Vype ePen oder die TPD2-konforme E-Zigarette

vype-bild-01Es geschah an einem trüben Januartag, die Tankuhr meines Autos fing an zu blinken, und ich steuerte die nächstmögliche Tankstelle an. Das mit dem Tanken ist auf dem Lande nicht immer so einfach, aber ich hatte Glück. Unterwegs in einem Ort mit ca. 1400 Einwohnern fand ich eine freie Tankstelle. Nach dem Tanken wollte ich bezahlen gehen und gleich nach dem Betreten des Kassenraums blieb ich abrupt stehen.

Mittendrin, neben Suppendosen, Taschentüchern, destilliertem Wasser und Eis am Stiel stand es – der „Aufsteller“ von Vype.

Im DAMPFERmagazin hat es ja schon einige Berichte von dieser „e-Zigaretten-Art“ gegeben, dennoch war meine Neugierde geweckt, und ich habe mir so ein Starterset gekauft – und schon beim Bezahlen kam das erste Problem: Zu jedem Starterset erhält man ein Multi Flavour Pack gratis dazu… allerdings mit eingeschränkter Nikotinwahl, es gab alles nur mit 12 mg Nikotin, auch auf den e-Liquid Caps in dem Starterset sind 12 mg Nikotin notiert. Da ich ja schon länger dampfe hat sich mein „Nikotinbedarf“ von 0 bis 6 mg reduziert. Jetzt bin ich einfach mal davon ausgegangen, dass ich noch rauche und umsteigen will – dann wäre diese Nikotinstärke sinnvoll. Laut Internetseite des Herstellers gibt es aktuell 7 verschiedene Geschmacksrichtungen, die sich durch verschiedene farbliche Aluminiumstreifen am e-Liquid Cap unterscheiden.

Bei diesem Starterset, eine Kunststoffdose, fallen mir gleich ein paar Beschriftungen auf der Vorderseite auf:

„Dampf-Dosierung“ – „Auslaufsicheres System“

… für mich ganz klar: die TPD2-konforme e-Zigarette!  So soll sie aussehen? Ich bin neugierig!

Nach Öffnen der Kunststoffdose und Hochklappen des Pappdeckels kommen folgende Teile zum Vorschein:

  1. Der ePen in schwarz – es gibt ihn auch in anderen Farben
  2. Ein USB-Ladekabel – bekannt aus den eGo-Zeiten
  3. Eine Schutzkappe für das Mundstück
  4. Zwei e-Liquid Caps 12 mg Nikotin Geschmack: Blended Tobacco/ Crisp Mint

 

vype-bild-0202
Der ePen hat einen festverbauten Akku, der erstmal aufgeladen werden muss. Ich konnte weder auf der Homepage noch im beiliegenden Lesematerial erkennen mit welcher mAh-Leistung der Akku ausgestattet ist. Eine Anfrage an den Hersteller habe ich per eMail am 19.02.16 gemacht. Eine Antwort von Vype erhielt ich am 24.02.16 mit folgenden Informationen: Der Akku sollte 300 Ladezyklen überstehen – die Stärke des Akkus beträgt 600 mA/h – Widerstand 2,8 +- 0,15 Ohm  –  Stromstärke 4,2 V.

Der ePen besteht also aus 3 Teilen:

  1. Akkuteil = Body
  2. Mundstück
  3. E-Liquid Cap

Der Anschluss für das USB-Ladekabel erinnert mich an meine Anfangszeiten von der eGo-C – das ist schon eine Weile her! Beim Feuertaster fällt mir auf, dass dieser in 2 Richtungen gedrückt werden kann. Eine „Wipptaste“ mit „einfach-Pfeil“ und „doppel-Pfeil“ soll laut Hersteller die Dampfmenge regulieren. Dazwischen ein weißer Punkt mit dem Logo „V“, welches beim Feuern leuchtet und informieren soll, wie voll der Akku (weiss-grün-rot) ist. Von der Bedienung her also recht einfach und verständlich. Die e-Liquid-Cap wird, nach Entfernung der Silikonkappe, einfach aufgeschraubt – fertig!

Die e-Liquid-Caps lassen sich nicht wieder befüllen (also TPD2-konform!), was zwar auf den ersten Blick kostengünstiger scheint als Tabak-Zigaretten. Dennoch sollte man hier einfach mal rechnen:

Für 3 Caps zahlt man € 5,95 -> pro Cap wären das € 1,98 für 2 ml – wählt man das Angebot „6 Packs kaufen, nur 5 bezahlen“ kostet die einzelne Cap immer noch € 1,65 für 2 ml. Umgerechnet auf die gängige 10ml Größe von Liquid-Flaschen: € 1,98 – 2 ml -> € 9,90 – 10 ml /// € 1,65 – 2 ml -> € 8,25 – 10 ml

