn sich die Urheber dieses „Giftcocktail“-Schwachsinns der Diskussion entziehen, und dafür habt ihr ja gesorgt. Vielen Dank dafür. Ich habe auch meinen Teil getan und der Redaktion eine Email geschrieben.

    Insgesamt zeigt dieser Vorfall wieder einmal deutlich, wie wenig man sich auf die herkömmlichen Medien verlassen kann, auch nicht auf vermeintlich unabhängige und zur Ausgewogenheit verpflichtete Formate im öffentlich rechtlichen TV. Wie schon jemand in einem Forum schrieb, Anal21 hat hier „Sudel-Ede“ alle Ehre gemacht und insgesamt zum wiederholten Mal das vermeintlich abhängige und oberflächliche Privatfernsehen locker unterboten. Das zieht die Glaubwürdigkeit des gesamten Systems in den Keller, stellt den Sinn oder Unsinn von Gebühren in Frage und untergräbt das letzte verbliebene Vertrauen in deutsche Medien nachhaltig. Wenn das die Absicht von Egal21 war – tolle Arbeit!

  9. Hallo Horwin,

    top Stellungsnahme! Es wäre vielleicht gut, wenn mann kranke Dampfer zu wort kommen zulassen, wo sich die Krankheit seit dem Dampfen verbessert hat. Da gibt es bestimmt viele Geschichten.

    Ich bin seit 05/2006 Dialysepatient. Sei dem ich dampfe, sind meine Blutwert wesentlicht besser geworden. Dieses äußert sich dadurch, das ich von 4,5 Stunden – dreimal in der Woche – auf 4 Stunden die Dialyse verrringert wurde. Die Ergebnisse der Lungenfunktionstest haben sich verbessert. usw. Meine angst besteht darin, dass mir das Dampfen wieder weggenommen wird und ich auf den Tabak zurück greifen muss, obwohl ich meinen Nikotinbedarf von 24 mg/ml auf 6 mg/ml verringern konnte. Ich bin nicht süchtigt. Dieses macht sich bemerkbar, indem ich auch mal einen Zeitraum ohne E-Zigarette auskomme. Dieses war mit dem Tabak nicht möglich.

    In diesem Sinne, Danke für Deine Stellungsnahme!
    -BNG- aka Amalkotey

  10. Simon Bach | 17. April 2015 um 10:56 |

    Liebe Frontal21-Redaktion.

    An sich haben Horwin vom Dampfermagazin und Velvet Cloud bereits alles gesagt, was es zu dem Beitrag sowie der Stellungnahme zum Shitstorm zu sagen gibt. Es ist schon bemerkenswert wie sehr Ihr Kommentar doch denen ähnelt, die Sie angeblich so oft von Politikern und Wirtschaftsexperten zu hören bekommen. Aber auch das wurde ja bereits ironisch bis zynnisch aufgegriffen. Es gibt jedoch noch einen wesentlich wichtigeren Aspekt, der angesprochen werden sollte:

    Selbstverständlich geht niemand ernsthaft davon aus, dass die Frontal21-Redaktion eine wie auch immer geartete Unterstützung seitens der Tabak- oder Pharma-Lobby erfährt. Um so schlimmer erscheint es ja der Dampfer-Community, dass derart unbedacht, unrecherchiert und unreflektiert solche Interessengruppen mutmaßlich unbeabsichtigt unterstützt wurden, die völlig andere Ziele verfolgen, als die „Volksgesundheit“. Wenn sie wirklich den Anspruch hatten – was ich Ihnen nicht pauschal absprechen möchte – einen objektiven Bericht über das Für und Wider der E-Zigarette zu produzieren, dann kann ich mich nur über die mindere Qualität des journalistischen Handwerks wundern.

    Durch den von Horwin sehr schön dargestellten Aufbau Ihres Beitrags muss Ihnen doch spätestens jetzt rückblickend klar werden, dass Sie das Ziel, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen, gehörig verfehlt haben. Zumindest wenn man fachlich sauberen Journalismus nach Lehrbuch und Pressekodex produzieren möchte.

