Uwell Amulet Pod

Uwell Amulet Pod

Mit einem äußerst ungewöhnlichen Pod System kommt der Hersteller Uwell im September auf den Markt. Ungewöhnlich deshalb, weil es die Form und auch die Funktion einer Armbanduhr hat. Ein so spezielles Gerät hat natürlich schon im Vorfeld für viele erstaunte Blicke gesorgt und den HWV bei vielen Dampfern geweckt. Lohnt es sich, oder ist das Uwell Amulet Pod System nur ein sinnfreies Spielzeug?

Uwell AmuletDas Uwell Amulet Pod System wird am Handgelenk getragen und besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten. Zum einen das Armband, in dem das Gerät am Handgelenk getragen werden kann, dann das eigentliche Gerät mit integriertem Akku, Tasten und Display, sowie der austauschbare Pod, in dem das Liquid eingefüllt wird und in dem der eigentliche Verdampfungsprozess stattfindet.

Das Mundstück des Pods ist, während der Uwell Amulet am Arm getragen wird, geschützt. Es genügt ein kurzer Druck auf die Verriegelung, um den Pod zu entnehmen. Das Uwell Amulet ist sofort betriebsbereit. Aufgrund seines glatten Äußeren gestaltet sich das Entnehmen das Amulet aus der Halterung im Armband manchmal schwieriger als gedacht.

Um zu dampfen wird einfach am Mundstück des Pods gezogen. Weder Leistung, noch Zugwiderstand sind einstellbar, wodurch man etwas eingeschränkt ist. Der Pod hat einen Widerstand von 1.6 Ohm und kann mit einem beliebigen Liquid befüllt werden. Ich empfehle jedoch, auf Liquids mit viel Sweetener oder Koolada, sowie besonders dickflüssigen Liquids (hoher VG Anteil) zu verzichten.

Eingeschränkte Möglichkeiten

Das großflächige Display zeigt die aktuelle Uhrzeit, das Datum, den Wochentag, den Widerstand des Pods, sowie die Restkapazität des Akkus in einem 5-stufigem Symbol an. Durch einen dreifachen Klick auf den seitlich angebrachten Funktionstaster gelangt man zur Einstellung der Uhrzeit und des Datums. Das Datum wird dabei in der Form Monat/Tag angezeigt. Leider habe ich keine Option gefunden, um es auf Tag/Monat umzustellen.

Neben dem Display sind unter der Oberfläche zwei verstecke Taster angebracht, durch die das Display bei Bedarf eingeschaltet werden kann (Doppelklick). Nach einer Inaktivität von 8 Sekunden schaltet sich das Display erneut ab.

Ein fünffacher Klick schaltet das Uwell Amulet komplett ab, was bei dem Einsatz als Armbanduhr eigentlich keinen großen Sinn macht.

Die Oberfläche des Displays ist extrem glatt und glänzend. Im neuwertigen Zustand sieht das erstmal wirklich toll aus. Haben sich hier jedoch erst einmal ein paar Fingerabdrücke oder Mikrokratzer angesammelt, wird die Optik schnell getrübt. Ein weiterer Nachteil ist, dass man auf der Uhr absolut nichts mehr erkennen kann, wenn man im Sonnenlicht steht. Das macht sie leider relativ unbrauchbar, da man auch die Helligkeit der Anzeige nicht regulieren kann.

Wie spät ist es?

Als echte Armbanduhr ist das Uwell Amulet Pod System nur rudimentär nutzbar. Abgesehen von der glänzenden Oberfläche, die eine Nutzung in hellen Lichtverhältnissen unmöglich macht, sucht man Funktionen oder Einstellungen, wie einen Alarm, eine Stoppuhr oder eine Modifikation des Displays vergeblich.

Uwell AmuletAuch die Anzeige, bei der die Stunden und Minuten untereinander dargestellt werden, lässt sich nicht verändern. Hier wäre es toll gewesen, wenn man verschiedene Designs für die Ziffernblätter auswählen könnte. So wären beispielsweise eine Analoguhr, oder eine Darstellung von Stunde und Minute nebeneinander interessant gewesen.