Und das ist in meinen Augen das eigentliche Geschäftsmodell des Herstellers. Die Technik dieses e-Pens aus den Anfangszeiten des Dampfens, also einfach und preiswert für den Hersteller, dafür teure Liquid-Caps, die man laut Herstellerseite sogar in 10ml- Flaschen kaufen kann. Der Preis pro 10 ml € 5,95 oder wie bei den Liquid-Caps-Angebot „6 Bottles kaufen – nur 5 bezahlen“. In der Produktbeschreibung zu lesen: „Nicht für den Vype ePen geeignet“ -> somit ein zusätzliches Geschäftsmodell des Herstellers. Angaben zu Inhaltsstoffen der angebotenen Liquids sucht man allerdings vergeblich auf der Herstellerseite.

Kommen wir zum Test
Ich war so mutig und habe 2 Geschmacksrichtungen getestet – Vanilla und Blended Tobacco. Wie gesagt, die Bedienung ist einfach und verständlich. Allerdings muss ich, das ist meine persönliche Meinung, ganz ehrlich sagen, dass ich mir das Dampfen eigentlich nicht abgewöhnen wollte. Das könnte aber passieren, wenn ich diesen ePen weiter nutze.

Dann hat mich die Neugierde richtig gepackt und ich wollte wissen, was verbirgt sich hinter der bunten Folie von der „Cap“… wie sieht die Wicklung aus… usw. Das Ergebnis: mit viel Mühe und Kraft habe ich das Plastik mit einem Seitenschneider geöffnet und dann – oh je…

vype-bild-03
Lieber Hersteller British American Tobacco, was habt Ihr Euch dabei nur gedacht? Gut, Raucher haben keine gut ausgeprägten Geschmacksnerven. Die werden es wohl nicht gleich merken. Allerdings regenieren sich die Geschmacksnerven wieder, wenn man keine Tabakzigarette mehr konsumiert. Und dann wird auch der ExRaucher feststellen, dass die Liquids aus Ihrem Haus so überhaupt nicht schmecken. Das ist kein Geschmack, das kratzt im Hals und von Genuss kann keine Rede sein.

Sie bieten auf Ihrer Seite die Entsorgung gebrauchter Produkte an, was auf den ersten Blick positiv auffällt. Auf den zweiten Blick gesehen frage ich mich, warum wird erst etwas entwickelt, was dann als „Problem-Müll“ entsorgt werden muss?
Auch Ihre „Zufriedenheitsgarantie“ ist mir positiv aufgefallen und ich war geneigt, diese zu nutzen. Zitat: „Zufriedenheit Garantiert oder Geld zurück“ Die 30 Kalendertage nach Kauf sind noch nicht vorbei, aber ich habe es mir anders überlegt. Diesen ePen werde ich behalten und als abschreckendes Beispiel für Umsteiger nutzen.

Fazit

„Schuster bleib bei Deinen Leisten“ – ein Sprichwort was zu diesem Produkt passt. Der Hersteller hat sicherlich seine Stärken in der Herstellung und Produktion von Tabakzigaretten und sollte es auch dabei belassen. Denn eins wird hier wieder deutlich gezeigt. Unsere Dampfgeräte können nicht mit Tabakzigaretten in eine Schublade gepackt werden. Für Einsteiger oder Umsteiger kann ich diesen ePen von Vype auf keinen Fall empfehlen. Da gibt es wahrlich genug andere Alternativen auf dem großen Markt der e-Zigaretten.

 

 

Über den Autor

Elmaba
Elmaba
Seitdem ich dampfe statt rauche, fühle ich mich gut.

12 Kommentare zu "Vype ePen oder die TPD2-konforme E-Zigarette"

  1. Sehe ich das auf den Bildern richtig??? Ist die Wicklung da tatsächlich in einem Plastikröhrchen gelagert? Hut ab! (Und schnell wieder auf!) Das ist ja mal mutig vom Hersteller.

  2. „Sehe ich das auf den Bildern richtig??? Ist die Wicklung da tatsächlich in einem Plastikröhrchen gelagert?“

    Naja, es braucht nicht lange zu halten, und geringfügig wenig Chemie durch einen sich auflösenden verschmorenden Kunststoff hat auch noch keinen Menschen umgebracht, oder wie es das „BfR“ im jüngsten Glyphosat-Skandal so schön süffisant mitteilt: „„Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener an einem Tag rund 1000 Liter Bier trinken“. Das dampft ein „Vype ePen“ gar nicht 😉

  3. Arno Kurtenacker | 8. März 2016 um 22:02 | Antworten

    Das Teil hat noch keine 6 Watt Leistung und bekommt alle 1,5 ml eine neue Wicklung. So ein bisschen lauwarmer Dampf macht dem Kunststoff wahrscheinlich nicht viel aus.

