Silberkontakte im AT – Der Marketing-Gag!

Autor: Captain Blackbird – plus.google.com/+CaptainBlackbird/]

Oft wird bei Akkuträgern vom Voltdrop gesprochen.
Dabei macht sich in erster Linie bemerkbar, wie gut der eingesetzte Akku ist.
Wie toll die Kontakte sind ist nebensächlich und hat keine wirklich großen Auswirkungen,
vorausgesetzt natürlich, dass die Kontakte gescheit gearbeitet sind-
sprich: Rumschlabbernde Popotaster mit schlechter Führung oder völlig oxidiertem (vergammeltem) Metall sind wohl suboptimal.

Jetzt kommen immer öfter die SUPERDUPER Akkuträger mit wenig Voltdrop und versilberten Kontakten oder gar aus Reinsilber.

Uiiiii! Das is ja was ganz tolles, oder?

Nö – isses nicht.

Verarschung und Unkenntnis der Entwickler isses.

Ein dummer Marketing-Gag um den Leuten zu suggerieren:
Das is was ganz neues, innovatives und sehr teuer – aber ganz toll!

Wenn man jetzt mal genauer schaut wird es auch klar:
Verschiedene Metalle leiten mehr oder weniger gut den Strom.
Man kann sich eine Bestenliste zusammenstellen.

Die  Rangliste der Metalle würde dann so aussehen:
1 – Silber
2 – Kupfer
3 – Gold
4 – Aluminium

7 – Messing

9 – Chrom

11 – Titan
12 – Edelstahl

Andersrum gesehen:
Der Widerstand in Ohm bei 1m Länge bei 1mm² Querschnitt (Zimmertemperatur 20 Grad)
Silber = 0.0159
Kupfer = 0.0167
Gold = 0.0235
Alu = 0.0266
Messing = 0.0645
Titan = 0.8 (Reinheitsabhängig)
Edelstahl = 0.795 (Legierungsabhängig)

Ist vielen wieder zu technisch?
Ok, jetzt kindgerecht erklärt!

Der Widerstand – das ist Türsteher vor Disco
Der Strom- lange Schlange Menschen wollen in Disco

Türsteher Big-Silber guckt ersten an: Du kommst hier net rein!
Gast macht viel Bitte-Bitte und darf dann doch rein.
Das geht mit der ganzen Schlange Menschen so.

Wir hatten also Widerstand, aber es ging trotzdem weiter.

Andere Disco, selbes Theater aber folgender Unterschied:
Hier machen die Messing-Brüder den Türsteher 3 an der Zahl
Mit jedem muss man Bitte-Bitte machen um weiter zu kommen.

Zu guter Letzt haben wir die Disco „Knast“
Hier muss man erst mal an den Hells-Edelstahl vorbei!
50 Türsteher bei denen man Bitte-Bitte machen muss…

Wenn ich jetzt mal vergleiche:
Silber 1.59Ohm/m vs. Edelstahl 79.54 Ohm/m

Dann ist Edelstahl gegenüber Silber mal eben 50x schlechter!
Das is schon ’ne Hausnummer, gell?

Nun legen wir das mal auf ’nen Akkuträger um: Der Pol oben, meinetwegen auch unten, aus Silber,
das geht schnell da durchzukommen  Die Pole sind von der Länge her ’ne kurze Strecke.
Blöderweise ist aber der andere Weg aus Edelstahl und als Bonus gleich auch noch ein etliches mehr an Strecke (Akkuhülse).

Ich hoffe, es dämmert schon einigen, was das bedeutet.

Um es wieder untechnisch zu machen:

Du gehst in die erste Disco am Türsteher Big-Silber vorbei.
In der Disco is ne Achterbahn (Heizwendel), wo du deinen Spaß hast. Dann willst du wieder raus aus der Disco…
Leider ist der Ausgang aber nur zu erreichen, wenn du durch die komplette Disco „Knast“ gehst – mit den 50 Hells-Edelstahl.

Wenn du dann noch ganz viel Pech hast, dann stehen zwischendurch noch Drehkreuze wie im Schwimmbad oder der U-Bahn.

Das sind dann die Gewinde vom Akkuträger,
bei mehreren Schraubhülsen auch mehrere Drehkreuze.