    Sie haben den üblichen selbsternannten Experten eine Plattform geboten, ohne dass Ihnen dabei auffiel, wie unkonkret und tendenziös deren vermeintliche Fachkommentare ausfielen? Sie haben den permanenten Konjunktiv zwischen den rethorischen Fingerspielen tatsächlich nicht bemerkt? Sie haben die Aussagen aller Interviewpartner nicht durch eigene Recherchen übergeprüft? Die „krebserregenden Aromen“ haben Ihnen nicht die Ohren klingeln lassen? Sie haben tatsächlich keine einzige der bis dato knapp 400 existierenden Studien zur E-Zigarette gefunden geschweige denn gelesen? Sie haben wirklich nur die zwei fragwürdigen jungen Damen und den einen Herren mittleren Alters für ein Interview gewinnen können? Ihnen ist wirklich nicht aufgefallen, dass Dekang zwar Liquid-Weltmarktführer ist, in Deutschland aber einen verschwindend geringen Marktanteil hat? Ihnen ist tatsächlich nicht in den Sinn gekommen, mal zu hinterfragen, welche fiskalischen Interessen eine Frau Mortler zumindest im Hinterkopf haben muss, sobald Sie über Regulierung der E-Zigarette spricht? Ihre Recherchen haben nicht zu Tage gebracht, dass selbst Frau PöLa vor zwei Jahren noch nicht vermieden hat, zu sagen dass, so wörtlich „die Ezigarette viel viel weniger schädlich als die Tabakzigarette“ sei? Ihnen ist nicht die Absurdität in Frau PöLas Aussage aufgefallen, dass man die E-Zigarette NICHT mit der Tabakzigarette vergleichen solle? Ja, womit denn sonst? Sie haben tatsächlich nicht recherchiert, dass der unterstellte „Tatbestand“ der Jugendgefährdung durch die E-Zigarette, durch alle dazu verfügbaren Studien nicht gestützt sondern widerlegt wird?

    Liebe Frontal21-Redaktion. Sie sind Journalisten. All diese Fragen müssen Sie offenbar – gemessen an dem gesendeten Bericht – verneinen. Und das macht mir Angst. Denn da Ihr Bericht sich ja nur einreiht in eine ganze Reihe sehr ähnlicher Machwerke, muss ich davon ausgehen, dass es heutzutage offenbar vielen Journalisten an der eigentlich wichtigsten Eigenschaft für diesen Beruf fehlt: der natürlichen Neugier.
    „Echten Journalisten“ – so meine offenbar romantisch-veraltete Vorstellung – hätten sich all die zuvor genannten Fragen gestellt und wären darüber in ein hochinteressantes Thema eingetaucht. Denn in der Tat ist das Thema „E-Zigarette“ zwar nicht entscheidend für das Wohl und Wehe der Menschheit (auch wenn sie Millionen Tabaktote jährlich vermeiden könnte, so die Auffassung vieler echter Experten) – wohl aber ist es ein sehr guter Stoff für einen regelrechten Krimi in Sachen realistischer Strukturen zwischen den Interessen von Wirttschaft, Politik und den Menschen in der Bevölkerung. Ein Stoff, der jedes wahre Journalistenherz höher schlagen lassen müsste. Denn obwohl es nur um ein bisschen Dampf geht, so geht es im gleichen Moment um ganz grundlegende Fragen von Interessenvertretung durch Politik, Lobbyisten, vermeintlich gutmeinenden Organisationen wie der WHO, der Frage, wie Informationen manipuliert und Politikern Regulierungen von der Wirtschaft in die Feder diktiert werden – in Deutschland und vor allem in Europa. Von angeblichen Forschern, die eigentlich getarnte Politiker, Lobbyisten oder beides sind. Und um die Frage, was ist die Gesundheit von Menschen wert – in Euro und Cent. Und was ist lukrativer? Der Steuern zahlende, nach teuren medikamentösen Behandlungen früh sterbende Raucher oder der gesunde Dampfer, der – was nicht nur Frau Mortler sicher sehr bedauert – nicht mal Steuern dafür zahlt aber im Schnitt mehr Rentenleistungen in Anspruch nimmt? Eigentlich ein perfekter Stoff für Journalisten, die den Mut haben, tatsächlich so zu berichten, wie Sie es in der Agenda Ihres Sendeformats umschreiben.