  4. Guten Morgen zusammen!
    Danke für Eure Kommentare. Der „Gesundheitsfaktor“ beim Anblick nach dem Aufschneiden spielt bei mir persönlich nur eine zweite Rolle. Die erste und für mich wichtige Rolle ist die „Müllentsorgung“. Daher die Frage: Muss sowas sein?

  5. Der Müll würde mir keine Sorgen machen (hier ist der Akku wenigstens wiederverwendbar, im Gegensatz zu vielen anderen Dampfstiften)… aber falls das Ding, wo der Heizdraht in Plastik gelagert ist, eine Zulassung bekommt, dann lach ich mich schief.

  6. Die Wicklung berührt den Kunststoff aber nicht und ich bezweifel, dass die Hitze groß genug ist Kunststoff zu schmelzen. Ein Wasserkocher enthält auch Kunstoff und das trinkt man bekanntlich danach. Ich finde den Epen richtig gut, konnte damit meine Mutter vom Rauchen bewegen. Habe selbst auch mal getestet und es war erstaunlich ähnlich einer Zigarette und so sollte es ja sein. Was auch noch gut ist, man hat hier einen großen Konzern dahinter und kein Hinterhofmischer, ich vertraue da einfach größeren Konzernen.

  7. tutnixzursache | 21. Mai 2016 um 00:27 | Antworten

    Ach du Schreck, willkommen in der Steinzeit!
    Ein Hoch auf die TPD2 ^^

  8. Ich bin nach 20 Jahren davidoff Classic von heute auf morgen auf den Vype umgestiegen und mit Blended Tabacco sehr zufrieden. Mir gefällt die einfach Handhabung, das kein liquid ausläuft und das zugverhalten. Das hier immer Dampfer die sich Ihre Spezial minishishas gebaut haben und am Preis und Geschmack motzen, ist typisch. Ich bin froh von den Glimmstengeln los gekommen zu sein und kein Verlangen mehr nach Zigaretten zu verspüren. Für meine Ansprüche reicht dieses simpele aber gute Gerät vollkommen aus. Auch die liquid sind mild und unaufdringlich.

  9. Mag sein dass da der eine oder andere Gefallen an dem Ding findet.
    Aber ich werde Einsteigern und anderen solche Hybrid Sets von zb. „von Erl“ empfehlen, das ist eine Dampfer Firma die schon extrem gute Selbstwickelverdampfer entwickelt hat. Bei denen weiss ich ganz genau dass Sie mit der TPD2 nix am Hut haben.
    Und dass Sie nicht nur das alte Prinzip neuvermarkten.

    Was gab es da nicht an Werbung von tollen vype e-Zigaretten und jetzt sehe ich was im inneren ist.. na lol da sind wir aber eigentlich ganz schön weiter als 600mAh Akku mit einem umgewickelten Silikon Draht.
    Ich bin absolut einverstanden mit diesem Artikel.

  10. Und @Peter, ganz egal womit, wir freuen uns dass du es geschafft hast.
    Vielleicht ist dir der Preis auch egal, aber der Kostenfaktor ist auch vielen wichtig die manchmal genau wegen den Kosten wechseln.

  11. Hallo zusammen. Also ich habe von einer Ex- Raucherin, die sich dann auch das Dampfen mit dem EVOD von Kanger Tech komplett abgewöhnt hat, mit dem Dampfen angefangen. Waren noch die aus der 1.Serie oder so. Punkt um, ich habe die Evod geschenkt bekommen. War echt begeistert, was mich allerdings nach kurzer Zeit schon genervt hat, war das ganze Equipment was man so besorgen mußte, dann das Reinigen, am Anfang die Matscherei mit dem befüllen usw… Habe danach dann die erste Vipe geschenkt bekommen und bin absolut begeistert! Kein Schnickschnack, laden, Tank aufschrauben und los gehts, habe mir dann noch ein 2. Gerät zu gelegt. Die Liquids sind wirklich sehr lecker, die Niotin Auswahl reicht mir alle mal! Außerdem vertrage ich nicht alle Liquids, habe von einigen billig Angeboten schon übelst Atemprobleme bekommen. Deshalb war ich erst skeptisch als ich die fruchtigen Liquids probiert habe, mittlerweile sind das meine Lieblingssorten, sehr schmackhaft und super verträglich! Für mich ein super einfaches & Bedienungsfreundliches System, das ich wirklich gerne weiter empfehle! LG

  12. Toller Bericht. Durch diesen EPen bin ich zum Dampfen gekommen. Ich habe diesen aber nach 3 Tage nicht mehr genutzt. Es liegt evtl daran, dass ich dachte “ von einen Tabakkonzern will ich weg“ oder auch „der Geschmack ist nicht super“. Auf jeden Fall war es ein Einstieg, und mehr sollte es auch nicht sein. LG

Hinterlasse einen Kommentar

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*