Und wenn die noch siffig und dreckig sind, dann wird aus dem Drehkreuz gleich ein Bauzaun, wo du drüber klettern musst.

Was hat mir jetzt also der Silberkontakt effektiv gebracht?

Na, kommste sicher selber drauf…

Ich hoffe, dass euch der Artikel was beibringen konnte und etwas unterhaltsam war.

 

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4 Kommentare zu "Silberkontakte im AT – Der Marketing-Gag!"

  1. Das beste was ich jemals über Widerstände gelesen habe.

  2. Sehr schlechter Artikel…. fachlich inkorrekt, elektrotechnische Halbwahrheiten und als Sahnehäubchen Sätze wie „Verarschung und Unkenntnis der Entwickler“ oder „dummer Marketing-Gag“ – Kommt nicht gerade gut, wenn man die Basics nicht wirklich kapiert hat und dann darüber referieren will

    Die Analogie mit den Türstehern ist natürlich Blödsinn, denn die Parameter Querschnittsfläche und Länge fehlen komplett. Das wäre allerdings wichtig gewesen um zu verstehen warum das Akkurohr durchaus aus Edelstahl sein darf und man bei den Kontaktpins eher gute elektrische Leiter einsetzt.

  3. Ich hab mal meinen Akkuträger berechnet…

    Widerstände für die Akkufeder z.B.: Länge 0,05024m Durchmesser 0,75mm
    Ag: 0,0018R, Cu: 0,0019R, VA: 0,0905R
    Voltage Drop bei 20A (muss man erst mal ordentlich ziehen um den Akku so zu verdampfen ;o)
    Ag: 0,036V, Cu: 0,038V, VA: 1,809V

    Widerstände für die Akkuhülse z.B.: Länge 0,07m Durchmesser innen 20, außen 22mm
    Ag: 0,000017R, Cu: 0,000018R, VA: 0,000844R
    Voltage Drop bei 20A
    Ag: 0,00034V, Cu: 0,00035V, VA: 0,01688V

    Widerstände für den Pluspol z.B.: Länge 0,001m Durchmesser 1,5mm
    Ag: 0,0000090R, Cu: 0,0000095R, VA: 0,0004501R
    Voltage Drop bei 20A
    Ag: 0,00018V, Cu: 0,00019V, VA: 0,00900V

    Man kann daraus schließen, das für die Hülse und den Pluspolanschluss keine besonderen Superleiter nötig sind. Der Pluspol ist meist teil der Steuerelektronik dessen Anschlüsse meist wegen Korrosionsschutz eh galvanisiert sind. Interessant finde ich die Minus-Feder, welche aufgrund des kleinen Querschnittes und der erstaunlichen Länge bei extrem hohen Strömen tatsächlich einen Spannungsabfall erzeugen könnte. Nicht umsonst wird kann man hier bei einigen Akkuträgern eine Cu-Feder oder eine Beschichtete Cu-Feder finden. Allerdings kann ich mir kaum vorstellen das jemand eine 36W Heizspirale unter dem Akku verbaut… also doch mal Taschenrechner weg und nachmessen ^^

  4. Naja, ich muss KARL leider etwas beipflichten, da fehlen schon ein paar Parameter um wirklich etwas über den Widerstand der Hülse etc. aussagen zu können. Grundsätzlich jedoch stimmt das Fazit aber nicht schlecht: Es ist tatsächlich ein ziemlich schlechter Marketing-Gag. Der Silberpluspol besitzt zwar in der Tat ein minimaler spezifischer Widerstand, jedoch sollte zumindest die Kontaktfläche noch vergoldet sein, da oxidiertes-Silber (schwarze Schicht) dann meines Wissens sehr schlecht leitet. Daher sind viele Kontakte (nicht nur bei Verdampfern resp. Akkuträgern) vergoldet, da Gold sehr Korrosionsfest ist.
    Und ob jetzt ein paar Promille an Leistung im Kontakt oder der AT-Hülse verpufft werden, meine Güte 😉
    Solange man nicht Subsubohm-Dampft spielt es wohl kaum eine grosse Rolle, ob der Pluspol nun aus Silber ist oder einem anderen Metall…

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