    Und wenn Sie glauben, dass es der Dampfer-Community vor allem um die E-Zigarette geht, dann irren Sie sich gewaltig. Die derzeit schätzungsweise 3,5 Mio Dampfer in Deutschland (auch ier haben Sie einen viel zu konservativen Wert von 2 Mio genannt) sind vor allem über die genannten Hintergründe verärgert, die sehr klar zeigen, wie demokratische Entscheidungen heutzutage tatsächlich entstehen – nämlich meist ganz und gar nicht nach dem Willen des Volkes.

    Wir müssen vermutlich noch ein paar Jahre warten, bis die Dampfer-Community eine kritische Masse erreicht hat, die so eindeutig Relevanz bei Wahlen hat, dass sowohl die Politik als auch die Presse – die ja im Falle der öffentlich Rechtlichen indirekt aber strikt politisch gesteuert werden – es sich nicht mehr erlauben können, das derzeitige schmutzige Spiel weiter zu spielen.

    Ich wünsche Ihnen ein ganz großes Stück von dem Enthusiasmus zurück, den Sie mutmaßlich alle zu Beginn Ihres Journalismus-Studiums hatten. Denn dann sind Sie auch in der Lage, Berichte zu produzieren, die es wieder wert sind, gesendet und gesehen zu werden.

    MfG

  11. Hallo Horwin,
    erst mal meinen vollsten Respekt zu Deinem Artikel.
    Ich habe am 3.01.2011 meine erste E-Zigarette bekommen und sofort mit den Pyros aufgehört.
    2 Jahre habe ich gebraucht, um von der Nikotinstärke (Marlboro“ auf Null zu kommen.
    Seit über einem Jahr bin ich also Nikotinfrei und Dampfe aus Spass am Geschmack.
    Ich habe meinen Geruchs und Geschmacksinn wiederentdeckt. Ich bin überzeugt das mir dies ohne E-Zigaretten nicht gelungen wäre. Zum medizinischen Aspekt. Ich muss alle 3 Jahre zur Asbestose-Unterzuchung weil ich in meinem Arbeitsleben mit Asbest gearbeitet habe. Meine letzte Untersuchung war Mitte 2010. Also noch zu Zigarettenzeiten. Mitte 2013 wurde ich wieder untersucht und habe, oh Wunder, mehr Lungenvolumen und Presskraft als 3 Jahre zuvor. Alles Zufall??? Auch mein Lungenfacharzt war überrascht, sah aber in meiner Begründung und Annahme eine entsprechende Logik. Soviel zu meiner Dampferkarriere. Ich habe eine Anmerkung bezogen auf unsere sogenannten kompetenten Jornalisten. Immer öfter hört man in den Nachrichten zum Thema Dampfen, das dies der befürchtete Einstieg der Jugend in die Raucherszene werden kann. Ich sehe täglich Jugendliche im alter zwischen 13 aufwärts mit einem Glimmer im Mund. Die haben zwar schon von E-Zigaretten gehört, aber die wissen nix damit anzufangen. Es ist etwas komplizierter als eine Kippe aus der Packung nehmen und anzuzünden. Ich für meinen Teil bin dankbar, das es die E-Zigarette gibt und ich so von den Glimmstängeln weg bin. Wenn man es richtig betrachtet geht es unseren Politikern doch nicht um unsere Gesundheit sondern um verlorene Steuermillionen.

    Ich wünsche mir von Dir weiterhin so tolle Berichte. Lasst euch nicht in´s Boxhorn jagen.

    Gruß
    U.L.

