Unter Druck – Eleaf iCare Starter Kit

Eleaf iCare Starter Kit

icare_00Man hat fast das Gefühl die Hersteller wollen sich momentan bei der Miniaturisierung der Einsteigergeräte gegenseitig unterbieten. So ist es auch kein Wunder, dass fast jede Woche irgendein neues Starter-Kit erscheint – noch kleiner, noch besser, noch einfacher in der Bedienung – so zumindestens die Werbeversprechen. Um diesen Trend ein wenig zu beobachten habe ich mir bei heavengifts das Eleaf iCare Starter Kit besorgt.

Bei dem Eleaf iCare Starter Kit handelt es sich um ein neues Einsteigergerät, das mit einem Unterdruck-Schalter betrieben wird. Es verfügt also nicht über einen gesonderten Knopf mit dem das Dampfen gestartet wird, sondern reagiert auf das „Ziehen“ des Benutzers.

Diese Methode wurde schon vor mehreren Jahren bei den ersten Cig-a-Likes verwendet und findet in diesem Segment auch heute noch seine Verwendung. Ein Raucher klickt nicht, er zieht – daher macht diese Art der Schaltung schon Sinn. Leider wurde mir jedoch kurz nach Testbeginn wieder bewusst, weshalb sich die Technik mit dem Unterdruck-Schalter auf dem Markt nie so richtig durchsetzen konnte, außer bei den bereits erwähnten cig-a-likes.

Um den Schalter zu aktivieren muss man kräftig Ziehen, richtig kräftig – ein leichter Zug wie bei modernen Geräten führt hier definitiv nicht zum Ziel. Nachdem die Elektronik dann registriert hat, dass sich ein Unterdruck aufgebaut hat, beginnt sie damit die Wicklung aufzuheizen. Bis dann der erste Dampf im Mund des Dampfers angekommen ist, vergeht eine gute Sekunde. Das ist sowohl für erfahrene Dampfer als auch für Raucher eher ungewöhnlich.

Übrigens: Was man keinesfalls machen sollte ist Luft in das Mundstück hinein pusten. Sollte dies versehentlich einmal passieren schaltet die Elektronik auf Dauerfeuer und bricht erst nach Ende der Zuglängenbegrenzung (10 Sekunden) wieder ab!

Spezielle Zugtechnik

Mit dem Unterdruck-Schalter könnte man sich vielleicht noch arrangieren, viel schlimmer ist jedoch, dass durch das permanente kräftige Ziehen bereits nach kurzer Zeit der Eleaf iCare Starter KitVerdampferkopf derartig mit Liquid überflutet ist, dass man fast bei jedem Zug auch Liquid mit nach oben zieht. Auch wenn an dieser Stelle das Gerät eigentlich schon durchgefallen sein müsste, kann ich nicht ausschließen, dass diese Probleme meiner Zugtechnik geschuldet sind. Möglicherweise kann man mit einer angepassten Zugtechnik, durchaus vernünftig mit diesem Gerät dampfen. Mir ist es jedoch nicht gelungen.

Eleaf iCare Starter KitWeitaus erfreulicher finde ich das Design des Geräts. Das Eleaf iCare Starter Kit ist dank einer schlanken und schlichten Optik nicht sofort als E-Zigarette zu erkennen.
Hinzu kommt, dass es eine recht außergewöhnliche Kombination von Top Cap und flachem Mundstück verwendet. Diese Kappe, die aus Kunststoff besteht, kann einfach nach oben abgezogen werden.

Eleaf iCare Starter KitAuf der Unterseite der Kappe befindet sich eine rechteckige Aussparung die zum Herausschrauben der Verdampfereinheit dient.

Ähnlich wie beim Cubis System wird hier der Verdampferkopf (1,1 Ohm) am Kamin befestigt, von oben in den Tank geschoben und die komplette Verdampfereinheit dann dort festgeschraubt. Bei all diesen Systemen ist es enorm wichtig den Tank nicht über die Markierung hinaus zu befüllen, da der Verdampferkopf ansonsten beim Einsetzen den Tank zum Überlaufen bringt.

