Verbotene Früchte

Zugegeben, Bhutan ist nicht gerade der Nabel der Welt und wahrscheinlich müssen einige erstmal bei Google-Maps nachsehen wo dieses Königreich überhaupt liegt. Trotzdem ist es ganz interessant zu sehen was hier in den letzten Jahren passiert ist.

Fangen wir mal am 17. Dezember 2004 an. Da hat man sich entschieden den Verkauf von Tabakprodukten komplett zu verbieten, ebenso wie das Rauchen in der Öffentlichkeit. Der Import für den Eigengebrauch blieb zwar legal, wurde aber mit einer Steuer von 100% möglichst unattraktiv gemacht. Strafen für Verstöße wurden auf umgerechnet 175 Euro festgelegt, was bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 9 Euro, eine mehr als empfindliche Strafe darstellte.

Klar, dass dies von allen Anti-Tabak Aktivisten bejubelt wurde. Man sah schon den Anfang der tabakfreien Welt kommen. Allen voran jubelte die WHO. Voller Euphorie gratulierten sie Bhutan zu diesem so wichtigen Schritt.

Einige Jahre später, genauer gesagt im Jahr 2011 ging die dann die eigentliche Prohibition erst richtig los. Da fing man in Bhutan sogar an, Raucher ins Gefängnis zu stecken.

Noch immer jubelte die WHO und begleitete die Prohibition mit Applaus. Bhutan sollte als Vorbild für die ganze Welt dienen. Wundert eigentlich niemanden mehr, oder?

Schwarzmarkt und Schmuggel

Aber irgendwie ging der Plan nicht auf, denn verbotene Früchte schmecken wohl einfach besser.

Es kam es wie es kommen musste. Ein riesiger Schwarzmarkt ist entstanden und das Schmuggeln von Tabakprodukten in Bhutan boomte regelrecht. Selbst mehrere Versuche den Schmuggel einzudämmen, konnten daran nichts ändern. Mehrere Studien belegen nun, dass diese Prohibition vollkommen kontraproduktiv war und dadurch die Zahlen der Raucher erst recht in die Höhe getrieben wurden.

Trauriger Rekord

Inzwischen hat man in Bhutan mit 24,6% die höchste Raucherquote in ganz Südost-Asien. Unter den Jugendlichen liegt die Raucherquote sogar bei 29,3%. Erschreckend, wenn man bedenkt, dass die Raucherquote in der gesamten Bevölkerung gerade mal bei 1% lag, als man das Verbot eingeführt hat.

Nun kann man natürlich das kleine Königreich Bhuhan nicht mit der Situation in Europa oder den USA vergleichen, es zeigt aber eines ganz deutlich: Prohibition bringt nichts. Man erreicht niemals den Effekt den man haben möchte, sondern sorgt allenfalls für die Kriminalisierung von Konsumenten und für volle Gefängnisse. Prohibition hat beim Alkohol nicht funktioniert, klappt bei Cannabis nicht und ist auch bei Tabak kontraproduktiv (wie man sieht).

Auch wenn zum jetzigen Stand (zumindest in Deutschland) kein direktes Verbot von E-Dampfgeräten zu erwarten ist, gibt es bereits Länder in denen es bedenkliche Tendenzen in diese Richtung gibt.

Selbst auf der COP7 Konferenz der WHO im vergangenen November forderten einige Länder ein Totalverbot von E-Dampfgeräten.

Wer mehr über die Prohibition in Bhuhan lesen möchte, dem empfehle ich den original-Artikel im Blog von Christopher Snowdon (englisch): http://velvetgloveironfist.blogspot.de/2017/07/prohibition-news-bhutan-edition.html

 

Über den Autor

Horst Winkler
Horst Winkler
Ich bin Dampfer seit Anfang 2012 und richte seitdem meinen Blick auf alles was mit dem Dampfen zu tun hat. Hierbei interessierte mich von Anfang an der Aufbau und die Funktionsweise der Hardware, so dass ich neue Geräte immer schon etwas genauer unter die Lupe genommen habe. Bereits 2013 fing ich an kleine Testberichte zu schreiben. Dies entwickelte sich immer weiter und aus kleinen Testberichten wurden große Reviews mit Wickelanleitungen sowie Tipps und Tricks zu vielen Verdampfern und Akkuträgern. Seit Februar 2014 schreibe ich nun regelmäßig Artikel für das DAMPFERmagazin und kümmere mich hierbei hauptsächlich um die Reviews. Dabei versuche ich sowohl über neue und beliebte Mainstream-Geräte zu berichten, als auch über weniger bekannte Exoten. Ab und zu schreibe ich aber auch gerne mal einen politischen Artikel, aber auch wissenschaftliche Studien sowie juristische Entscheidungen die das Dampfen betreffen liegen immer mal wieder in meinem Fokus. Besonders faszinieren mich innovative und neue Konzepte, die zeigen dass die Entwicklung des Dampfens erst am Anfang steht und noch immer ein großes Potential in sich birgt. Man erreicht mich über die E-Mail-Adresse horst.winkler@dampfer-magazin.de​.

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