  12. blackhide | 17. April 2015 um 16:47 |

    Das ZDF veröffentlicht ein Statement zu dem Brief von ismokesmart: http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/blob/38079764/1/data.pdf?hc_location=ufi

  13. Andreas Müller | 17. April 2015 um 22:20 |

    Ich meine guter Journalismus geht anders ! Man rechachiert und das ist hier nicht der Fall gewesen. Hätte man sich in der Dampferszene sich mal umgehört wo man fundierte Informationen über die E-Zigarette her bekommt ,hätte man sicher auch eine Antwort bekommen. Der TV-Bericht wäre sicher anders ausgefallen . Oder sollte er so ausfallen im Interresse der Lobbyisten die seit Jahren gegen die E-Zigarétte aus Profitgier sind. Für die kommt das Massenmedium Fernsehen gerade recht . Und Frau Dr. Pötscke Langer propagiert gegen die E-Zigarette seit Jahren unter dem Deckmantel der WHO für die Pharmaindustrie , denn die Pharmaindustrie ist einer der größten Geldgeber der WHO. Die Pharmaindustrie hat wiederum ein potenzielles Interresse daran das die Menschen weiter Tabak konsumieren . Beim Tabakkonsum können und entstehen Krankheiten wo auch Pharmazeutische Produkte in Betracht kommen. Das ist bei der E-Zigarette bei weiten nicht so zumindest nach heutigem aktuellen Kenntnisstand ,der sich sicher auch nicht im wesentlichen sich ändern wird .Von daher muss die Pharmaindustrie die E-Zigarette als Geschäftsschädigend einstufen. Alle Propagandistischen Berichte dienen dazu die Raucher von Tabakwaren weiterhin bei der Stange zu halten. Die Nutzer der E-Zigarette steigen permanent weiter an und das ist auch gut so !

  14. blackhide | 18. April 2015 um 14:14 |

    Das ZDF stellt den Frontal 21 – Beitrag zur E-Zigarette auf deren Youtube-Kanal auf privat: https://www.youtube.com/watch?v=cXeGFFsLzg8&hc_location=ufi

  15. F21 war in der Ankündigung des Beitrags im Rahmen von „heute in Deutschland“ sogar noch dreister, unter http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2382996/ZDF-heute-in-Deutschland-vom-14.04.2015 kann man sich noch eine andere Schnittversion ansehen (oder mit Mediathekview runterladen). Auch hier ist PöLa ganz die zutiefst besorgte Beschützerin und achtet mal darauf, wie ihre Hände ihre Aussagen unterstreichen. Das lernt man so nicht unbedingt in Germanistik, da hat sie ein sehr gutes Coaching genossen.

    Das Beste an dieser Version ist aber eigentlich die Positionierung des Beitrags und die Anmoderation. Erst läuft ein Bericht zum Handel mit Marihuana im Görlitzer Park in Berlin, der endet: „Dass Polizei und Strafverfolgung allein den Park befrieden können, glaubt hier ohnehin kaum einer. Sobald die Beamten um die Ecke sind, gehen die Geschäfte weiter.“

    Studio, Moderatorin:
    „Und wo wir gerade beim Thema Rauchen sind, bleiben wir doch noch dabei. Wer ganz legal rauchen will, der kann zum Beispiel zu E-Zigaretten greifen. Die gibt es noch nicht so lange, doch sie werden immer beliebter. 150 Millionen Euro Umsatz macht die Branche damit nach eigenen Angaben pro Jahr in Deutschland.“ Dann kommt nach einem Hinweis auf das „süchtigmachende Nervengift Nikotin“ in den Liquids, und dass „über 30% der 12- bis 17jährigen die E-Zigaretten bereits ausprobiert hätten“ (aus dem Off, vor auf dem Schulhof spielenden Kindern) folgender Satz von PöLa: „Unsere größte Befürchtung ist in der Tat, dass sich ein neuer Suchtmarkt entwickelt. Und zwar für Kinder und Jugendliche, sowie junge Erwachsene.“

    Vom „Drogengeschäft“ auf die potentiellen Opfer der skrupellosen E-Zigarettenmafia überleiten, damit man sieht, wohin die Reise mit dem Dampfen führt. Manipulativer ging’s nicht mehr. Es ist wirklich eine Frechheit, das hat echtes Fox-News-Niveau. Die Kamera auf PöLa noch ein bisschen mehr aus der Froschperspektive und Riefenstahl klatscht aus dem Grab Beifall.

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