Versteckte Luftzugskontrolle

Eleaf iCare Starter KitDie Verdampfereinheit des Eleaf iCare Starter Kit verfügt übrigens auch über eine (fast schon versteckte) Luftzugskontrolle. Diese kann man allerdings nur dann justieren, wenn der Verdampfer aus dem Tank entnommen wurde. Unterhalb des Gewindes befindet sich dazu ein Ring mit mehreren Löchern der mit viel Fingerspitzengefühl verdreht werden kann, feuchte Finger inklusive. In wie weit eine Luftzugskontrolle bei einem Unterdruck-System jedoch wirklich Sinn macht sei einmal dahingestellt.

Eleaf iCare Starter KitZum Befüllen muss also der komplette Verdampfer aus dem Tank heraus geschraubt werden. Das erwähne ich an dieser Stelle nochmals, da direkt unter der Top Cap eine potentielle Fehlerquelle liegt. Neben der Verdampfereinheit befindet sich etwas, das wie ein Silikon-Stopfen aussieht. Wer nun glaubt, dass dies die Tank Befüllung ist und versucht diesen Stopfen zu entfernen, wird sich damit den Unterdruck-Schalter ruinieren. Kaum lesbar in winziger Schrift steht dort „Don’t Touch“ geschrieben.

Macht niemand? Da wäre ich mir nicht so sicher. Ich habe das Gerät während meines Tests mehreren Einsteigern gezeigt. Auf meine Frage „Was glaubst du wo man nachfüllt?“ deuteten die meisten direkt auf den Silikonstopfen.

Auf der Vorderseite befindet sich ein längliches Sichtfenster, über das man den Füllstand des Liquids erkennen kann. Der Tank ist beleuchtet, wobei die Farbe den Füllstand des Akkus signalisiert (Grün 100 % bis 15 %, Gelb 15 % bis 6 %, Rot weniger als 5 %). Dummerweise geht die LED sofort nach dem Ziehen wieder aus, so dass man die Farbe (und somit den Ladestand) nur sehr umständlich prüfen kann.

Eleaf iCare Starter KitDirekt über dem Sichtfenster ist ein kleines Luftloch. Auf der Unterseite des Geräts befindet sich dann noch ein Micro-USB Anschluß der zum Aufladen des integrierten 650mAh Akkus dient. Für ein Gerät dieser Größe ist das durchaus ordentlich und ausreichend.

Fazit

Sowohl bei der Dampfentwicklung als auch beim Geschmackserlebnis fühlt man sich mit dem Eleaf iCare Starter Kit um 2-3 Jahre in der Zeit zurück versetzt. Anfangs war der Dampf noch in Ordnung. Spätestens nach dem ersten „absaufen“ nimmt die Dampfleistung jedoch rapide ab. Mit wenig Dampf könnte ich bei einem solchen Gerät noch gut leben, wenn jedoch vom Geschmack des Liquids nur Nuancen zu erkennen sind und man ständig Liquid in den Mund bekommt, sollte man besser zu einer eGo AIO greifen. Diese ist kaum größer, jedoch wesentlich ausgereifter und hat vernünftige Verdampferköpfe.

Eleaf iCare Starter KitAuch wenn das sicherlich eine Menge Kritikpunkte für ein so winziges Gerät sind, halte ich es keineswegs für unbrauchbar. Nur sollte man für einen Preis von 15-20 Euro nicht unbedingt ein Spitzenprodukt erwarten. Mit dem Eleaf iCare Starter Kit bekommt man ein Einsteigergerät der untersten Preis- und Qualitätsklasse, dafür aber auch eines der definitiv kleinsten Geräte auf den Markt. Schon bei den Cig-A-Likes war klar, dass man in Miniaturgeräten keine überzeugende Technik unterbekommen kann. Es wird sicherlich Dampfer geben, die mit dem Gerät gut zurechtkommen und es aufgrund der Größe schätzen werden. Mein Fall ist es allerdings nicht.