Das Armband ist zwar aus Plastik, macht jedoch einen guten Eindruck und liegt sehr angenehm auf der Haut. Theoretisch könnte es auch gegen ein herkömmliches Uhrenarmband, beispielsweise aus Leder, getauscht werden.

Kommen wir zur Betrachtung des Uwell Amulet als E-Zigarette. Wer hier ein besonders gutes Dampfgerät erwartet, wird wahrscheinlich schnell enttäuscht werden. Dazu fehlen einige grundlegende Funktionen, wie eine Luftzugskontrolle und eine einstellbare Leistung. Die Geschmacksentfaltung der Pods ist für ein solches System absolut in Ordnung, mehr aber auch nicht Der Tank des Pods fasst ca. 2 ml und kann nachgefüllt werden, indem ein, bei Pod Systemen üblicher, Silikonstopfen zur Seite geklappt wird. Der Füllstand lässt sich jedoch nur schwer erkennen, solange sich der Pod im Gehäuse befindet. Man ist also gezwungen den Pod immer mal wieder herauszunehmen und ihn gegen das Licht zu halten.

Es ist Zeit zum Dampfen!

Der Zugwiderstand des Uwell Amulet ist geringer, als bei einem klassischen Mouth-to-Lung Gerät und erlaubt auch einen restriktiven Direct Lung Zug. Für einen Einsteiger, der den Zug einer herkömmlichen Zigarette gewohnt ist, dürfte der Zug jedoch etwas zu offen sein. Der Dampf wird bereits nach wenigen Zügen relativ warm, fast schon heiß. Das liegt daran, dass die Öffnung des Mundstücks nur knappe 3- 4 mm Abstand zum eingebauten Verdampferkopf hat. Der Dampf hat dadurch keine Gelegenheit sich abzukühlen, wie dies bei einem längeren Kamin der Fall wäre.

Die integrierte Akkuzelle hat eine Kapazität von 370 mAh und lässt sich nicht austauschen. Ein seitlich angebrachter microUSB Anschluss (Typ B) dient dazu, den Akku wieder aufzuladen. Im Test konnte der Akku mit einem Ladestrom von 0.58 A aufgeladen werden. Dabei wurde nach 42 Minuten eine Kapazität von 389 mAh erreicht.

Uwell AmuletUhr, E-Zigarette oder Gimmick?

Betrachtet man das Uwell Amulet einfach als das, was es ist, nämlich ein lustiges Gadget, mit dem sich schnell erstaunte Blicke ernten lassen, dann erfüllt es diesen Anspruch zur vollsten Zufriedenheit.

Eine einzige echte Anwendung, die mir für ein solches Gerät einfällt, wäre das unbemerkte Mitführen einer E-Zigarette an Orten, wo es vorteilhaft sein kann, wenn man nicht sofort mit einer E-Zigarette auffallen möchte. Doch auch dafür gibt es geeignetere Geräte.

Dennoch ist das Uwell Amulet aufgrund seines ungewöhnlichen Designs ein Must-Have für alle Dampfer, die das Besondere lieben und gerne erstaunte Blicke von ihrem Umfeld einfangen möchten.

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Technische Daten
NameAmulet
HerstellerUWELL
ErscheinungsdatumSeptember 2019
Preisca. 45 €
KategoriePOD-System
PrinzipZugautomatik
Höhe/Breite/Tiefe47.7 / 37.5 / 17.2 mm
Kapazität Akkuintegriert, 370 mAh (~ 389 mAh)
Kapazität Tank~ 2.0 ml
Tank wiederbefüllbarJa
BefüllmethodeSilikonstopfen
Gewicht~ 27,0 g
MaterialPCTG, Polycarbonat, Silikon
Farben/VariantenSchwarz
Anzeige/DisplayOLED Display
AFCnein
ModusBypass
Ausgangsleistungmax. 10 Watt
Pods1,6 Ω
Coils einzeln wechselbarNein
ZugcharakteristikMTL
SchutzKurzschluss, Überladung, Tiefentladung, Pod Erkennung, Zugdauerbegrenzung
USBmicroUSB Typ B

 


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Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.