Eleaf iCare Starter Kit

Abmessungen: 75 x 30 x 14 mm (H/B/T)
Tank-Volumen: 1,8 ml
Akku-Kapazität: 650mAh
Verdampferkopf: 1,1 Ohm
Farben: Schwarz, Weiß, Rot, Türkis, Gold

www.heavengifts.com

 

 

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Mein Name ist Horst Winkler, auch bekannt als Horwin. Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin,und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen kritischen Artikel zur geplanten Überregulierung oder zur falschen Darstellungen des Dampfens in den Medien und in der Politik. Wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen jedoch ebenso immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.

6 Kommentare zu "Unter Druck – Eleaf iCare Starter Kit"

  1. Hallo zusammen, meine Frau und ich dampfen das kleine Ding. Wir dampfen jetzt ein Jahr. Ich Dampfe Selbstwickler und natürlich noch meine Evod. Die ICare macht richtig spass. Nie ist sie abgesoffen. Und das spritzen in den Mund ist nur bei neuen Coils, maximal 10 Züge. Sie ist mein ständiger Begleiter. Ich möchte Sie nicht missen.

    Gruß Andreas Berge

  2. Ich war auch nahe daran mir das mal zum testen zu bestellen. Ich mag kleine Geräte die man schnell in die Tasche stecken kann wenn man zum Beispiel zur Post fährt oder im Garten arbeitet. Definitiv dazu geeignet um auch mit Gartenhandschuhen zu dampfen. Es gilt ja nicht einen Knopf zu drücken.

    Des weiteren nutze ich eine E-Zigarre mit Unterdruckschalter. Das Ding funktioniert auch noch nach knapp 3 Jahren.

  3. „Um den Schalter zu aktivieren muss man kräftig Ziehen, richtig kräftig“
    Hast du vielleicht die Luftzugskontrolle immer offen gehalten?
    Umso geschlossener die ist, umso leichter lässt sich nämlich der Schalter aktivieren, womit man auch sagen muss das deine Frage nach dem Sinngehalt einer Luftzugskontrolle damit erledigt ist.

  4. Also ich habe das Gerät nun eine Weile und finde die Anspielung auf das Flutten und dem kräftigen Zug wirklich komisch, da selbst wenn ich wieder ein Horst dran ziehe kein spucken habe. Beim Zug reicht es je nach Einstellung aus nur leicht daran zu ziehen ( klar ist es nicht mit einem tfv4 zu vergleichen) .
    Geschmack und Dampf ist ziemlich gut (ist halt kein tröpfler).
    Vielleicht werden Gerät evtl fehlerhaft aber ich kann den icare nur empfehlen.
    Es ist ja auch kein 100€ Gerät.
    Aber was man hier bekommt ist top

  5. Ich kann nicht sagen, das der Coil überflutet wird, oder Liquid in den Mund kommt, ist mir jedenfalls noch nicht passiert. Das Gerät ist zwar keine Geschmacksbombe, aber kurzfristig reicht er vollkommen aus, da ich selbst ein M2L bin.

  6. Also ich hsbe von 2013-2016 gedampft,Hauptsächlich Mechanisch. Nun Dampfe ich genau 1 jahr nicht mehr , Zigaretten sowieso nicht! Aber manchmal habe ich Lust auf Dampf. Und da finde ich die icare Perfekt. Klein, Airflow ,Aku anzeige ,reichlich Liquid und leicht zu Händel. Wenn der suchtdruck mal kommt 2-3 züge und fertig . Der preis auch top. Selber mischen lohnt sich bei mir nichg mehr.10ml reicht …..ich denke 6 monate und für diesen Zweck kann ich mir nicht’s besseres vorstellen !!!

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